Hallo fliptt,
diese 8 koordinativen Fähigkeiten werden in unserem Verband gelehrt. Meine Quelle ist das Skript und die Lern-CD der Sportschule Steinbach.
Kann natürlich sein, dass in den verschiedenen Verbänden verschiedene Dinge gelehrt werden. Habe meine C-Lizenz am 19.01. diesen Jahres erhalten wie üblich am Ende der erfolgreich absolvierten Prüfungswoche.
Wenn wie bei der uneinheitlichen Spielklasseneinteilung verschiedener Verbände auch in der Trainingslehre solch uneinheitliche Basisbausteine vermittelt werden sollten, wäre dies natürlich eine Erklärung für unsere differierenden Ansichten in diesem speziellen Themenpunkt.
Davon abgesehen halte ich jedoch von meiner eigenen Erfahrung her die spezielle Antizipationsfähigkeit, wie man sie gerade bei den sogenannten Rückschlagsportarten verstärkt benötigt, für einen so wichtigen Aspekt, dass das Geräteturnen zwar auch als allgemeine Verbesserungsmöglichkeit vieler Koordinationsfähigkeiten sehr gut geeignet ist (wie im übrigen auch sehr
viele andere Sportarten auf verschiedene Art und Weise wie z.B. alle Ballsportarten, verschiedene Tanzformen, Leichtathletik usw.) ,
es aber m.E. spezielle koordinative Übungsformen und Spiele mit koordinativen Elementen gibt, die ein Kind viel gezielter auf die Anforderungen des TT-Sport hinführen, als oben erwähnte Sportarten.
@Topspin07
Dass erst einmal wichtig ist, dass Kinder überhaupt Sport betreiben, habe ich in keinster Weise infrage gestellt, ist allerdings kein Argument, besser geeignete Wege zum Ziel als das Geräteturnen diesem hintan zu stellen. Aufwärmen und Dehnen gehören übrigens auch in jedes moderne TT-Training.
Zitat Dragonspin:
Mir geht dieses Spass-Geschwätz einfach nur auf die Nerven. Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch will, dass Kinder in meinem Training Spass und Freude haben, aber es ist doch nicht das einzig wichtige Kriterium. Weil sonst würde ich Kindergeburtstag feiern.
Und ich finde es für Kinder eher förderlich, wenn man gleich von Anfang an auch Augenmerk auf die von Dir genannten Eigenschaft Fleiß und Disziplin legt. Natürlich kind- und altersgerecht. Das heißt, bei einem 6jährigen anders als bei einem 16jährigen.
Im Training bereiten wir die Kinder auch auf ihre Zeit nach der Kindheit vor... daher ist es wichtig ihnen klar zu machen, dass im Leben nicht Spass das Entscheidende ist.
Tja Dragonspin,
das erschreckt mich schon etwas, was Du da zum Thema Spaß, Fleiß und Disziplin und deren Korrelation als Deine Meinung kundtust.
Tatsache ist doch, dass mit Spaß lernen heißt, dass eben auch Disziplin und Fleiß leichter, ja teils wie von selbst von den Kindern erlernt bzw. erbracht werden.
Ich präzisiere meine Aussage dahingehend, dass Spaß der Zugang zu guter Leistung, beständiger Disziplin und im übrigen auch zu deutlich besserer Merkfähigkeit (als Grundlage für schnelles Lernen und Abspeichern des Erlernten unerlässlich) führt. Dass viele von uns dies in der Jugend leider anders erfahren und einen steinigeren Weg mit langen Durststrecken ohne Spaß zurücklegen mussten, der nach heutigen Erkenntnissen aus der Hirnforschung unsere gesamte Leistungsfähigkeit nicht hat völlig zur Entfaltung kommen lassen, wird ja hoffentlich nicht dazu führen, dass wir die gleichen Fehler machen, die bei uns durch in dieser Hinsicht unwissende Betreuer, Eltern oder Trainer gemacht wurden. Dragonspin, wer wie Du und viele andere in diesem Forum Training für Jugendliche und Kinder gibt, hat sicher auch schon die Erfahrung gemacht, dass, wenn diese sich im besten Sinne gefordert und gefördert fühlen und mit Spaß bei der Sache sind, Konzentration und Disziplin fast automatisch als direkte Folge auftreten und die Kinder teils mit unheimlichen Eifer bei der Sache sind. Dies gelingt nicht immer. Ich meine jedoch, dass es unser Ziel sein sollte, dies so oft wie möglich in unserem Sinn und im Sinne der zu betreuenden Jugendlichen und Kinder zu erreichen. Deine Qualitäten als Trainer wollte ich nicht in Abrede stellen, lediglich die Möglichkeit bieten, Deinen Trainerjob vielleicht mit etwas anderen Augen zu betrachten und die Kinder mehr als Partner bei der Lösung einer gemeinsam angegangenen Aufgabe zu sehen, bei deren Lösung sowohl sie als auch Du als Trainer mit Spaß an der Materie leichter und schneller vorankommen.