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Zitat von mithardemb
Ein Vergleich von Tennis auf verschiedenen Belägen zeigt, dass ausgerechnet das Tennis mit den kürzesten Ballwechseln (Wimbledon) die größte Attraktivität hat.
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Gegen einige Deiner Thesen wurden ja schon Argumente genannt. Mich würden mehr Details zur oben genannten "Studie" interessieren. Man kann da vielleicht ins Felde führen, daß Serve and Volley vielleicht zu kürzeren aber spektakulären Ballwechseln führt. Auf jeden Fall eher als übermäßig langes Sandplatzgeschrubbe. Außerdem spielt eventuell eine Rolle, daß Wimbledon mit Abstand das renomierteste und traditionell wichtigste Grand Slam ist.
Ferner werden hier allgemein gerne einzelne Aspekte herausgepickt und losgelöst von den anderen betrachtet, dabei spielen alle eine Rolle und sind teilweise auch ineinander verzahnt.
Das bedeutet, daß eine Verbesserung nur dann eintritt, vielmehr erstmal eintreten könnte, wenn man überall ansetzt. Weitgehende Übereinstimmung besteht wohl darin, daß solche Highlights im Terminkalender, wie sie eine EM zweifelsohne darstellt, nicht vor so einer trostlosen Kulisse stattfinden dürfen.
Die Meinungen jedoch, ob das angebotene Produkt an sich nun attraktiv ist oder nicht, gehen schon wieder auseinander. Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich als einer, der in Nibelungentreue weiter Tischtennis liebt und seine Seele verschrieben hat, finde 90% aller Spiele im Profibereich nicht ansprechend. Vor 8-10 Jahren war das anders. Das liegt selbstverständlich auch an mir, sicher aber auch an den Veränderungen im Sport seitdem. Wenn es einem schließlich noch egal ist, wer gewinnt, oder es sich schon bald abzeichnet, hat das sehr wenig Reiz.
Dann gibt es weiter die Diskrepanz zwischen Profi- und Breitensportlern, die alle ganz eigene Ziele verfolgen und verschiedene Maßnahmen für sinnvoll erachten oder billigen.
Was beide dabei nicht aus den Augen verlieren dürfen, ist der Nachwuchs.
Deswegen muß man sich wohl auch Gedanken machen über das Fernsehen. Wäre das einzige Problem, daß die Fans TT nicht sehen können, wäre diese schnell gelöst. Viel fehlt nicht mehr bei den Livestreams. Die sind aber nur was für Fans und erreichen nie die breite Öffentlichkeit. Nein, sie erreichen nicht einmal die meisten TT-Spieler selbst. Vielleicht ist das der erste Ansatzpunkt überhaupt. Wenn diese Leute kein TT gucken, wer soll es dann tun?
Auch die Wichtigkeit des Images wurde angesprochen. Aber auch da gibt es diverse Vorstellungen, welches Image eigentlich gewünscht ist oder nötig wäre.
Viel wird geschrieben von dem Helden, den wir brauchen. Wir haben eigentlich vom Sportlichen her gesehen einen mit Timo Boll. Es gibt ja wohl kaum in anderen Sportarten viele Deutsche, die so weit vorne liegen in der absoluten Weltspitze. Daher werden sich zusätzlich Erfolge gewünscht. Ich befürchte aber, ein großer Titel würde nicht reichen. Von Erfolg zu Erfolg müßte er eilen und die Welt ein paar Jahre dominieren. Daß das wohl leider ausgeschlossen ist, muß man wohl annehmen bei der Dichte.
Hier mag dem einen wieder Tennis einfallen. Boris Becker sei damals ja auch schon mal ausgeschieden in Runde 2. Das Tennis hatte aber durch den Sensationsbonus als jüngster Wimbledonsieger Vorteile, dann folgte auch schon Stich und vor allem Steffi Graf, die alles in Grund und Boden spielte.
Zwar wurde auch das Tennis in den letzten 20 Jahren immer perfekter und man hat einen Roger Federer, doch ein Dominator wie Federer ist beim Tischtennis nicht möglich, denke ich, weil man auf so unterschiedliche Art und Weise zum Erfolg kommen kann. Es gibt immer den ein oder anderen, der einem nicht liegt.
Ach, ich will hier auch nicht vom Hundertsten ins Tausendste kommen, bewege mich stellenweise auch schon offtopic und unstrukturiert, wobei mir ersteres nicht zu viel ausmacht, will mich vor allem jetzt auch mal dem Abendessen widmen.
Da sieht man es wieder, es sind dem TT-Spieler andere Dinge einfach wichtiger.