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Alt 03.04.2007, 13:55
Meister Meister ist offline
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TTC mit Punktlandung zum Klassenerhalt
TTV Neustadt a. d. Aisch – TTC 9:7 / TTC – DJK Sportbund Stuttgart 8:8

Ein Wochenende der Wechselbäder liegt hinter dem TTC. Erst setzte es ein deprimierendes 7:9 beim direkten Abstiegskonkurrenten Neustadt, dann folgte ein erlösendes 8:8 gegen Stuttgart, mit dem der Aufsteiger die Regionalligasaison punktgleich, aber hauchdünne vier Spiele besser als die Franken, auf einem Nichtabstiegsplatz abschloss.
Eigentlich wollte man den fehlenden Zähler zum Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse bereits am Samstag Nachmittag an der Aisch einfahren. Dass dieses Unterfangen jedoch trotz eines randvollen Fanbusses in die Hose gehen sollte, zeichnete sich bereits in den Anfangsdoppeln ab. Wie vermutet wurden in den ersten beiden Partien die Punkte geteilt, Beliy/Görsch hatten mit Pätzold/Beranek ebenso wenig Mühe wie Bondarev/Lakmann mit Hartmann/Greiner. Defensivstratege Christian Back hatte man an der Seite von Tim Klumpp ins Dreierdoppel berufen, was jedoch leider nur bis zur 9:4-Führung im ersten Satz Wirkung zeigte, danach setzten sich Reis/Kostenko deutlich durch.
Im Spitzenpaarkreuz wurden anschließend die Punkte geteilt: Neustadts Russe Yevgeniy Beliy konnte Laufwunder Daniel Pätzold in einer ansprechenden Partie erst im vierten Satz abschütteln. In der Nachbarbox erzielte Michael Görsch zwar gegen Andrej Bondarev per Schlägerwechsel in die linke Hand den Ball des Tages, wurde jedoch ebenso nur mit dem Gewinn des dritten Satzes belohnt.
Mit zwei umkämpften Fünfsatzmatches in der Mitte begann der Abstiegsfight deutlich hitziger zu werden. Richard Hartmann konnte gegen Robert Lakmann einen 0:2-Satzrückstand wettmachen und legte im Entscheidungssatz eine Riesenserie zum 7:0 hin, jeder Punkt selbst von seinem zählenden Mannschaftskollegen frenetisch bejubelt. Nach der überfälligen Auswechselung von Zählrichter Görsch durch den bayrischen Oberschiri konnte Lakmann erstaunlicherweise zum 8:7 in Führung gehen, unterlag aber trotzdem mit 11:9. Auch Tim Klumpp hielt dem Druck der immer lautstärker werdenden fränkischen Fans nicht stand und gab sein Match gegen Karsten Reiß trotz 2:1-Satzführung noch ab.
Nachdem auch der überragende Pavel Kostenko Back in vier deutlichen Sätzen schlagen konnte, gingen die Gastgeber mit 6:2 in Führung. Die TTC-Sechs resignierte jedoch nicht, sondern kämpfte mit Unterstützung der mitgereisten Fans gegen die Niederlage an. Peter Beranek stocherte zwar drei Sätze lang vollkommen orientierungslos im gefährlichen Service von Philipp Greiner herum, konnte aber die Mehrzahl der Ballwechsel zu seinen Gunsten entscheiden.
Die Weinheimer Spitze machte es ihrem Kapitän nach: Linkshänder Bondarev behielt im unterhaltungstechnischen Höhepunkt des Nachmittags bei der Abwehr von zwei Matchbällen gegen Rückhandexperte Beliy die Nerven, der badischen Ranglistenerste Pätzold ließ sich weder von Görsch noch einem 2:6-Rückstand im Entscheidungssatz aus der Ruhe bringen und verkürzte auf 5:6.
Zum Matchwinner für die Franken sollte aber Richard Hartmann werden. Er präsentierte sich gegen Klumpp bissiger als ein Pitbull, egalisierte auch im zweiten Einzel ein 0:2 und wehrte Klumpps Granate beim Matchball mit einem sensationellen Blitzreflex ab. Den einzigen von drei einforderten Zählern in der Mitte errang der gut aufgelegte Lakmann gegen Offensivathlet Reiß.
Im hinteren Paarkreuz wurden in zwei farblosen Partien erneut die Punkte geteilt, Kostenko fertigte Beranek kurz und schmerzlos in drei Sätzen ab, Back verkürzte gewohnt schnittig gegen Linkshänder Greiner auf 7:8.
Jetzt musste also das Schlußdoppel die Entscheidung bringen. Bondarev/Lakmann konnten hierbei den ersten Satz spielerisch leicht gewinnen. Umso ärgerlich, dass in den folgenden drei Durchgängen ausgerechnet Michael Görsch, der bis dato hauptsächlich mit zahllosen Pöbeleien Akzente gesetzt hatte, dem Spiel seinen Stempel aufdrücken sollte. Er degradierte mit einer umwerfenden Vorstellung sowohl Partner Beliy wie auch Bondarev und Lakmann zu Statisten und markierte den vielumjubelten Siegpunkt zum 9:7.
Die TTC-Truppe war also am Sonntag Nachmittag zum Punkten verdammt, als man die Mannschaft der DJK Sportbund Stuttgart empfing. Obwohl die Schwaben bereits vor Wochenfrist ihren Klassenerhalt gesichert hatten, entwickelte sich vor der Rekordkulisse von über 150 Zuschauern eine noch umkämpftere Partie als am Vortag.
Sonntags konnte man jedoch nach den Doppeln in Führung gehen: Bondarev/Lakmann punkteten gegen Frank/Wiese, Mu/Krieger glichen gegen Pätzold/Back postwendend aus. Klumpp besorgte die 2:1-Führung gegen Blagojevic/Koning fast im Alleingang.
Im Spitzenpaarkreuz hatte man eine Punkteteilung fest eingeplant. Bondarev hatte mit dem in den spektakulären Ballwechseln stark aufspielenden Alexander Frank viel mehr Mühe als erwartet und musste Matchball abwehren. Am Nachbartisch zeigte Pätzold gegen Chinese Hao Mu eine Riesenpartie und wurde immerhin mit einem Satzerfolg belohnt.
Mit zwei Siegen in der Mitte konnten die Landeshauptstädter auf 4:3 davonziehen: Materialspieler Dennis Wiese konnte mit einer bärenstarken Vorstellung und zur Überraschung der meisten Experten erstmals Klumpp verwirren, Linkshänder Stefan Krieger spielte den überforderten Lakmann mit einer fehlerfreien Vorstellung in Grund und Boden.
Das hintere Paarkreuz brachte, lautstark angepeitscht durch die Weinheimer Fans, den TTC erneut mit 5:4 in Führung: Beranek präsentierte sich gegen den lauffreudigen Ersatzmann Eberhard Koning nicht spielerisch, aber zumindest kämpferisch überzeugend, Abwehrstratege Back schulterte Aleksander Blagojevic mit einer wechselhaften Vorstellung nach fünf Durchgängen.
In den beiden Spitzeneinzeln sollte diese Führung wieder flöten gehen. Russe Bondarev spielte gegen Chinese Mu stark auf, vergeigte aber zum blanken Entsetzen seines Präsidenten Christian Säger eine 10:5-Führung im vierten Satz. Im optischen Highlight des Wochenendes wandelte Pätzold einen 5:9-Rückstand im Entscheidungssatz gegen Frank in eine 10:9-Führung, vergab bei 11:11 einen Überkopfball und unterlag zum lähmenden Entsetzen der TTC-Fans hauchdünn.
Von den zwei glatten Niederlage im ersten Durchgang zeigte sich die Mitte erstaunlich gut erholt. Klumpp servierte gegen Krieger stark und markierte mit harten Topspins das 6:6, Lakmann biss sich in seinem letzten Einzel für den TTC unter dem Jubel der Fans und nach 0:2 noch gegen Abwehrer Wiese durch.
Beraneks Abschiedsvorstellung in der ersten Mannschaft ging hingegen gründlich in die Hose, gegen „Blago“ setzte es im x-ten und wichtigsten Vergleich die allererste Niederlage, die mit 0:3 auch noch verdammt deprimierend ausfiel. Der vorerst letzte Auftritt von Defensivkünstler Christian Back im TTC-Trikot brachte jedoch die Halle zum Kochen. Er hatte Koning jederzeit im Griff und markierte das erlösende 8:7 für die Zweiburgenstädter. Das nunmehr unbedeutende Schlußdoppel ging nach gewonnenem ersten Satz im allgemeinen Jubel zum 8:8 verloren.
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