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Gatien war vor allen Dingen sehr sehr flott auf den Beinen. Das mit der mangelnden Ästhetik ist natürlich relativ; ich kann mich noch an ein Spielerportrait von ihm im DTS aus den End-Achzigern erinnern, in dem der Autor (Rahul Nelson oder ein anderer Fachmann) seinerzeit - im Originalton - schrieb: " Alles an ihm atmet Eleganz..." Verglichen mit Supertechnikern wie Appelgren oder Grubba sah es da natürlich schon wieder etwas anders aus; ein biederer Handwerker und Wühler vor dem Herrn - wie z.B. J.M. Saive - war Gatien jedoch nie.
In Erinnerung blieben mir - neben seinem WM Sieg 93 und dem zweiten Platz bei Olympia 1992 - vor allem zwei denkwürdige Spiele von ihm:
1987, bei seiner ersten WM Teilnahme in Neu Delhi führte er (im Achtelfinale?) im Entscheidungssatz gegen Andre Grubba bereits 20:14 - der Pole riß jedoch in einer furiosen Aufholjagd mit langen u. spektakulären Ballwechseln die Partie noch aus dem Feuer (den Schlußpunkt aus der (Ballon-)Abwehr auf Netz u. Kante...)
1990 bei den Euros in Göteborg drehte Gatien dann den Spieß rum: Im Viertelfinale gegen Waldner wehrte er in eindrucksvoller Manier mehrere Matchbälle des Schweden ab und zog in die Vorschlußrunde ein. Optisch waren beide Partien Leckerbissen, wozu auch der Franzose seinen Teil beitrug...
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Alle Wege münden in schwarze Verwesung.... .. (Georg Trakl)
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