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AW: Die EM auf Eurosport
@Bernd Beringer: Zum Thema
"Tischtennis kann durchaus fernsehtauglich dargeboten werden, es ist, bei entsprechender Übertragungsqualität (nicht wie seinerzeit beim DSF), auch für Laien nicht schwerer nachvollzuziehen als Tennis..."
Hallo Bernd,
bei dieser Darstellung möchte ich doch widersprechen: wenn ein Laie weder den mechanisch langsamsten Punkt (Schlägerspitze, Schlägerrand) oder den schwingungsintensivsten Punkt (Sweetspot) auf dem Schläger und dessen spielerische Konsequenzen kennt (Service mit und ohne Drall) und dann noch das (extrem attraktive) Spiel von Angriff gegen Abwehr "lesen" soll, wenn bspw. der Abwehrer wechselweise mit und ohne Unterschnitt agiert (Paradebeispiel: ich durfte noch den "Lächler" Chen Xinhua gegen den legendären Grubba sehen), dann wird er sich zwar an der Länge der Ballwechsel erfreuen können, indes die Feinheiten, die darüber entscheiden, wer denn nun durch einen gelungenen Aufschlag in den Angriff kommt bzw. wann ein Ball in die unterste Netzmasche gezogen wird oder meterweit hinter den Tisch, bleibt ihm verborgen. Zudem kommen noch viel extremere Reaktionszeiten als bei den anderen Sportarten - viele TT-Spieler kokettieren ja häufig genau damit, wenn sie - nicht ohne Stolz - von ihrem Sport als der "schnellsten Ballsportart der Welt" sprechen. TT ist einfach unglaublich komplex und die Feinheiten sind im TV auch mit Zeitlupe dem Laien (= keine aktiven Spieler) nur schwer vermittelbar. Auch die selbsternannten Experten sehen längst nicht alles - einfache Fehler passieren nach wie vor bei JEDEM Spiel unabhängig von der Spielklasse....
Zum Thema DSF-Übertragungen:
genau diesen o.g. Umstand haben die Verantwortlichen erkannt und neben der üblichen Übertragung auch noch einen Technik- und Materialteil (von Profis kommentiert) in die Sendung eingebaut, damit gerade nicht nur die Cracks auf ihre Kosten kommen, sondern auch Laien zunehmend verstehen können, was am Tisch/Schläger passiert.
Dieses Novum kam zugegebenermaßen bei den eingefleischten Fans nicht immer gut an, aber wie soll man denn Übertragungen weiterentwickeln, wenn man nicht neue Wege beschreitet? Der Ansatz war m.E. richtig, wenn es um Reduktion der Komplexität geht.
Besten Gruß,
Sportsfriend_71
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