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AW: Kritik an EM-Fernsehübertragungen: Reaktion des DTTB
Ich finde den Vorstoß des DTTB gut, auch wenn er meiner Meinung nach ein paar Tage früher hätte kommen müssen - da war die Aufregung unter den Fans noch größer und wahrscheinlich auch die Bereitschaft, sich an der Aktion zu beteiligen.
Gleichzeitig offenbart sich darin m.E. aber auch die Macht- und Ratlosigkeit des DTTB. Nach Bremen wurden die mangelden Sendezeiten bei ARD/ZDF öffentlich seitens des Verbandes so scharf kritisiert wie noch nie. So geht es nicht weiter, hieß es - und nicht mal ein Jahr später wurde mit denselben Sendern zu denselben Bedingungen (Geld für den DTTB, aber keine Sekunde Sendezeit garantiert) ein neuer Vertrag abgeschlossen, um nun nach Belgrad wieder die mangelden Sendezeiten zu beklagen.
Die Behauptung, auch in den Verträgen zwischen TMS, der Vermarktungsagentur der ITTF und Eurosport, seien null Sekunden Sendezeit garantiert, ist nach meinem Kenntnisstand unzutreffend. Natürlich können Eurosport keine Vorschriften in Sachen konkrete Sendezeiten, -längen und -tagen gemacht werden, aber der Sender, für den ich seit zwölf Jahren arbeite, hat sich meines Wissens dazu verpflichtet, bis 2009 von jeder EM und WM sowie von jedem Herren-Weltcup mehrere Stunden zu berichten. "Mehrere Stunden" ist natürlich ein dehnbarer Begriff, bei dem bei dieser EM stark unterdurchschnittlich wenig herauskam (geschätzte 6-7 Stunden), bei der WM im Mai aber wieder viel mehr (über 20 Stunden geplant, und selbst bei Kürzungen wegen längerer Übertragungen davor viel mehr als bei der EM) - auf jeden Fall viel, viel mehr als bei der Null-Sekunden-Garantie der Öffentlich-Rechtlichen.
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