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AW: Kritik an EM-Fernsehübertragungen: Reaktion des DTTB
Diese Diskussion mit den immer gleichen Argumenten gibt es nach fast jeder Großveranstaltung und immer dann wenn es um die fehlenden Sponsorengelder im TT geht. Rudi Endres und jjaap haben eigentlich alles gesagt was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Das Fazit was daraus zu ziehen ist:
Tischtennis ist und bleibt eine Breitensportart, innerhalb derer der Leistungsbereich eine untergeordnete Rolle spielt.
Im Gegensatz zu meinen Vorrednern empfinde ich dies auch nicht als so tragisch. Schließlich geht es den Turnern und Volleyballern nicht viel besser und der Leistungsbereich im Sportangeln, Schach oder Schießen findet in der Öffentlichkeit überhaupt nicht statt. All dies sind übrigens Sportverbände, die ähnlich viel oder gar mehr aktive Mitglieder als der DTTB haben.
Was übrigens bezeichnend ist auch das Desinteresse des Gros der TT-Aktiven am eigenen Spitzensport. Nur eine Minderheit kennt den aktuellen Weltmeister und ich bin sicher weniger als die Hälfte aller Vereinsmitglieder hat je ein TT-Bundesligaspiel live verfolgt.
Und dabei nehme ich mich gar nicht aus. Ich hab in den letzten zehn Jahren höchstens ein halbes Dutzend meiner Punktspiele in der Kreisliga versäumt. Zu den Spielen unser ersten Damenmannschaft in der 2. Bundesliga habe ich in diesem Zeitraum leider nicht den Weg in die Halle gefunden. Und ich habe dabei auch nicht das Gefühl etwas verpaßt zu haben, denn wie viel andere Teams im Leistungsbereich fehlt den Aktiven jegliche Bindung zum Rest der Abteilung, da sie nur zu den Spielen anreisen und im nächsten Jahr eh bei einem anderen Verein spielen.
Diese Söldnermentalität und der fehlende Temgeist (man kann es vielfach auch als Egozentrik bezeichnen) großer Teile der Leistungsspitze verhindern eine tragfähige Identifikation der Basis mit ihren "Helden". Überhaupt geht die Entwicklung im TT-Leistungssport mehr und mehr in Richtung Individualsportart. Dauerhaft Zuschauer gibt es nur dort wo die Leistungsträger anerkannte Leitfiguren sind, die für ihren Verein stehen.
Im Klartext: den edlen Wünschen unserem Sport zu mehr Medieninteresse zu verhelfen, stehen die traurigen Realitäten entgegen. Und die Entwicklungen der letzten Jahre geben wenig Hoffnung auf Besserung.
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