Regeländerungen sind nunmal ein notwendiges "Übel".
Manchmal bringen sie Nachteile mit sich, manchmal verbessern sie die alten Zustände.
Ich trauere zum Beispiel (Achtung: Subjektive Meinung) der Möglichkeit nacht, die Beläge der VH und RH in den gleichen Farben zu halten, nach.
Aber damit mussten wir uns damals abfinden.
Zu den 3 hier genannten Positionen will ich auch einige Worte loswerden:
1) Der grosse Ball:
Es gibt sicher Spieler, die spielen mit grossen Bällern lieber, während anderen kleine Bälle bevorzugen.
Ich denke, dass hier im Endeffekt kein wirklicher Vorteil für die Attraktivität unseres Sports kreiert wurde.
2) Der Satz bis 11:
Mir persönlich als Spieler gefallen beide Spielweisen, es kommt jedoch auf den Gegner an
Als Zuschauer fand ich die Sätze bis 21 spannender, da es dort, wie schon erwähnt, zu mehr langen Ballwechseln kam.
Ausserdem spielte der Aufschlag im Vergleich zu heute eine untergeordnete Rolle.
Ich kann mich an Spiele erinnern (zum Beispiel ATSV Saarbrücken VS TTC Jülich), wo ein Jan Ove Waldner und ein Erik Lindh ein wahres Feuerwerk an Ballwechseln boten, und das minutenlang.
Das war eines der besten Spiele, die ich je gesehen habe.
Auch heute gibt es noch tolle Ballwechsel, aber sie sind seltener geworden.
Auch ein Nachteil der kurzen Sätze ist es, dass man sich deutlich mehr konzentrieren muss, was natürlich für alle Spieler gilt.
Ein oder Zwei Fehler, und der Satz ist verloren.
Der Druck ist hier deutlich grösser, schon zu Anfang eines Spieles.
3) Aufschläge:
Ich hab in einem anderen Thread schon was dazu geschrieben.
Dennoch hier einige Ausführungen.
Es ist schwer, festzulegen, ob ein Aufschlag richtig oder falsch war (für den Betrachter), obschon die Regeln recht eindeutig sind.
Ich finde aber, dass eben genau diese Aufschlagregel in der Form dem Spiel nicht gut tut.
Der Vorschlag, dass der Ball über Kopfhöhe zu werfen, finde ich subjektiv betrachtet weniger gut, ein Aufschlag wird dadurch deutlich schwerer durchzuführen sein.
Hier könnte das Spiel auf beiden Seiten (je nach Aufschlaggüte) noch schneller und kürzer gemacht werden.
Schlechter Aufschlag = Kurzer Ballwechsel
Es geht doch nicht darum, wie hoch ein Spieler den Ball wirft, das Problem liegt eher darin, wenn ein Spieler den Ball wirklich deutlich verdeckt (zum Beispiel beinahe den Rücken zudreht oder unter dem Tisch).
Das deutlich zu regeln, sollte vielleicht reichen.
Was die Anzahl der Aufschläge angeht:
Im Moment wird alle 2 Aufschläge gewechselt.
Alternativen würde es sicher auch hier geben:
- Pro Satz alle Aufschläge für einen Spieler, bei Entscheidungssatz Wechsel nach Halbzeit
- Pro Satz 5 Aufschläge auch bei 11 Punkten
- Wechsel nach 3 Punkten
- Bestehende Regelung Wechsel nach 2 Punkten
und so weiter und so fort......
Egal welche Regelung hier getroffen wird, sie wird nicht jeden zufriedenstellen.
Zitat von Rudi Endres:
Wobei eine Weiterentwicklung auch negativ sein kann. Für manche Ligaspiele müsste man Schmerzensgeld bekommen. Mich wundert nicht, dass sich kaum Sponsoren finden. Mich wundert höchstens, dass sich überhaupt noch welche finden. Schnell gewonnene Punkte sind aus Expertensicht optimal, aber selbst für fachkundige Zuschauer häufig eine Zumutung. Es gibt auch schöne Spiele. Leider viel zu selten.
Wer keine Regeländerungen will , darf sich über den schwindenden Stellenwert des Tischtennissports nicht beklagen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jede Reform erfolgreich sein kann. Man sollte ausgiebig testen, bevor man eine Regel ändert.
Rudi spricht hier deutliche Worte.
Verbesserungen kann man nur erzielen, wenn man Neues probiert.
Wer jedoch dem Neuen keine Chance gibt, kann auch nichts verbessern.
Nicht alles, was verändert wird, ist gut.
Aber auch nicht alles, was schon da war, ist gut.
Das gesunde Mittel zu finden, muss das Ziel sein, für den Sport.
Tischtennis kann für den Laien-Zuschauer nur attraktiv sein, wenn lange und spannende Ballwechsel geboten werden, die dann und wann auch sehr spektakulär sind.
Daran muss man arbeiten, wenn man nach aussen hin attraktiv sein will.
Wie bereits von anderen erwähnt, wird Tischtennis nie die Akzeptanz von anderen Sportarten, wie Fussball, in der Fernsehwelt haben, aber das kann auch nicht das Ziel sein.
Erstes Ziel muss einfach sein, mehr Akzeptanz als bisher zu finden.
In diesem Sinne.....