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Alt 18.06.2002, 14:01
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Zitat:
Original geschrieben von Motion - man
@Aloel:

Richtig, natürlich muss man zwischen Israel, einzelnen Personen oder Vereinen differenzieren. Die Vergleich eines Herrn Karsli (der Moslem ist) mit Nazi - Methoden Israels war mit Sicherheit auch von Hass geprägt und mindestens genauso provozierend und bewusst falsch aufgestellt, wie die Antisemitismus - Debatte bezüglich der FDP von Herrn Friedmann. Er hätte seine (berechtigte) Kritik gegenüber der israelischen Aussenpolitik (bzw. insbesondere der des Ariel Scharon) viel sachlicher anbringen müssen.
Da sind wir uns 100%ig einig.
Auch ich stehe der israelischen Politik übrigens sehr kritisch gegenüber, gerade die Siedlungspolitik ist Eskalation pur.


Zitat:
[i]
Zu dem Thema, dass auch Taktik (wehret den Anfängen) hinter Friedmanns Äusserungen stehen: Ist einleuchtend. Ich denke aber, dass es genau die falsche Taktik ist, denn die Leute, die eh schon etwas auf dem rechten Holzweg sind, werden sagen:" Guck dir diese Juden an, kaum kritisiert man sie mal ein bisschen, fangen sie gleich wieder mit diesen Nazi - Vergleichen an, alles das gleiche Drecksvolk" o.ä.! Wenn der Zentralrat vielleicht in der Form reagiert hätte, dass man sagt:" Diesen Vorwurf müssen wir uns nicht gefallen lassen. Nicht alle Juden stehen hinter der Aussenpolitik eines Scharon. Aber bitte versteht uns auch mal: (Schilderung der Situation aus Sicht der jüdischen Bevölkerung, usw.)", dann wüsste ich nicht viele Argumente, die ein politisch Unentschlossener dem entgegensetzen sollte.
Ich meine damit, dass das evtl. Ziel Friedmanns auf seine Weise verfolgt genau ins Gegenteil umschlägt.
[/B]
Solch eine Reaktion hätte ich mir von Friedmann auch eher gewünscht.
Solange es allerdings tatsächlich Sprüche wie den von Dir beschriebenen in Deutschland gibt, gibt es also auch Antisemitismus in Teilen der Bevölkerung. Und dann ist es schon wichtig, den Rest der Bevölkerung dafür zu sensibilisieren und jede Entwicklung hin zu einer Duldung von antisemitischen Äußerungen klar zu stoppen. Dazu gehört das Anprangern gereade von Politiern, die in irgendeiner Weise Antisemitismus zu bagatellisieren versuchen.
Aber wie gesagt, ich gebe Dir Recht, daß gerade bei Kritik gegen Israel auch der Zentralrat aufpassen muß, daß er eine Trenung zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus machen muß.



Zitat:
[i]
Dazu kommt natürlich noch die Tatsache, dass in Zeiten des Wahlkampfes viele Politiker sich jetzt dazu genötigt fühlen, dem Zentralrat, sowie der jüdischen Bevölkerung dermassen in den A... zu kriechen, dass es zu Neid und Missgunst in einigen Gesellschaftsschichten kommen wird, die dann schon wieder aus Protest rechts wählen könnten. [/B]
Ich glaube allerdings nicht, daß aus wahltaktischen Gründen versucht wird, den 140 bis 160 Tausend Juden in Deutschland in den A zu kriechen. Dazu wäre eine solche Wählergruppe zu klein.
Vielmahr habe ich die Befürchtung, daß die FDP wirklich versucht, ein Wählerpotential am rechten Rand für sich zu erschließen. gerade solche Leute, die sich selber nicht als rechts bezeichnen würden, am Stammtisch dann aber schon gerne Sprüche über "die Juden" hören und auch selber bringen, machen ein wesentlich größeres Wählerpotential aus, das die FDP ansprechen will, da sie von den anderen großen Parteien niemal genug Zualuf bekäme um ihre Ziele (18 %) zu ereichen.
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