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AW: Die Einzel-WM auf Eurosport (21.-27. Mai)
Von den Tischtennisinteressierten aus meinem Bekanntenkreis wußten die allerwenigsten, daß es überhaupt eine TT-EM Berichterstattung auf Eurosport gab. Wenn ich ein erstklassiges Produkt habe, aber niemand davon weiß, muß ich mich nicht wundern, wenn ich es nicht verkaufen kann. Ohne Vermarktung geht nichts auf dieser Welt. Meinungen müssen gemacht werden, Interessen müssen geweckt werden. "Hast du schon von dem Boll gehört? Das ist der beste deutsche Tischtennis Spieler aller Zeiten. Ein echter Champion! Der wird mal alles gewinnen. Den müßt ihr euch ansehen!" Genauso wars früher als Boris Becker Wimbeldon gewonnen hat. Niemand kannte ihn. Dann war er im Achtelfinale und es gab in der Tagespresse eine 3 Zeilennotiz. Im Viertelfinale waren es dann schon ein paar mehr Zeilen. Und im Halbfinale hagelte es große Berichte und Liveübertragungen - nicht weil die Sportart so interessant war. Tennis hatte bis dato niemand interessiert. Aber daß plötzlich ein 17-jähriger im Endspiel stand, was nur ein Deutscher jemals zuvor geschafft hatte, das brachte die Massen vor die Flimmerkisten und man sprach sogar offen auf der Straße darüber. "Hast du von dem 17 jährigen Jungen gehört? Dem Tennisspieler?" Das Endspiel war das erste Tennisspiel, das ich in meinem Leben je gesehen hatte. Aber ich erinnere mich noch ganz genau an die Einzelheiten. Ich hatte keinerlei Regelkenntnisse, aber ich wollte dabei sein und die Sensation miterleben.
Wenn man etwas erreichen möchte, dann darf man im Angesicht der vermeintlichen Unmöglichkeit seines Wollens eben gerade nicht vor dem "so unabänderlichen Lauf der Welt kapitulieren", sondern man muß das tun, was einem möglich ist.
In diesem Sinne tun wir normalbegabte Forumsteilnehmer das uns Mögliche, d. h. wir schreiben darüber, wir diskutieren darüber und wir versuchen die uns gebotene Kommunikationsplatform dahingehend zu nutzen, daß unser Anliegen im Gespräch bleibt. Wer mehr tun kann, soll es machen, aber jeder sollte zumindest etwas tun und sei es nur darüber öffentlich zu reden.
All das ist wesentlich aufgeklärter und erfolgsversprechender als vermeintlich rationaler Defätismus a la "Man kann es nicht ändern, es ist halt so. Das müßt ihr doch einsehen. Was ihr tut, ist vollkommen umsonst!"
Nein! Wir tun trotzdem etwas, weil es uns wichtig ist.
Geändert von Chinabomber (16.04.2007 um 22:07 Uhr)
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