Zitat:
Original geschrieben von TheoneandonlyChris
interessanter Post, aber ich äußere mich nicht mehr zur Sache, denn Volkmar könnte es ja wieder so drehen dass ich ein Antisemit und Nazi bin Und dir blüht wohl das gleiche, wenn er den Post findet
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Habe ihn gefunden
Wie von anderen auch schon gesagt worden ist: Das ist keine Frage der Meinungsfreiheit. Herr Möllemann hat dasselbe Recht zu sagen, was er denkt wie Herr Karsli oder Herr Friedmann - oder wie irgendjemand hier im Forum. Und für alle gilt dasselbe: Wer sich mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit begibt, muss mit Kritik rechnen.
Nur sollte man zwei Dinge nicht durcheinander werfen: Berechtigte Kritik an Israel - ich bin mit deren Politik auch nicht einverstanden, weiß aber im Moment auch nicht, wie es besser gemacht werden kann - ist legitim. Nicht in Ordnung ist, diese Kritik mit antisemitischen Stimmungen zu unterfüttern wie es Möllemann und andere getan haben.
Ich möchte auch weg von dem verkrampften Umgang mit der deutschen Vergangenheit. Was geschehen ist, ist geschehen. Das heißt aber nicht, dass das, was in deutschem Namen von Deutschen anderen Menschen angetan worden ist, nicht mehr Leitbild des deutschen Staatsverständnisses und auch des eigenen Verhaltens und Redens den Betroffenen gegenüber zu sein hat. Richtig ist: Die Generation, die nach 1945 geboren ist, hat mit dem Holocaust unmittelbar nichts zu tun. Sie sind keine Täter. Das bedeutet aber nicht, diese Generation geschichtslos ist und nicht im Kontext der Geschichte steht und handeln muss.
Mir kommt es in einigen Beiträge so vor, als ob sich die Deutschen selbst in die Opferrolle flüchten. So wie es einmal ein deutscher Politiker der Nachkriegszeit formuliert hat: "Ein Volk, das solche wirtschaftlichen Leistungen zustande gebracht hat, hat ein Recht, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen." Dieses Recht gibt es nicht.
Juden haben das anders formuliert: Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen. ÜBer die Bedeutung dieses Satzes sollten einige mal nachdenken.
Um auch das mal klar zu stellen: Ich unterstelle keinem, Antisemit zu sein oder sich vergangene Zeiten zurückzuwünschen. Aber dann ist mehr Sorgfalt im Reden und Schreiben gefordert als in dieser Diskussion hier im Forum teilweise offenbart wurde.
Gruß, Volkmar