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AW: Warum beim Punktspiel nicht alle Spiele ausspielen?
@Günter: Ich stimme Dir in fast Allem zu und ärgere mich auch schon seit 20-30 Jahren über diese auch mir unsinnig und ungerecht scheinende Regelung! Außerdem finde ich, dass Du mehrere sehr gute (und keinesfalls rein subjektive) Argumente gebracht hast, und, anders als die 4 bisherigen "Antworter" es sehen, diese auch meist schlüssig sind und die Gegenargumente deutlich überwiegen.
Einzig die leichte Konzentration auf die Top-Ligen finde ich falsch, denn
- zwar gelten auch hier die meisten Argumente, in den unteren Ligen aber gelten die wichtigsten 2 noch stärker (das nicht nur 1 Einzel spielen Wollen, wenn man schon mal 1 h Auto gefahren ist .. + die jetzt fehlende Gerechtigkeit, dadurch dass nur bei Durchspielen pro Paarkreuz beide gegen die GLEICHen Spieler spielen und nur so auch verGLEICHbare Ergebnisse erzielen können);
- wie Renè schon schrieb, gibt es in der 1. Liga eben mehr Beteiligte => mehr Interessen => Es ist schwerer zu beurteilen und auf 1 Nenner zu kommen.
@Rahul: Dass die "breite Masse..Mannschaftskämpfe vor allem wegen des..sozialen Rahmens bestreiten und nicht, um möglichst viele einzelne Partien auszutragen", kann ich mir ÜBERHAUPT nicht vorstellen (und würde ja unseren Sport total abwerten / gegen jede andere gesellige Aktivität austauschbar machen). Woher hast Du denn diese "Erkenntnis"?
Wenn es einen "Einbruch..bei Ranglistenspielen und Turnierenspielen" gibt, ist das zwar Schade, zeigt aber nur, dass viele eben nicht bereit sind, ganze Tage/Wochenenden fürs TT zu "opfern". Es zeigt keineswegs, dass sie nicht, wenn sie schonmal in der Halle sind, auch alle möglichen 3 Matches spielen wollen.
@Dirk/Fastest115: "viele Argumente dagegen?" Ich finde eigentlich, dass Ihr alle 4 zusammen nur 3-4 aufgezählt habt, und dass diese allesamt zwar gelten, aber deutlich schwächer sind, als dargestellt.
Also:
- Die denen gewinnen/aufsteigen am wichtigsten ist, sind so ehrgeizig und Tischtenis-verrückt, dass mit Sicherheit die meisten von ihnen auch lieber beide Einzel spielen würden.
- DIE "Dritte"n, die "evtl am besten garnicht spielen" wollen, dürfte es gar nicht geben! Und die anderen "Dritte"n, denen das Bier/Essen zumindest WICHTIGER ist als das Spielen selbst, sind hoffentlich stark in der Minderheit + sollten, da es hier nun mal in 1. Linie um Sport geht (und frühestens in 2. Linie um Geselligkeit), nur 1/2 "Stimmrecht" haben. ;-)
Das Problem mit den wenig interessanten 4./5. Matches NACH dem 3 Punkt (Davis-Cup) ist mit unserem hier nicht vergleichbar.
Denn - und dass haben alle Antworter bei mehreren/ihren Haupt-Argumenten übersehen/vernachlässigt! - wir reden hier nicht vom K.o.-System, bei dem es wirklich egal ist, wie hoch der Sieg ausfällt. Wir reden von Ligen, in denen nunmal bei gleicher Punktezahl das Spiel-Verhältnis entscheidet.
Daher dürften die angesprochenen Probleme mit mangelnder Motivation in jenen letzten Spielen zwar nicht völlig verschwinden, aber doch um ein Vielfaches kleiner sein, als bisher dargestellt (eher 20 als 100%). (Sogar andere Spieler einzusetzen käme einem Eigentor nahe und ist ja außerdem eh nicht möglich).
Das mit "gerade den Aufstieg verspielt" ist ein Sonderfall, denn so etwas passiert a) nur in 1 Spiel pro Saison und b) nur 1 oder 2 Mannschaften => 5% der Spiele von 10-20% der Mannschaften = nur 0,5-1% aller Spiele!
Nein, es gibt keinen "Widerspruch" zwischen Spielen Wollen UND Motivation aus einer Siegchance zu ziehen. Für fast jeden Spieler dürfte doch BEIDES gelten. Nur, wie Günter auch erklärt hat, ist das TT-Spielen selbst nun mal der Haupt-Grund, warum wir überhaupt zur Halle fahren. Die Motivation zu siegen dagegen erst der 2.e. (Sonst könnte man ebenso gut Schach oder Billard spielen oder einen anderen Sport betreiben.)
Falls solche Regelungen tatsächlich auf Bezirks- oder gar Kreisebene eingeführt werden können, a) ist es natürlich schlecht für unseren Sport im Allgemeinen, da Kuddelmuddel, b) we/ürde ich es bei uns aber SOFORT vorschlagen.
@Renè/:tischtennisguru: Das mit dem dann nicht mehr in 20-40, sondern 100% aller Spiele späten Ende, ist zwar zu bedenken; "in seinem Job beeinträchtigt" etc. ist aber doch ein WENIG übertrieben. Schließlich dauern die Spiele, in denen alle 16 Matches gespielt werden, eher selten über 4 Stunden, so dass man, incl. Duschen etc., meist um 23.30, selten um 24/0.30 fertig wäre. Und selbst der, dem dann Bier / Geselligkeit wichtiger ist als Schlaf, könnte um 0.30 - 1.30 zu Hause sein (und müsste dann eben das Bier mit 1 h Schlafverzicht "erkaufen" ;-) ).
Ich finde, das die Vorteile der Durchspiel-Regelung tatsächlich SEHR deutlich überwiegen, so das eine solch "radikale Änderung" sehr wohl möglich sein sollte.
Natürlich müsste man repräsentative Umfragen durchführen (inkl. vorangehender Aufklärung, damit alle Faktoren bedacht werden), um herauszufinden, was die Mehrheit will.
@Andreas/aleol: Alles, was Du schreibst, stimmt zwar teils, wird aber eben durch die Sehr-wohl-Wichtigkeit des Spielverhältnisses extrem relativiert.
Marcus Drewsen
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