Anfang 20. JH lebten sehr viele Japaner in Schanghai. Parallel zu der Einfuehrung des TT durch Herrn Wang (s. o.) wurde auch in den japanischen Fabriken und Schulen in Schanghai mehr und mehr Tischtennis gespielt. Ein "Tischtennis-Club der Japaner in Schanghai" wurde gegruendet.
Maerz 1918 gruendete Mitglieder der Shanghai Morale Association (ein linksliberaler Anti-Luxus-Verein, gegruendet 1911) den Chinesischen Tischtennis-Verband Schanghai. Kurz spaeter gruendete der Verband den Chinesische Tischtennis-Forschungs-Verein (das Wort "Forschung" in den Name kommt von gewissem japanischem Einfluss, denn Clubs in Japan nennen sich traditionell gerne XYZ-Forschungs-Club), der aktiv um Mitglieder warb.
Im Fruehjahr 1923 fand vermutlich das erste TT-Turnier in China statt, zwischen
St. John's University, Nanyang College (heute
Jiaotong University, wo Liu Guoliang derzeit Personalwesen studiert), Shanghai YMCA (gegruendet 1900) und dem Japanischen Jugendverein Schanghai (gegruendet 1890).
1924 fand die erste Schanghait-Mannschaftsmeisterschaft statt. Sehr viele Mannschaften nahmen daran teil, allein die Vorrunde bestand aus 11 Gruppen. Am Ende siegte der oben erwaehte Tischtennis-Forschungs-Verein.
1925 fand das erste internationale Turnier, den Akiyama-Cup, statt. Es war ein halbjaehrlicher Mannschaftskampf zwischen China und Japan, genauer gesagt Chinesen aus Schanghai und Japaner in Schanghai. Das Turnier wurde von der damaligen Mitsubishi-Vertretung in Schanghai gesponsort und wurde nach deren Chef Akiyama benannt. Dieser wollte eigentlich damit die Ueberlegenheit der Japaner gegenueber den Chinesen demostrieren, jedoch gewann die Chinesen bis 1927 fuenf aus sechs Male (9:2, 6:5, 5:6, 7:4, 7:4, 8:3), worauf hin der gute Akiyama keine Luft mehr hatte, das Turnier weiter zu sponsorn.
Die aus japanischer Sicht unerwartete Niederlagen beim Akiyama-Cup sorgte in Japan selbst fuer gewisses Aufsehen, also lud der Japanische TT-Verband die chinesische Spieler nach Shanghai. Eine Delegation mit fuenf Spielern aus Schanghai ging nach Japan ging nach Osaka und schlug die Japaner mit 4:2. Es war bis zur Gruendung der Volksrepublik 1949 das einzige Mal, dass China gegen Japan gewann.
1935 fand die 6. Nationale Spiele (nicht zu verwechseln mit den jetzigen Nationalen Spielen, die erst nach der Gruendung der Volkrepublik begann) statt. Der Chinesischen Tischtennis-Verband Schanghai nutzte diese Chance, um den Gesamtchinesischen Tischtennis-Foerderungs-Verein zu gruenden und die erste Nationale Tischtennis-Meisterschaft parallel zu den Nationalen Spielen (bei der TT kein Disziplin war, da es ausserhalb von Schanghai noch nicht verbreitet war) abzuhalten. 8 Mannschaften, die jeweils eine Stadt repraesentierten, nahmen daran teil, und die Besten von ihnen konnten schliesslich bei den Nationalen Spielen einen Schau-Wettkampf anbieten. Bei den naechsten und vorerst letzten Nationalen Spiele 1948 (nach 13 Jahre Kriegspause) gehoerte TT dann schon zur offiziellen Disziplin. Dort allerdings gewann Schanghais Herren und Damen jeweils nur Silber, Gold ging an Taiwan und Hongkong.
In der dreissiger Jahren war TT in Schanghai aeusserst populaer, es gab mehrere Hundert Mannschaften und mehrere Duzende Pokalmeisterschaften, gesponsort von verschiedenen Unternehmen. Selbst waehrend der Kriegszeit wurde munter weiter gespielt, allein zwischen 1940 und 1941 waren in den Zeitungen Berichte ueber 33 TT-Turniere in Schanghai zu lesen.