Zitat:
Zitat von Rudi Endres
Ein Sport muss für Lieschen Müller verständlich und im Wortsinn ansehlich sein. Und es braucht einen Superstar als Zugpferd. Den haben wir (noch) nicht. Drücken wir Timo Boll die Daumen.
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Genau das trifft den Punkt !
Das Zugpferd erreicht man durch die Möglichkeit einer Identifikation mit einem Spieler. Identifikation entsteht durch Einzigartigkeit, diese gibt es, aufgrund der mangelnden Vielfalt der verschiedenen Spielertypen aber nicht mehr und dies wurde durch die einseitige und zu extreme Materialentwicklung verursacht. Es kann heute keinen Blockspieler, Abwehrspieler reinsten Wassers, Halbdistanzspieler oder die unendlich vielen Mischformen dazwischen mehr geben, weil die einfach keine Chance mehr hätten. Es hat sich ein Einheitsbrei entwickelt, bei dem sich keiner mehr hervorhebt (zumindest nicht für die Masse).
Lieschen Müller möchte gerne Spannung erleben beim Sport, da sie ansonsten auch nichts von der Sportart versteht. Spannung entsteht aber nur durch die Möglichkeit eines Kampfes der Akteure und dieser Kampf muß sich auch offenbaren (man denke an die schon berühmte Beckerfaust). Würde man diese Möglichkeit schaffen, entstünden automatisch auch wieder längere Ballwechsel und diese würden mehr Athletik der Akteure erfordern und diese auch herausstellen. Diese Athletik ist ein weiteres optisches Merkmal für Müller Lieschen, das es sich hier um "echten" Sport handelt und nicht bloß um ein Strategiespiel (dies bedeutet ja lediglich, das man ein den gesamten Spielverlauf umfassendes Vorgehen entwickeln muss; beim TT gibt es aber auch die körperlichen Aspekte, deshalb ist es ja auch gerade kein Strategiespiel wie z.B. Schach sondern ein Sport). Ich möchte also keine Athletik, wie einige hier geschrieben haben, als Selbstzweck, sondern endlich wieder eine Möglichkeit der Identifikation und der Spannung und diese nicht nur für Insider, sondern besonders für Lieschen Müller.