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Hier paßt es am besten rein
Boll ist sicherlich nicht unfit. Dennoch ist im athletischen Bereich bestimmt noch was zu machen. Eventuell sollte er mehr Vorhand spielen.
Im Rückschlag fehlt der ein oder andere Spritzer Aggressivität.
Und beim Aufschlag gäbe es sicher auch noch eine große Bandbreite an Variationsmöglichkeiten.
Das größte Problem ist allerdings der mentale Bereich und dabei ganz und gar nicht unbedeutend, wie schon von jemandem notiert, daß er in Europa schlichtweg unterfordert ist. Hier gewinnt Boll die meisten Matches, auch wenn er nicht 100% Leistung abruft.
Europameistertitel sind schön und gut, aber der Titel Roßkopfs 1992 ist meiner Meinung nach wesentlich höher zu bewerten eben aus dem Grund, daß man sich damals beim kontinentalen Titelkampf noch gegen eine Reihe anderer Spieler auf absolutem Weltniveau durchsetzen mußte. Heute wäre man eigentlich komplett wahnsinnig, in einem Spiel auf europäischer Ebene gegen Boll zu setzen, es sei denn, er tritt gegen Samsonov an. Dabei hat dieser seine Prime Time nun auch schon überschritten und ist bei der Vergabe von internationalen Titeln kein echter Maßstab mehr.
Ansonsten habe ich irgendwie vernommen, daß Boll der Zusammenarbeit mit dem vom DTTB engagierten Psychologen nicht ganz so offen gegenüber stand. Wenn ihm das nicht liegt, könnte mit den Störmethoden, wie die Chinesen sie anwenden, trainiert werden.
Rücktrittsforderungen gegenüber Prause sind in jedem Fall vollkommen überzogen, zumal man nicht weiß, was genau besprochen wurde.
Kritisch ist die Situation vor Satz 3. Behält man die ursprüngliche Taktik, nachdem die ersten Sätze knapp und auch unglücklich weg gegangen sind?
Oder probiert man etwas Neues? Die Entscheidung ist schwierig, im Nachhinein ist es einfach zu sagen, was Neues wäre besser gewesen. Aus psychologischer Sicht spricht hingegen einiges dafür, etwas Neues zu versuchen.
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