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AW: Für TT - Fußball - Verrückte!
Berlin soll ja immer eine Reise wert sein. Stimmt, dem kann man nur zustimmen. Bereits am vergangenen Freitag haben wir um 15 Uhr die Anreise in Angriff genommen. 9 Stunden Fahrt durch unzählige Staus, wir hatten unsere private Unterkunft erreicht. Eine Berliner Döner – Bude mitten in Köpenik, direkt neben dem Rathaus, wo der Hauptmann steht, die erste Nacht danach haben wir noch ruhig angehen lassen.
Samstag morgen, ein schöner Tag, um Deutscher Pokalsieger zu werden, dass war uns allen klar, ohne wenn und aber, keiner hatte eine Niederlage im Hinterkopf. Nach dem Frühstück, einkleiden und ab zur Fanmeile. Vorbei am Bundestag, und schon war man mitten drin und nicht nur dabei. Ein friedliches Miteinander, die Fangesänge, das ein oder andere Bier, alles passte bisher. Es war ein super Gefühl, so eine gemeinsame Party habe ich mit dem Schalkern noch nie erlebt. Und dann kamen die Sander – Jungs. Etwas angeschlagen haben sie ja ausgeschaut, vom Tag zuvor. Auch die Sander waren bereits am Freitag in Berlin. Die Fangesänge – Schlacht auf der Fanmeile, ganz klarer Vorteil für den Glubb. Wenn ich die Anzahl der Fans aufteilen sollte, würde ich sagen 55 zu 45 Prozent für den Glubb. Die Fan – Betreuung hatte sich was einfallen lassen, um unsere Anzahl zu erhöhen. 4000 Eintrittskarten hat man den Damen aus Duisburg abgekauft, die konnten ihr Kontingent nicht erfüllen. Somit war eine kleine Übermacht geschaffen. Um 15.30 dann der Abmarsch Richtung Hauptbahnhof mit anschließender S-Bahn Fahrt zum Olympiastadion.
Dort angekommen, die einzige Enttäuschung an diesen Wochenende. So eine Steinburg soll eines der schönsten Stadion in ganz Deutschland sein? Mein Sohn Christian hatte die richtige Antwort. Sieht ja aus wie eine Stierkampfarena oder eine Galtiatoren – Burg. Wirklich enttäuschender Anblick von außen. Das Fan – Fest vor dem Stadion kaum besser, da hatten sich die Berliner nichts einfallen lassen. Um 17 Uhr musste ich mich von meiner Truppe trennen, ich war von einem der wichtigsten Wirtschaftsbosse Deutschlands in seinem VIP – Bereich eingeladen worden. Aber erst einmal kam der große Regen, alle wurden nass, ohne Chance auf entkommen. Der VIP – Bereich in Berlin, na ja, natürlich ist dort alles, was man sich vorstellen kann, ich muss aber zugeben, ich wäre gerne in meiner Kurve mit all meinen Jungs und Mädels sowie den Ultras gestanden, hätte auch Shrimps und Champus gerne verzichtet, aber manchmal muss man sich auch gegen das Gute entscheiden und für die Polster – Sessel. 19 Uhr, der Abmarsch Richtung Mittellinie. Man muss zugeben, es ist ein ganz andere Perspektive von dort, immer möchte ich aber nicht so sitzen. Was für eine Stimmung, was für ein Gefühl im Bauch. Es sollte „unser“ Abend werden. Die Fangesänge zu dieser Zeit auf gleichem Niveau, nur Herbert Grönemeyer stört vor Spielbeginn, den kaum eine wahrnimmt in dieser Steinburg. Aber dann, kurz vor Spielbeginn der erste Sieger, die Club – Fans. Eine Choreographie von besten, das sah klasse aus, schwarz rot weiße Fahnen an der Seite, in der Mitte ein riesiges Transparent über den ganzen Block mit dem Glubberer und Pokal unter dem Arm, unten ein Spruchband mit mindestens 100 Meter Länge mit der Aufschrift: Wenn wir schon mal da sind, dann nehmen wir ihn auch mit, dem Pokal !!! Vom VfB nix, außer Fähnchen schwenken.
Zum Spiel – Eher ruhig ging es an. Dann der Schock nach etwa 20 Minuten, der VfB geht durch Cacau mit 1:0 in Führung. Aber erfreulich, kein hängen lassen des Glubbs und unserer Jungs in der Kurve, es ging fröhlich auf und ab. Marek Mintal Fußballgott bringt uns zurück ins Spiel, 1:1, man tat das gut. Anschließend, wieso auch immer brennen bei den VfB Akteuren alle Sicherungen durch. Cacau fliegt vollkommen berechtigt vom Platz, Faustschlag gegen Wolf, und anschließend der üble Tritt von Meira gegen Mintal, ich habe mir die Bilder gerade noch einmal im TV angesehen, so was willst du nicht sehen, es hätte mindestens „Rot“ geben müssen und eine Sperre von mehreren Wochen oben drauf. Alle dachten, Mintal ist weg, und dieses mal für immer, er wird nicht mehr Fußball spielen. Kristiansen muss uns kurz vor Halbzeitpfiff in Führung bringen, war das eine Chance! Und einige hinter mir sagten, der macht nie ein Tor für uns, nie. Halbzeit und ich hatte keine Lust auf Lachs und Häppchen, zu sehr litt ich mit Mintal, Zu sehr leidet man da mit als Sportler, der selbst einmal lange Zeit nicht mehr spielen konnte.
2. Halbzeit – Und gleich der Hammer, wir gehen 2:1 in Führung. Marco Engelhardt bringt uns in den Rausch, der nur noch kurz unterbrochen werden sollte. Die verdiente Quittung für den VfB für das, was kurz vor der Pause geschah. Der VfB gibt aber nicht auf, bleibt gefährlich, obwohl der Glubb das Spiel kontrolliert. Die Fanparty startet in der Kurve, alle drehen durch, sehen sich mit dem Pokal in den Händen. Es passiert aber nichts wirklich aufregendes, bis dann 10 Minuten vor Schluss der bald – Stuttgarter Schäfer ins Spiel eingreift und Gomez von den Beinen holt, Elfmeter, berechtigt und jeder weiß, es steht 2:2, bevor der Elfmeter wirklich geschossen ist, Schäfer hält nie einen. „Richtig“, 1 Minute später steht es 2:2, Schäfer zwar in der richtigen Ecke, aber das war es dann auch. Und nun die schlimmsten 10 Minuten der Glubberer und unserer Fans. Die Enttäuschung über das 2:2 sitzt tief, und bringt den VfB fast noch auf die Siegesstraße.
Verlängerung – Und jetzt gehört das Spiel und die Lautstärke der Fangesänge wieder uns, der VfB ohne nennenswerte Chance, der Glubb besser, aber zur Not zieht unser Trainer Gott Hans Meyer den letzten Joker, lässt Daniel Klewer war laufen. Der Torwart, der uns den Weg ins Finale gehalten hat, der Elfmeter – Killer. Aber diesmal benötigen wir nicht seine ganz besondere Kunst, den Gegner vom Punkt zur Verzweiflung zu bringen. Denn der Mann, der nie ein Tor für den Glubb schießt schlägt zu und haut die Kugel aus gut 20 Meter in den Winkel und nun hat wirklich jeder das Gefühl, das Ding ist gelaufen, wir trinken aus dem 12,5 Liter Pott, und der VfB soll weiter aus der Salatschüssel schlürfen. Nicht böse sein, Stuttgarter, aber das Ding von Meira, das verzeihe ich nicht, das war so übel!!! Armer, armer Marek, hoffentlich kommst du zum x-ten male zurück, der Glubb und wir Fans, wir brauchen dich.
Abpfiff – und ich habe noch nie so viele erwachsene Männer weinen sehen, die Last, die seit dem Abstieg 1969 mit der vorangegangenen Meisterschaft auf uns liegt wiegt groß, gefolgt mit weiteren Aufstiegen und Abstiegen, nie ohne wirklich großen Erfolg. Und nun ist es vorbei, das Geschäftspapier muss umgeschrieben werden, wir, die Glubb – Fans sind wieder wer. Wir waren in Berlin, und wir haben den Pokal. Verdient, das gaben auch die VfB Fans zu, da gibt es echt nicht den geringsten Zweifel. Ich sage Servus zu meinen Geschäftspartner, ich muss in die Kurve, für mich gibt es nun auch kein Halten mehr, die Feier ist in unserer Kurve, und hört nicht mehr auf.
Sonntag, keine Stimme mehr, der Kopf schmerzt, aber um 7 Uhr ist die Nacht rum, wir müssen nach Nürnberg zum Hauptmarkt, das muss jetzt noch sein. 8 Uhr Abfahrt, vorbei an tausenden von Glubb – Fans, pünktlich in Nörmbärch angekommen, um unser Helden zu empfangen. Der Hauptmarkt voll und kaum Platz zum Atmen, sie kommen nicht, die Helden der Franken, sie stecken im Stau im Autokorso. Der Regen kommt, alle patsch nass, wir können die T-Shirts und Trikots auswinden, so regnet es, aber keiner weicht von seinem Platz. Sie sind da, und nun gibt es kein Halten mehr. Wieder Tränen der Freude, jeder der jetzt noch eine Sonnenbrille auf hat weiß wieso, es ist unser Tag, das sagt auch Hans Meyer, obwohl er auch zugeben muss, dass er uns versprochen hatte, dass wir unter ihm nie mehr verlieren werden, was nicht ganz eingetroffen ist, grins, grins, grins!!!
Mein Abschlusssatz gehört aber einen anderen, der es einfach ebenso wie wir Fans verdient hat, diesen Erfolg zu feiern. ARO oder auch Alfred Roth, Präsident der ruhmreichen 1. FCN. Sein einzigartiges Arragement für unseren Glubb gehört gewürdigt, was mit diesem Pokalerfolg dann passierte.
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„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“ - Hoffmann von Fallersleben!
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