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AW: Verbot für glatte Langnoppen ab 1.7.2008
So, da Rudi Endres nun Teile des Artikels in der neuen "tischtennis" zitiert hat, dürfte wohl klar sein, dass es sich keinesfalls um Gerüchte, sondern um einen festen Beschluss handelt.
Interessant ist noch, dass über ein Test-"gerät" berichtet wird, dass dem ITTF-Gremium vorlag und das offensichtlich überzeugt hat.
Dr. Joachim Kuhn (deutsches Mitglied im Material-Komitee der ITTF) wird wie folgt sinngemäß zitiert: "Der Reibungswiderstand soll wie folgt kontrolliert werden: Dazu soll ein Testset mit den Miniaturen von 4 Belägen mit langen Noppen dienen: Ein guter, ein grenzwertiger, ein behandelter und ein gealterter Belag. Diese Muster sollen als Maßstab dienen und das Prüfverfahren ist denkbar einfach: Man nimmt einen Tischtennisball locker zwischen die Finger und streift damit über den zu testenden Belag sowie über die Muster des Testsets."
Der Reibungsgrenzwert wurde auf 25 Millinewton festgelegt.
Kostenpunkt des "Gerätes": Weniger als ein Belag.
Naja, ich lasse mich überraschen.
Nicht ausgeführt wird, ob denn nur der behandelte Belag dann "aus dem Rennen genommen wird". Was ist mit den gealterten Belägen?
Steht zu vermuten, dass nur die Noppen, die dem "guten" gleichen, die Prüfung passieren können.
Alles andere wäre ja auch Wahnsinn und würde nur zu intensiviertem Heimwerken anregen.
Ich halte die Entscheidung nachwievor für völlig wahnsinnig und absolut am Sinn des Sports vorbei.
Das Fähnlein der "Aufrechten" (Neubauer, Hall, Grumbach etc.) fand in der entsprechenden Sitzung wohl kein Gehör oder sie waren z.T. nicht einmal anwesend. Schon erstaunlich, mit welcher Gutsherrenmentalität da zu Werke gegangen wird.
Umso erstaunlicher wird so ein Vorgang wenn man weiß, dass bedeutende Vertreter des Materialkomitees selbst nicht (oder zumindest nicht mehr) aktiv sind, folglich die Dinge gar nicht aus eigener Anschauung beurteilen können.
Wer sich weiterhin aktiv am Spielbetrieb beteiligen will, hat sich nun dieser Entscheidung zu beugen, daran führt kein Weg vorbei.
Randbemerkung von Rahul Nelson, Verfasser des Berichts in der "tischtennis": "Der prominenteste Fall unter den Deutschen ist wohl Amelie Solja. Wie auch alle anderen Aktiven, hat sie nun ein Jahr Zeit, sie umzustellen." Ich halte diese Beurteilung für wahlweise wenig kenntnisreich, zynisch oder einfach nur linientreu.
Ich hoffe ganz stark auf die Kreativität der Grumbachs, Neubauers und Halls. Wenn mit LN-Belägen die nach den neuen Kriterien zuzulassen sind, ein ähnliches Spiel aufgezogen werden kann wie mit GLN, wird es spannend.
Dann bliebe wohl nur noch ein Verbot aller LN - vielleicht gar aller Noppenbeläge.
Vielleicht merken dann ein paar mehr Leute, worauf solche Entscheidungen am Ende hinauslaufen (massive Bevorzugung des beidseitigen Topspinspiels).
Je mehr Leute selbst betroffen sind, desto größer wird der Aufschrei.
Ich bin und bleibe völlig unzufrieden und mit vielen Fragezeichen zurück. Die Haltung der ITTF sowie des DTTB widerspricht allem, was ich bisher unter TT verstanden habe. Anmaßend und selbstgerecht sind die naheliegendsten Attribute.
Alles was im letzten Jahr an Mails und Kontakten hin und her gelaufen ist, lässt sich angesichts dieser Kahlschlagsentscheidung nur als sinnlos verbuchen. Die tw. netten Reaktionen einiger Funktionsträger dienten am Ende wohl nur der zwischenzeitlichen Besänftigung. Schade, ich hatte an mehr persönliche Integrität geglaubt.
Gruß Tom
Geändert von User 1878 (09.06.2007 um 12:43 Uhr)
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