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Alt 16.06.2007, 13:21
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stefan.s stefan.s ist offline
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stefan.s ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Wie spielt Ihr nach dem Verbot der GLN's weiter?

Zitat:
Zitat von Abwehrtitan Beitrag anzeigen
Vorneweg, ich überlege permanent weshalb in unserem Sport ununterbrochen irgendwelche Verbote von Materialien überlegt und teils auch beschlossen werden.

Ich finde es ist völlig legitim jedwedes Material zu spielen, wenn man denn damit TT spielen kann, meinetwegen kann sich jemand ein Stück aus seinem Linoleumboden ausschneiden und mit UHU auf seine Keule pappen. Es ist meine Sache darauf spielerisch eine Antwort zu finden, das gleiche gilt für Belagstärken oder Hölzer, wenn jemand mit ner Blechtafel unter den Belägen spielen kann o.k., auch gut wenn er 5 mm dicke Bremsklötze spielt.

Ich finde zwar die Experimentiererei mit Belägen einen Schmarrn (spiele seit 35 Jahren das gleiche Ensemble (Donic Allplay Holz, Sriver L 2,0 (RH) Tackiness D 2,2 (VH)), aber wer meint sich verbessern zu können solls halt tun. Nach meiner Erfahrung sind es häufig Leute denen das Ballgefühl abgeht, oder die körperliche Defizite ausgleichen müssen, und deshalb nach Materialien suchen die sie dabei unterstützen.

Ich habe noch auf jeden Belag eine Antwort gefunden, ist einfach eine Technik - und Gefühlsfrage. Mich juckt das nicht wenn jemand seine Noppen schleift, oder einen "Geheimkleber" verwendet.

Also pfeift Eure Verbote zurück und laßt jeden kleben nach Herzenslust (mit giftigen Klebern dann halt außerhalb der Halle) und draufpappen was er Lust hat.
Ich habe ja bis jetzt nur (mich) provozierendes von dir gelesen, diesmal allerdings stimme ich dir in vollem Umfang zu.

Ich schrieb schon vor nicht allzu langer Zeit mal was dazu...


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Hallo an Alle!

Jetzt äußere ich mich doch glatt auch mal zu den 'Perspektiven' "unkonventioneller Störspieler etc.", aber nicht konkret am Beispiel A. Soljas, sondern eher am Potential des jeweiligen Materials.

1. TT ist die schnellste Rückschlagsportart; es wird oft in einem Bereich agiert, in dem Reaktion nicht mehr möglich ist und durch Antizipation ersetzt werden muss.

2. TT ist - aufgrund der Ballgröße sowie griffiger Schlägerbeläge - die rotationsreichste Sportart.

Beides - Tempo und Rotation - sind AKTIONSparameter, und damit griffigen NI-Belägen vorbehalten. (Ausnahme Tempo: griffige NA-Beläge)

Das Spiel mit so genannten 'Störbelägen' - Anti, lange griffige Noppen, lange glatte Noppen (kurze griffige Noppen sind naturgemäß anders zu beurteilen) - steht dem mit griffigen NI-Belägen diametral entgegen. Es ist ein REAKTIONSspiel.

3. Der Materialspieler ist also auf - vor allem Rotations- Aktion des Gegners angewiesen, damit sein Spiel überhaupt zum Tragen kommt (wird verstärkt, klar) Kapiert der Gegner - was oft der Fall ist - das Prinzip nicht - gewinnt ein mittelmäßiger Glattnoppenbeherrscher gegen sonst höher einzustufende Spieler.

4. Aber der NI-Spieler hat naturgemäß viel mehr Möglichkeiten, sein Spiel umzustellen:

Er hat die Möglichkeit, Tempo und Rotation zu bestimmen/dosieren.

a. gerader erster Ball, Endschlag mit dem Zweiten
b. schnittloser Schupf, s.o.
c. 'flache Ballonabwehr'
usw. usf.

Das Material 'an sich' benachteiligt eher als es Vorteile bringt.

Natürlich gibt es Leute, die:
a. mit NI nicht so gut spielen, also ist Material das Richtige für sie
b. Leute, die gegen Material nicht können, also bestätigt das die Materialspieler

Meine Erfahrung zeigt, das es immer gegen jedes Material Leute gibt, die es können und solche, die es nicht können. Da wird Klassenzugehörigkeit bisweilen ganz schön aufgeweicht.

Aber: in der absoluten Spitze wird es immer jemanden geben, der kein Problem mit Glattnoppen etc. hat.

Oder: (Vorsicht, ernstgemeinte Provokation) Kein Glattnoppenstörspieler wird jemals ein größeres Brettchenturnier gewinnen können.

Aber auch: absolute Hochachtung vor den Materialexperten, es ist der Hammer, z.B. lange Glattnoppen überhaupt zu beherrschen.
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