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Alt 20.07.2007, 08:49
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stefan.s stefan.s ist offline
Wieder schreibend! :-)
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stefan.s ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: ARD/ZDF steigen aus der Tour-Berichterstattung aus... jetzt mehr TT auf ARD/ZDF??

Zitat:
Zitat von Funktionär Beitrag anzeigen
Na zumindest wird es keinen Streit um die Rechte 2007 geben, da die ARD nun definitiv ausgestiegen ist (s. Homepage ARD).
Die Rechte haben sie noch für 2008 und die Option für 2009 haben sie wohl nicht gezogen.
Wo bleibt eigentlich die Nachricht, dass man sich auch für 2008 zurückziehe?
DAS wäre konsequent!

Ich will das Spektakel weiter sehen. Und wenn ich dabei noch so betrogen werde: ich find's einfach gigantisch spannend, wenn die diese Riesenberge hochhetzen.
Wer damals Klaus Angermann und Tony Rominger mal bei Eurosport hat kommentieren hören, muss einfach von der Tour gefesselt sein. Köstlich der Spruch von Rominger "Müller/Meier/Schulze in Schwierigkeiten", immer wenn einer abreißen lassen musste.
Ich bleibe TdF-Fan, keine Frage.

Was sollen wir denn auch machen? Boykott? Und dann?
Mangels Interesse steigt SAT1 wieder aus. Eurosport zieht sich zurück. In anderen Ländern geht es ähnlich. Sponsoren steigen aus. Es ist kein Geld mehr vorhanden. Wie soll die Dopingproblematik ohne Geld in den Griff bekommen werden?
Ich denke, auch der letzte ist sensibilisiert. Nun muss das ganze Geld, das in dem Zirkus steckt vernünftig in Richtung Dopinbekämpfung kanalisiert werden. Aber dazu tragen wir nicht bei, wenn wir die Tour boykottieren.

Und dann noch eine Sache: wir sollten jetzt auch nicht über jeden einzelnen Radler den Finger erheben. Sind wir doch mal ehrlich. Wer von uns hat denn noch nicht eine vollkommen ungesunde Menge Koffein zu sich genommen, um ein Projekt fertig zu stellen oder weiterlernen zu können? Das ist eine andere Dimension - ich weiss - aber irgendwo versucht doch jeder, in seiner Umgebung klar zu kommen.
Für den Radler geht es um seinen Lebensunterhalt. Er kämpft mit anderen um einen guten Vertrag. Die anderen dopen, was soll er machen? Um eben besser zu sein, als der andere, steigert er seine Dosis usw. usw.
Das ist ein Riesenrad in dem die sich alle bewegen und nicht mehr rauskommen. Natürlich entschuldigt das nicht einen einzigen der Jungs. Ich will damit lediglich mal den Blick auf das wirklich Problem lenken: das System!
Und da gehören wir alle zu.
Wer hat sich denn noch nicht ertappt, dass er enttäuscht war, wenn ein Sprinter "nu" 10,01 Sek. über 100 m lief. Ich erinnere mich, dass im ZDF - oder war es die ARD an diesem Tag? - heftigste Kritik geübte wurde, als in einer der ersten Etappen dieser Tour das Tempo verschleppt wurde.
Das alles trägt doch dazu bei, dass die Anforderugnen immer höher werden.
Mir persönlich ist es vollkommen gleichgültig, ob die Jungs eine Bergetappe mit Bergankunft in einem Schnitt von 36km/h oder "nur" von 32 km/h schaffen. Für mich bleibt die Leistung gleich. Ich würde das mit dem Auto kaum schaffen...
Deshalb ist sicher auch ein Ansatz, dass wir unsere Erwartungshaltungen ein bisschen anpassen. Evtl. sollte man auch drüber nachdenken, ein paar Rekorde zu löschen und neu zu bewerten.

Uff, war wieder viel Meinung! Wenn man einmal so ins Schreiben kommt...

Gruß, Markus
Das meiste haste ja abgekupfert
Deshalb bleibt es natürlich immer noch richtig.

Dieses: "Wir drehen denen den Geldhahn zu, denn die haben uns betrogen; das haben die nun davon" ist unerträglich dumm, eindimensional, arrogant selbstgefällig etc.

Hat jemand gestern die insgesamt unsägliche ARD-Talkrunde gesehen, in der tatsächlich neben Prof. Francke Jörg Jaksche und Herr Frommert die beste Figur abgegeben haben?

Daneben ein herumeiernder Brender (?), der ständig was von Gesprächen faselte und insbesondere auf den Einwand Jörg Jaksches, nicht alles Schlechte liegt bei den Radfahren (Bsp.: Wachstumshemmer bei Chinas Turnkindern) irgendwas von GESPRÄCHEN (ja!) erzählt und wirklich einen ZWEIJAHRESZEITRAUM (wie bei den Radfahrern geschehen) ins Spiel bringt; mit gutem Grund, dann sind die teuer bezahlten olympischen Spiele ja vorbei.

Ausserdem ein blasser, offensichtlich um Aufmerksamkeit und Medienpräsenz bemühter Herr Dankert und eine Frau Schenk, die mich immer an einen wunderschönen Text von Wiglaf Droste ("die tapfere kleine Frau") erinnert hat und die nicht Müde wurde, auf die EINZIGE ansatzweise kritische Frage zu ihrer eigenen Rolle als BDR-Präsidentin zu betonen, sie habe die Konsequenzen daraus gezogen, dass nicht offensiv genug mit dem Thema Doping umgegangen worden sei. Das ist fast schon eine Unverschämtheit.

http://radsportnews.net/2004/schenk.shtml

So viel zur MORAL in diesem Falle...
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