Zitat:
Zitat von stefan.s
Na ja, erklärt hast du immer noch nichts, oder?
Versuch ich's mal.
Vordergründig ist der Satz eine Weltanschauung und es läßt sich eine gegenteilige Position gemäß:
"Wer Intoleranz toleriert ist selber tolerant"
fundieren.
So weit so gut.
Sprachtheoretisch unterliegt dem Satz allerdings ein performativer Selbstwiderspruch, welcher verkürzt besagt, dass ich einem Teil des Satzes etwas behaupte, das durch den anderen Teil des Satzes widerlegt wird.
Das klassische Beispiel dazu ist:
"Ich existiere nicht". Der propositionale Teil des Satzes ("Ich") steht im Gegensatz zum Performativen (existiere NICHT).
Bei Umformung
"Ich toleriere Intoleranz" (nämlich meine eigene!) wird deutlich, dass auch dieser Satz widersinnig ist, oder wie man so schön sagt, leer, ist.
Genug überlegt, oder darfs noch mehr sein?
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Heißt "performativ" nicht, dass man gleichzeitig sagt, was man tut?!?
Egal, will mich mal nicht mit Syntaxanalyse o.ä. aufhalten. Die Frage, die hinter dem Satz von oben steht, ist doch wohl vielmehr, ob eine Demokratie auch antidemokratische Strömungen tolerieren muss oder nicht. So zumindest verstehe ich das.
@ Muesli Bob:
Falls das so nicht stimmen sollte, wär's ja mal angebracht, wenn du den Sachverhalt klärst, dann könnte nämlich auch die Diskussion weitergehen.
Kathi