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Das Problem, daß jetzt mit den besagten Schiris aufgetreten ist, hat ja wie bereits festgestellt nur indirekt mit der neuen Regel zu tun.
Bisher mußte ein Schiedsrichter ja auch beurteilen könne, ob ein Aufschlag regelgerecht war oder nicht.
Wenn da jetzt einige Schiedsrichter noch eifriger darauf achten (oder auch übereifrig, so wie in dem besagten Fall) dann läßt das auf Unsicherheiten bei diesen Schiedsrichtern bezüglich der Anwendung der neuen Regel schließen. Also scheint es auf jeden Fall notwendig zu sein, die Schiedsrichter speziell zu schulen und dafür vom DTTB Verhaltensregeln aufzustellen. Dabei sollte vor allem darauf hingewiesen werden, daß der Sinn der Regel im Mittelpunkt steht, der in der Anmerkung zu 2.6.4 der neuen Regel erklärt wird:
"(Anm.: Absicht dieser Regel ist es, dass der Rückschläger den Ball während des gesamten Aufschlagvorganges sehen kann. Der aufschlagende Spieler bzw. das aufschlagende Paar dürfen nichts tun, was den Rückschläger daran hindern könnte, den Ball von dem Zeitpunkt, an dem er die Hand des Aufschlägers verlässt, sowie die Seite des Schlägers zu sehen, mit der er den Ball schlägt.)"
Zwar heißt es in 2.6.5 auch:
"Es liegt in der Verantwortlichkeit des Spielers, so aufzuschlagen, dass der Schiedsrichter oder der Schiedsrichter-Assistent sehen kann, ob der Aufschlag in allen Punkten der Aufschlagregel entspricht. "
Aber da sollten auch die Schiedsrichter sich etwas antrengen, und sich damit auseinandersetzen, wie man einen regelgerechten bzw. regelwidrigen Aufschlag erkennen kann, auch ohne daß man den Ball sieht.
Denn ein solches Ergebnis wie angesprochen, nämlich auf einer Seite nur RH- und auf einer Seite nur VH-Aufschläge kann einfach nicht Sinn der Regel sein und wird sicherlich auch nicht die Intention der Verantwortlichen wirderspiegeln.
Was den Streit in den unteren Klasen angeht:
Eigentlich ist es ja wirklich ganz einfach: der Rückschläger muß den Ball sehen können.
Und wenn ich den Ball nicht sehen kann und den Aufschläger darauf aufmerksam mache, dann habe ich immer noch Hoffnung, daß es tatsächlich noch etwas von der Fairness in unserem Sport gibt, derer wir als Tischtennisspieler uns immer mit breiter Brust rühmen.
Wer allerdings meint, sich dennoch entgegen der Regel mit verdeckten Aufschlägen einen Vorteil verschaffen zu müssen, der hat viellecht auch vorher schon den Ball bewußt nicht hochgeworfen oder in den Schläger geworfen oder auch bei umstrittenen Bällen die Unwahrheit gesagt.
Nur bei Verstößen gegen die neue Aufschlagregel wird es dann für eine Schiedsrichter schon einfacher, eine Verstoß zu erkennen und zu ahnden.
Aber wie gesagt: die Zukunft unseres Sportes ist jetzt mehr denn je abhängig von der Fairness der Sportler. Und da ist jeder von uns aufgerufen sich an die eigene Nase zu fassen und dafür zu sorgen , daß die Regeln in unserem Spiel nicht zur Farce verkommen, indem wir uns an sie halten. Nicht nur die, denen wir selber zustimmen sondern auch die, die einem jetzt vielleicht Probleme bereiten.
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