Nachdem er im vergangenen Mai vor hundert Jahren das Licht der Welt erblickt hatte, läuft der gute John Wayne ja heuer auf allen Kanälen.
Vorgestern grad der Howard Hawks Klassiker `
Red River´ - heute auf Hessen Drei ab 23.30 Uhr nun ´
The Alamo´. Der liebe John legte sich hier ganz schön ins Zeug: Hauptdarsteller (neben Richard Widmark), Produzent und Regisseur! - Konnte das gut gehen...?
Nun ja, die Story ist zumindest zünftig patriotisch, wird unserm Abwehrtitan sicher gefallen: Im Jahre 1836 leisten knapp 200 Texaner in einem kleinen Fort der Übermacht von 7000 Mexikanern wochenlang heldenhaft Gegenwehr; verschaffen so anderen Widerstandkämpfern genügend Zeit zur Mobilisierung eines Freiwilligenheeres gegen die Besatzungsmacht.
Unter Kritikern ist und war Waynes Opus magnum jedenfalls nicht unumstritten.
Ein Linksstandpunkt: "
...rückhaltlos abgelegtes Credo eines primitiven Rechtsradikalen..." (Uwe Nettelbeck in Filmkritik 5/65)
Ein Rechtsstandpunkt: "
Der Film ist nicht trotz seiner Aussage schön, sondern wegen seiner Aussage..." (Michel Delahaye, ´Cahiers Du Cinema´)
Ein Standpunkt der Mitte: "
Waynes blinder Glaube an die Republik, an eine bestimmte Form der Demokratie, an die Freiheit ist von einer naiven und rührenden Redlichkeit. Vor allem aber haben wir es hier - was schließlich selten vorkommt - mit einem hundertprozentig amerikanischen Werk zu tun; mit allem, was dies an Großzügigkeit und Konfusion, Idealismus und Konservatismus, ständig wiedergekautem Quatsch und Simplizitäten einschließt. `The Alamo´, ein leidenschaftliches und persönliches Werk, zeigt uns, daß John Wayne einen einzigartigen Platz im zeitgenössischen Film einnehmen kann: den eines mittelmäßigen Regisseurs, der ausgezeichnete Filme macht". (Bertrand Tavernier in ´Cinema´, 1961)

´
´