Zitat:
Zitat von Marcus, TTReisen
Auch von mir 1000 Dank für diese interessanten, ausführlichen Infos, Rudi!
Hier nur ein paar konkrete Fragen dazu - falls es Dir nicht zu mühsam ist:
1. "Bei reinem Freizeitsport oder geringer Trainingsintensität" sind "Sportgetränke und Traubenzuckergaben nicht ratsam"?!
a) Wieso DAS denn nicht?
a1) Traubenzucker - später auch als "überflüssig" bezeichnet - wird doch als DIE Energie-Hilfe schlechthin angesehen!?
a2) Sportgetränke werden doch später als nützlich beschrieben. Wie kann denn etwas, das für längere/größere Belastungen gut ist, für kürzere/kleinere Belastungen VÖLLIG unnütz sein?
b) Da zählen doch dann auch Punktspiele hinzu, in denen man ja meist nur 3 Spiele (mit Pause) spielt!?
2. Powerdrinks sind "völlig ungeeignet", Sportgetränke aber geeignet?
Was ist denn überhaupt der Unterschied zwischen Sport- und Powerdrinks?
3. a) "Von zusätzlichen Vitaminpräparaten" rätst Du ab?!
Ich trinke jene Tabletten-Brause - immer abwechselnd Magnesium, Zink, Vitamin C, Mulitivitamin (/Mineral), Eisen, Aloe Vera und Artischocke - (aus mehreren Gründen) als fast einziges Getränk (normal ~1 l/Tag, bei Sport natürlich mehr). Denkst Du, das ist ungesund?
b) "Krankmachende Nebenwirkungen sind nachgewiesen"?
Bei welchen genau denn? (Ich z.B. nehme
- nicht diese hochkonzentrierten, teuren, sondern jene im Gegenteil sehr billigen (1-2 € für 20 Tabletten für je 1 Glas),
- und eben viele verschiedene.
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Wissenschaftlich korrekte Ausführungen würden den Rahmen dieses Forums sprengen. Daher eine allgemein gehaltene Antwort. Ich verzichte auf Fachausdrücke und bitte die Fachleute unter euch, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.
Sportgetränke sollen "Verluste" an Mineralien und Zuckerstoffen ersetzen. Solche Verluste treten beim Freizeitsport eher selten auf. Mit normaler Nahrung kann man fast nicht überdosieren, mit solchen "Konzentraten" sehr wohl. Dies belastet den Organismus.
Der Einfachzucker Traubenzucker gelangt sehr schnell ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt, je nach Menge, steil an. Das Hormonsystem muss den überflüssigen Zucker in der Leber speichern. Auch das ist eine unnötige Belastung.
Normale Punktspiele erfordern keine hoch dosierten Ausgleichsstoffe. Der Verlust ist viel zu gering. Wasser oder Apfelschorle reichen völlig.
Powerdrinks enthalten in der Regel als wirksame Substanz Koffein, welches Mineralstoffe ausschwemmt und sind meist selbst mineralarm.
Die angebotenen Vitamine sind häufig überdosiert. Viele Studien zeigen, dass dadurch Krankheiten ausgelöst werden können. Beispiele: Mehrere Studien zeigten, dass regelmäßige Vitamin C-Gaben das Erbgut verändern. Bei sehr hohen Dosen stieg die Herzinfarktwahrscheinlichkeit an. Versuche in den USA mit Karotinoiden (Vorstufe von Vitamin A) in hoher Dosierung mussten abgebrochen werden, weil die Krebswahrscheinlichkeit deutlich anstieg (Quelle: Udo Pollmer; Europ. Institut für Lebensmittel und Ernährungswissenschaften). Vitamine sind eine eierlegende Wollmilchsau. Pro Jahr werden damit in Europa etwa 3 Milliarden EURO umgesetzt
Glaubt man der Werbung, so nehmen wir alle zu wenig Eisen, sonstige Mineralstoffe und Spurenelemente auf. Vorbeugend Eisen zu nehmen ist nicht unproblematisch. Der Körper senkt nämlich zur Abwehr von Tumoren und Infektionskrankheiten den Eisenspiegel ab (Quelle: Prof. Dr. Dr. Gisela Jacobasch; Nährstoffe im Focus; Uni Gießen 2006).
Die Jodkampagne ist die größte Werbeaktion im Lebensmittelbereich seit Jahrzehnten. Man erhoffte sich weniger Schilddrüsenkrankheiten. Aber, von der Krankheit Hashimoto, die es vor der Kampagne in Deutschland nicht gab sind mittlerweile mehrere Millionen Deutsche betroffen (Quelle: Prof. Dr. Hotze; Schilddrüsenklinik Mainz und Prof. Dr. Jürgen Hengstmann; Urban-Klinik Berlin). Die Schilddrüse wird nach und nach völlig zerstört und man ist ein Leben lang auf Hormongaben angewiesen. Laut Robert-Koch-Institut (2006) nimmt bereits ein Drittel der deutschen Jugendlichen zu viel Jod auf, was viele Krankheiten begünstigt (Quelle: Dipl. oec. trop. Claudia Arnold; ebenfalls Nährstoffe im Focus, Uni Gießen, 2006). Die Werbung geht munter weiter. Ich könnte seitenweise weitere Beispiele bringen und auch belegen.
Fazit: Der Arzt sollte im Fall der Fälle entscheiden. Tabletten ersetzten keine gesunde Ernährung. Außerdem enthalten diese nur wenige der vielen Tausend Substanzen, die in gesunden Lebensmitteln enthalten sind.
Rudolf Endres
Ökotrophologe (Schwerpunkt Toxikologie)