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Alt 07.08.2007, 09:41
Abwehrtitan Abwehrtitan ist offline
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AW: Privat-Insolvenz richtig?

@richie

Du hast hier ein sehr interessantes Thema ausgegraben und ich finde es schade und traurig, daß sich die Mitglieder hier täglich eintragen in Threads wie "guten Morgen " und "gute Nacht", tausende von posts in "Musikthreads", 61 Leute haben jetzt hier reingeschaut und kein einziger EIntrag.

Ich versuche mal etwas Wind reinzubringen.

Früher dachte ich immer, wie doof muß man denn eigentlich sein, wenn man pleite geht, bis ich dann über Scheidung mit Immobilie und Kindern lernte wie nahe man an den Abgrund geraten kann.

Vor 7 Jahren wurde ich geschieden, damit verbunden (schon mit der Trennung, ergo mit dem Auszug von Madame) wechselst Du die Lohnsteuerklasse und das Kindergeld wandert ab zu Mami, Du löhnst für Deine Kids und Mami, dann hatte ich noch einen sehr gefühlvollen Richter der mir die Verantwortung für die Immobilie alleine um den Hals gehängt hat. Also auch noch die Rate für die Burg. Da kommen einige Tausend Euronen zusammen. Jahrelang lebte ich noch vom "Speck", versuchte in dieser Zeit noch die Immobilie einigermaßen sinnvoll abzuverkaufen. Immos gingen damals nicht so doll, mußte vor 3 Jahren dann um die Insolvenz zu vermeiden den Notverkauf akzeptieren.

Von daher kenne ich die Inhalte des neuen Rechts auswendig weil ich mich vorsorglich schon mal damit befasst hatte. Aus meinem damaligen Blickwinkel eine gute Lösung. Ich sah mich in keiner Schuld, hatte anständig weitergearbeitet, Sparmaßnahmen aller Art getroffen, mein Altvermögen zum Leben hergenommen. Von daher hätte ich es als ungerecht empfunden wenn man mich wie früher komplett "ausgeknipst" hätte. Na gut es kam nie soweit, aber es stand vor der Tür. Hätte wohl mal vor 20 Jahren besser einen Ehevertrag gemacht, das habe ich nun in 2. Ehe deutlich besser geregelt.

Es gibt aber auch ausreichend Fälle wo Leute völlig verantwortungslos Kredite aufnehmen um Urlaub zu machen, Autos zu kaufen usw., rechnen vorher nicht Fälle wie Scheidung, Krankheit und längere Arbeitslosigkeit mit ein, bei manchen reicht schon das normale Leben aus um nicht mehr zahlungsfähig zu sein (wie sind die bloß an Kredite gekommen, ich würde in solchen Fällen als Insolvenzrichter den Darlehensgeber mit ins Boot setzen)
In all diesen Fällen sehe ich das neue Insolvenzrecht als problematisch an.
Hier blutet die Allgemeinheit für Dummheit und Verantwortungslosigkeit.
Trotzdem immer noch besser als einen Menschen total (lebenslang) aus dem Rennen zu nehmen. Nach Restschuldbefreiung kann man (altersabhängig) noch viel, viel Steuern zahlen, oder konsumieren. Allerdings sollte m. E. jemand nach "Freispruch" auf Lebenszeit, bei größeren Geldausgaben oder auch bei Kreditaufnahme intensiver geprüft werden (z. B. Vormund).

Übrigens das neue Scheidungsrecht wäre durchaus einen eigenen Thread wert.
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