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Alt 07.08.2007, 11:25
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AW: Privat-Insolvenz richtig?

Ich denke, damit habt Ihr ein wirklich kontroverses Thema angefaßt.

Also:
Man muss hier zwischen verschiedenen Varianten unterscheiden.

1. Menschen, die nicht mit Geld umgehen können oder sich vielmehr nicht den gegebenen Lebensumständen anpassen können
(Problem:
a) fehlende oder falsche Erziehung,
b) hoher Lebensstil, der bei Mißerfolg nicht mehr gehalten werden kann
c) Menschen, die einen Lebensstil führen wollen, sich ihn aber nicht leisten können

2. Fehler machen oftmals Banken, die leichtfertig Kredite vergeben an Menschen, die ich unter 1c aufgeführt habe.

Bsp: Vollfinanzierung eines Hauses bei zwei Vollverdienern (die aber nicht sehr gut verdienen). So eine Finanzierung ohne Eigenkapital geht in so vielen Fällen schief, dass man sich fragen muss, warum Banken so etwas verantworten. Antwort: Weil sie kein Geld verlieren. Im Notfall bekommen sie immer noch das Haus

3.Was passiert nach der Privat-Insolvenz?

Für einige Menschen sicherlich eine 2.Chance im Leben, die auch genutzt wird. Allerdings sehe ich das Problem, dass viele, die in die Schuldenfalle geraten, auch nach eiener erfolgreichen Insolvenz wieder hinein geraten. Warum sollte sich was ändern?
Oftmals wird das Denken vorherrschen. "Klar mache ich wieder Schulden, hat ja schon einmal funktioniert"
Der Vorschlag vom AT

Zitat:
Zitat von AT
Nach Restschuldbefreiung kann man (altersabhängig) noch viel, viel Steuern zahlen, oder konsumieren. Allerdings sollte m. E. jemand nach "Freispruch" auf Lebenszeit, bei größeren Geldausgaben oder auch bei Kreditaufnahme intensiver geprüft werden (z. B. Vormund).
ist wirklich eine Überlegung wert. Die sogenannten Sozialschmarotzer werden aber trotzdem wieder Wege finden, neue Schulden zu machen.

4. Fälle wie vom Abwehrtitan (Scheidung, Trennung etc.) beschrieben, kommen ja auch häufig vor und sind für die Betroffenen wirklich schade. Gerade wenn Kinder und Eigentum im Spiel sind wird es kompliziert.
Hier sollte schon geguckt werden wie finanziell belastbar die einzelnen Parteien sind und individuelle Möglichkeiten gefunden werden. Denn neue Partnerschaften der Männer werden in solchen Fällen nicht nur erschwert, sondern fast unmöglich gemacht (Wer nimmt schon jemanden mit Schulden??)
Frauen hingegen verheimlichen neue Partner solange wie es geht (getrennte Wohnungen etc.) um den EX solange wie möglich zu schröpfen.
Das klingt zwar nach pauschalen Vorwürfen, passiert aber aus meiner Sicht häufiger als der Einzelne annimmt.

5. Der Schaden für die Wirtschaft ist glaube ich dabei nicht so groß. Von Bankenpleiten (oder besser finanziellen Schwierigkeiten) hört man zwar ab und an, aber doch nicht wegen Privatinsolvenzen. Das sind doch eher Peanuts!

6. Zum Abschluss habe ich noch Fragen:
Ich müßte in den 6 Jahren also auf jeglichen Luxus verzichten und Geld über der Einkommensgrenze wird gepfändet. So weit, so gut.
a) Inwiefern werde ich gezwungen, Arbeit anzuehmen?
b) Was passiert,wenn ich nach Ablauf der Schulden wieder Schulden mache und wieder vor einer Insolvenz stehe? Geht das?
c) Wie wird Schwarzarbeit verhindert? Der Anreiz dürfte ja sehr hoch sein.
d) Wird der Insolvente regelmäßig überprüft? Also persönliche Kontrollen, um Schwarzarbeit zu verhindern?

Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Bevor hier an einigen Punkten übermäßige Kritik geäußert wird, mein Wissen über Privatinsolvenzen habe ich nur aus dem Fernsehen. Persönlicher Kontakt war bislang noch nicht nötig
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... und er lächelt, denn er weiß, das Böse siegt immer
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