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Alt 08.08.2007, 18:02
Tony_Iommi Tony_Iommi ist offline
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AW: Privat-Insolvenz richtig?

Zitat:
Zitat von Carstens_Brüderchen Beitrag anzeigen
Meintest Du die "Hauff'sche Fabrikordnung"?

siehe: http://www.offenbach.de/Themen/Unter..._von_1842.html
Ne, die Gaupp'sche Fabrik stand irgendwo in Baden-Wuerttemberg im Wiesental. Die war noch ein bisschen straffer gefasst als die des Kollegen Hauff.

Nun, Angst, den "Wohlstand" zu verlieren? Vielleicht, ja. Dabei versteht aber wahrscheinlich jeder etwas anderes darunter.

Ich habe eine durchschnittliche Schulausbildung und bin weiss Gott nicht besonders intelligent. Plus meine Startvoraussetzungen waren alles andere als optimal. So, nun gibt's zwei Moeglichkeiten - man nimmt's wie's kommt. Fuer einen guten Job reicht die Ausbildung nicht aus und ausserdem hat man's ja sowieso nie so richtig mit 'ner geregelten Arbeit gehabt. Also warum nicht 'nen Faulmann schieben, der Staat vergewaltigt ja bereits fast dazu (Gott sei Dank ist das hier in den USA anders). Da gibt's Wohngeld, Arbeitslosengeld, etc. etc.. Dann vielleicht noch 'ne ICH-AG, da gibt's dann nochmal (Ohne Leistungsnachweis!!!) 'was extra.
Oder aber, man macht aus seinen Moeglichkeiten das Beste. In meinem Fall eine Lehre zum Industriekaufmann. Fuerwahr nicht das Gelbe vom Ei, aber besser, als anderen auf der Tasche zu liegen. Auch ich wurde von der Arbeitslosigkeit erwischt, das war Ende der 80er Jahre. Aber ich habe damals JEDEN Job angenommen, der mir angeboten wurde. Als Tellerwaescher, Lagerarbeiter, Zeitungsaustraeger, Bauhelfer usw. war ich ueber Jahre hinweg unterwegs und hatte weiss Gott nicht viel in der Tasche. Aber es hat gereicht, fuer mich war es genug. Dann der erste richtige Job - auch keine Offenbarung (bei einem grossen Wohlfahrtsverband in der Verwaltung), BAT VIII, wenn ich richtig erinnere. Aber ich bin ueber die Runden gekommen.

Mittlerweile wissen ja die meisten hier, was ich so mache. Viel ist geschehen in der Zwischenzeit, ich habe hart fuer alles gerackert. Durch mein Scheidungsverfahren wurde mir nun alles weggenommen (2 Jahre, keine Kinder), ich bin (hoch)-verschuldet. Aber das spielt keine Rolle, es geht weiter. Jeden Tag auf's Neue.

Warum ich das erzaehle? Um einigen Leuten klar zu machen, dass es immer einen Weg gibt. Scheiss egal, was man fuer einen Job hat, ob man nun viel oder wenig verdient, alles halb so wichtig, wenn man eben nicht ueber seine Verhaeltnisse lebt. Und wie ich's Olaf auch schon an anderer Stelle gesagt hatte: er macht's genau richtig, wenn ich feststelle, dass ich mir etwas nicht mehr leisten kann, trenne ich mich davon unverzueglich. Basta.

Und Eure weiter oben geausserten Bedenken, hier eventuell in eine "rechte Ecke" gestellt zu werden, kann ich nicht nachvollziehen. Warum? Alles was ich will ist, dass man dem faulen Geschmeiss, welches auf Kosten der Anderen lebt, gruendlich in den Arsch tritt - und nicht noch durch gueltiges Recht sogar foerdert. Und das hat nun rein garnichts mit "rechts" zu tun.

Und den wirklich Foerderungsbeduerftigen sollte das Leben nicht noch zusaetzlich schwer gemacht werden. Einer Bekannten aus Deutschland (Sozialhilfe, Job unverschuldet durch Krankheit verloren, Mann mit einer anderen abgehauen, etc.) hat man nach nun acht Jahren, das Wohngeld kurzerhand gestrichen. Begruendung: die Wohnung sei 1,5 m2 zu gross

Ich schreib' schon wieder zuviel und meine Mittagspause ist nun auch futsch.
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