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Alt 14.08.2007, 01:34
andiS andiS ist offline
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AW: Donic Coppa JO Silver

So hier nun also mein Coppa JO Silver Testbericht. Ich bin kein besonders erfahrener Tester, von daher alle Angaben ohne Gewähr. Ich spiele ihn in schwarz und 2mm auf der Vorhand. Zum Einsatz kommt er auf einem Persson Powerplay in gerade, ohne Sensotechnik. Das Holz ist vor etwa einem halben Jahr erstanden worden, ist also kein altes Powerplay was deutlich andere Spieleigenschaften haben soll als aktuelle Exemplare. Ich habe es nicht lakiert.

Kontern

Als erstes ging es wie gewohnt ans standardmäßige Einkontern. Das ging auf Anhieb ohne Probleme. Man merkt gleich deutlich, dass es sich um einen weichen Belag handelt. Der Ballabsprung war höher als erwartet. Der Hersteller sagt dem Belag ja nach, er spiele sich wie ein Mediumbelag. Das würde ich nicht unbedingt sagen, jedoch ist er vom feeling her schon härter als ein Nimbus Soft. Ich würde ihm gefühlte 38°-39° geben. Zu spüren war auch, das der CJS mehr Katapult mitbringt als der Nimbus Soft. Da ich beim Kontern immer auch ein wenig Spin mitgebe, also nicht ganz frontal treffe, viel mir auch auf, dass das Obergummi weich ist. Zumindest weicher daher kommt, als das des Sriver FX. Mit dem Belag kann komfortabel, gefühlvoll und platziert gekontert werden. Dieser Trend zeigte sich auch bei vereinzelt eingestreuten Schlagspins bzw. Schüssen.

Topspin

Natürlich war ich sehr gespannt wie sich der Belag beim Topspin verhält. Beim Topspin auf Block und vorallem jeweils beim ersten Topspin auf den Rollaufschlag merkte ich sofort, dass der CJOS zwar schon schneller als der Nimbus Soft ist, jedoch nicht unbedingt die Referenz in Sachen Speed darstellt. Ich denke mal, wenn man die Geschwindigkeit eines 3 Schichten geklebten Mediumbelags gewohnt ist, sollte man um einen vollwertigen Ersatz für sein altes Material zu finden, schon zu einem schnelleren Holz greifen. Ich kann da also Coppamax voll und ganz zustimmen. Ich musste wesentlich direkter den Impuls nach vorne geben um die selbe Länge wie z.B. mit einem Yasaka X-Tend HS in max zu erzielen. Nach ein paar Schlägen hatte ich mich aber dran gewöhnt, und langsameres Material kann ja manchmal auch ein Vorteil mit sich bringen. Der Flugbogen bzw. die Flugbahn ist schon eher die eines Softbelags, jedoch würd ich sagen nicht ganz so hoch wie die des Nimbus Soft oder von einem ordentlich frischgeklebten Samba. Für Leute die eine flache Flugbahn wie die des Bryce brauchen, ist der Belag also auf gar keinen Fall was, aber diese Spieler würden den Belag vielleicht auch schon von vornherein belächeln.
In Sachen Schnitt ist der Belag auf jeden Fall erste Sahne, ich persönlich finde, dass er für einen Tensorbelag erstaunlich viel Schnitt freisetzt. Ganz klar wesentlich mehr Schnitt als der Nimbus Soft und vielleicht auch mehr als der X-Tend HS. Wobei ich mir bei letzterem noch nicht so sicher bin. Der Eindruck entsteht vielleicht auch einfach, weil der CJOS weicher ist und man so einfacher, also mit weniger Aufwand, viel Schnitt in die Bälle bekommt. Wer einen spinnigen Soft+ Tensorbelag sucht, der Katapult bietet und mit dem man sowohl gut hart als auch weich ziehen kann, sollte den Coppa JO Silver auf jeden Fall mal testen. Gegenziehen geht sehr sicher und gefühlvoll. Wenn man ordentlich durchzieht oder ein schnelles Holz benutzt, geht das auch sehr komfortabel aus der Halbdistanz.

Topspin auf Unterschnitt

Hier spielt das weiche Obergummi, der vorhandene Katapult und der weiche Schwamm natürlich seine Stärken aus. Hatte überhaupt keine Probleme auf Unterschnitt zu ziehen. Kamen alle auf Anhieb sicher, jedoch tendenziell eher kurz. Man muss eben bei den meisten Tensoren nach vorne spielen. Jedoch fordert der Belag das nicht so deutlich wie z.B. der Nimbus Soft. Auch stark tangential getroffene Bälle gehen nicht ins Netz, und das obwohl ich den Belag nur mit zwei dünnen Schichten Coppa Light montiert habe.

Schuss

Mit dem X-tend HS hatte ich da größere Probleme. Hier kommt mir das nicht ganz so brachiale Tempo des CJOS zu gute. Es lässt sich wirklich gut schiessen mit dem Belag. Er ist eben auch nicht so extrem weich, so dass man die Bälle noch gut platzieren kann. Da ich ihn nur in 2mm spiele, spürt man noch schön den Kontakt zum Holz. Dieses Feedback müsste in max schwächer ausfallen, aber mit Sicherheit auch noch gut zu meistern sein. Die Schüsse kamen dahin wo ich sie haben wollte. Für einen Soft+ Belag hat der Coppa JO Silver gute - sehr gute Schusseigenschaften.

Angaben und Kurz-Kurzspiel

Ich schlage fast immer mit der Rückhand auf. Also musste ich den Schläger drehen und dieser lag ungewohnt in der Hand. Dennoch, was ja nicht verwunderlich ist, war mehr Schnitt im Ball als mit dem Nimbus Soft. Ich denke man kann damit annähernd so schnittig aufschlagen wie z.B. mit einem hp@. Bin allerdings auch nicht so der Aufschlagsguru. Für alle Normalos ist das sicherlich ein solider Servicebelag. Es lässt sich mit dem CJOS gut schupfen und anheben. Geht alles ganz gut von der Hand, Aufschlagannahme etc. Ob er für lange Schupfduelle geeignet ist kann ich nicht sagen, dafür gibt es aber sicherlich bessere Beläge.

Block

Der Block klappte auf anhieb hervorragend. Mit dem Persson Powerplay kann man aber meines Erachtens auch generell sehr gut blocken. Der aktive Block war sicher und trotzdem noch druckvoll genug um in Spinposition zu kommen. Das Obergummi und der Schwamm wirken sehr harmonisch zusammen. Macht wirklich Spaß mit dem Coppa JO Silver und dem Powerplay.

Welches Holz passt gut zum Donic Coppa JO Silver

Ich würde sagen, dass man eher härtere Hölzer verwenden sollte. Das Donic Persson Powerplay ist da wohl so die Untergrenze. Da der Ballabsprung mit dem Powerplay schon relativ hoch war, und das Rotationspotential des Belags wirklich sehr gut ist, würde ich Hölzer wie z.B. das Clipper Wood oder vor allem auch Carbonhölzer empfehlen. Ein Boll Spirit müsste schon sehr sehr lecker damit zu spielen sein.

LG Andi

Geändert von andiS (14.08.2007 um 13:14 Uhr)
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