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Alt 25.08.2007, 09:39
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Post Nothin' is written... (T.E. Lawrence)

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Zitat:
Zitat von Nacki Beitrag anzeigen

...Reportage über Lawrence von Arabien. Wobei mir einfällt, daß ich mir den alten Schinken eigentlich auch mal anschauen müßte. Das letzte Mal ist schon so lange her, daß ich die historischen und politischen Hintergründe noch gar nicht einzuordnen wußte.

Jenen politischen und insbesondere den historischen Hintergründen wird der Film - jenseits von Starbesetzung, eindrucksvollen Kulissen und guter Kameraarbeit - jedoch nicht sonderlich gerecht. Behaupten jedenfalls einige Chronisten und Filmkritiker. Vieles an Skandalpotential - wie das flexible Liebesleben inclusive ausgeprägt masochistischer Neigungen des lieben Lawrence - wird hier weitgehend ausgespart.
Lean hatte das Epos geglättet und geschönt, wollte im konservativen Hollywood keinesfalls anecken und spekulierte von Anfang an auf den kommerziellen Erfolg im großen Stil.

Dazu die renommierten Herren Gregor und Patalas in ihrem Standardwerk ´Geschichte des modernen Films´:

" Wie auch Carol Reed wurde Lean in den weiteren Jahren zum Imitator seiner eigenen künstlerischen Erfolge und schloß immer verhängnisvollere Kompromisse mit der Industrie....Vollends triumphierte mit ´The Bridge on the River Kwai´ (1957) und ´Lawrence of Arabia´ (1962) in Lean der Apologet britischer Lebensart über den grandiosen Sitten- und Menschenschilderer von einst..."



Zitat:
Vielleicht wird es gut, wenn man das Original kennt ?

Der gute Thomas Edward Lawrence war (nach dem Studium der Orientalistik u. der Archäologie in Oxford) ein talentierter und gefragter (Reise-)Schriftsteller. In seinem schwer autobiographisch gefärbten und in viele Sprachen übersetzten Roman ´Die sieben Säulen der Weisheit´ * (1926) schildert er eindringlich und facettenreich, wie's damals bei den Wüstensöhnen (und Töchtern) im Krieg u. in der Liebe ab ging...


* Hab' den fetten Wälzer (über 700 Seiten incl. einiger Karten und umfangreichem Personenregister) justament nach Jahren mal wieder aus dem Regal gefischt: Gebundene Erstausgabe 1936 , erschienen im Paul List Verlag München - kompetent übersetzt von Dagobert von Mikusch.





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Alle Wege münden in schwarze Verwesung.... .. (Georg Trakl)

Geändert von Rieslingrübe (25.08.2007 um 20:03 Uhr)
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