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Alt 01.09.2007, 11:00
wjuergens wjuergens ist offline
wjuergens
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AW: Reperatur eines Holzes

Hallo,

aus eigener Erfahrung kann ich folgendes Verfahren empfehlen.

Entferne die Griffschalen vom Griff. Geht am besten mit einem Cuttermesser, das du langsam an der Klebenaht einführst.

Danach Reste der Griffschalen und des Leims mit Schmirgelpapier entfernen, so dass auf beiden Seiten eine plane Fläche entsteht. Jetzt musst du den gebrochenen Griff wieder an das Schlägerblatt anpassen. Häufig geht das ganz leicht, manchmal muss man aber auch ein paar Fasern entfernen, sonst passen die beiden Teile nicht zusammen.

Besorge dir aus dem Modellbaugeschäft dünnes dreifach verleimtes Buchensperrholz (0.8 mm). Lege das lose zusammengesteckte Holz so auf das Speerholz, dass die obere Kante des Speerholzes ungefähr mit der Linie zusammenfällt, wo später der Belag abschließt. Oder anders, das Sperrholz wird so weit nach oben gezogen, wie die Griffschale reicht. Allerdings wird das Sperrholz nicht auf Griffschalenbreite gearbeitet, sondern man nutzt die gesamte Breite des Holzes in diesem Bereich aus. Das ist wichtig, denn dadurch bekommt man die notwendige Stabilität ins Holz. Das Speerholz wird natürlich von beiden Seiten aufgelegt. Gut ist es, wenn man die beiden Außensperrhölzer schon grob vorsägt, dann braucht man nach dem Leimen nicht mehr so viel sägen, feilen und schmirgeln.
Jetzt werden Schlägerblatt, Griffrest und Außensperrhölzer mit Propellerleim verleimt. Propellerleim zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Wasserbeständigkeit aus. Natürlich gibt man auch in die Bruchfuge Leim. Bei dieser Reparaturmethode muss die Bruchfuge aber danach kaum etwas aushalten, da die äußeren Sperrhölzer fast die gesamten Kräfte aufnehmen. Nach dem Pressen und Aushärten werden die überstehenden Sperrhölzer an das Schlägerblatt bzw. den Griff angepasst. Dabei immer nach innen sägen, feilen und schirgeln, da man sonst die Leimfuge unnötig belastet und u.U. wieder aufreißt.
Jetzt ist das Holz fast wieder fertig. Nun nur noch die Griffschalen wieder aufleimen und das Gerät ist wieder spielbar.
Dieser "Eingriff" verändert das Holz natürlich etwas. Das Holz ist danach im Übergang Griff/Blatt tendenziell etwas steifer und der Griff ist 1,6 mm dicker, was sich mit Raspel und Schmirgelpapier aber wieder ausgleichen lässt.
Ich habe mehrere eigene und fremde Hölzer so repariert und fast immer gute Ergebnisse erzielt. Wenn die Einzelteile gut verleimt werden, entsteht ein Holz, das so schnell nicht wieder bricht.
Die Veränderung der Spieleigenschaften hält sich im übrigen in Grenzen. Als Abwehrspieler bin ich sehr empfindlich, was Hölzer angeht, aber bei meinen so reparierten Hölzern hatte ich keine Probleme.
Im Gegenteil, bei meinem vorletzten Nittaku Shake Defence, hatte ich nach der Reparatur das Gefühl noch besser damit zurecht zu kommen.

Wolfgang Jürgens
__________________
"Erst wenn
der letzte Nachwuchsspieler zum Fußball abgewandert,
der letzte Übungsleiter gefrustet aufgibt,
der letzte Verein die Jugendarbeit einstellt
und der letzte Aktive seinen Schläger altersbedingt zur Seite legt,
werdet Ihr feststellen, dass man mit click-TT keinen einzigen Nachwuchsspieler gewonnen hat und niemand mehr da ist, um die Kosten zu tragen!"
(Abgewandelt von der Weissagung der Cree)
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