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Alt 03.09.2007, 11:57
madmatt madmatt ist offline
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madmatt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Vorhandtopspin provozieren?

Der tip von Carter ist gut, er funktioniert auch direkt als aufschlag, entweder als überrraschender schneller rollaufschlag, cross vorhand-vorhand oder wie unten näher beschrieben, halblang ohne schnitt in die mitte, aus vh oder rh.

Die variante 'schnittlose halblange aufschläge fast in den wechselpunkt hinein' (ellenbogen) habe ich als besonders effektiv kennen gelernt, zumindest gegen einen angreifer, dessen technik nicht so überrragend, aber die risikobereitschaft/agressivität hoch ist. Von der länge sollte der ball direkt hinter dem gegnerischen tischende (maximal eine handbreite länger) herunterfallen.

Da der ball ohne rotation ankommt, ist es viel schwieriger als bei ein wenig unterschnitt, topspins überhaupt auf die platte zu bringen, oft gerät der versuch eine handbreit zu weit. Die platzierung des aufschlags und der deswegen beim retournierer notwendige seitwärtsschritt tun ein übriges dazu, den ball nicht zeitoptimal zu treffen. Sollte der rückschläger (evtl. nach einigen misserfolgen) doch defensiv spielen wollen, ist das recht hohe tempo eines halblangen balls auch nicht einfach zu kontrollieren (flach zu halten) und könnte dir im gegenzug angriffsmöglichkeiten bieten. Kommen die spins wirklich an, sind sie oft nicht so rotationsreich wie ein ball der auf unterschnitt gezogen wird, das heißt deine abwehrmöglichkeiten dagegen sollten noch relativ gut sein.
Sollte dein gegner als konsequenz darauf seine aufschlagannahmepostion nach hinten verschieben, werden dadurch natürlich deine kurzen aufschläge (und auch der schnelle aufschlag cross) gefährlicher. Das heißt, jeder aufschlagvariante sollte ein prüfender blick auf die stellung des gegners vorausgehen - aber das ist eh eine grundvoraussetzung für erfolgreiches aufschlagspiel.

Vor einigen jahren hat mich mit solch halblangen aufschlägen im wechsel mit kurzen ein sehr 'erfahrener' gegenspieler mal außerordentlich geärgert. Habe fast alles über die platte gezogen und mich die ganze zeit gefragt, warum mein ts nicht funktioniert. Im anschluss habe ich nach eingehender analyse meiner deutlichen niederlage intensiv spin auf schnittlose bälle trainiert, empfinde es aber immer noch als ziemlich anspruchsvoll, die anzugreifen. Am ehesten ginge wohl noch durchzukontern, aber das habe ich irgendwie nicht im programm bei der aufschlagannahme. Als angreifer läuft es für mich doch meist auf kurz zurücklegen(65%)/scharfer langer schupf(10%)/anziehen(20%)/flip(5%) heraus - die zahlen sind natürlich je nach gegner und aufschlagqualität leicht variierend. Je länger, desto topspin .
Spieler wie ich sind ideale opfer für die oben beschriebene variante, da muss ich immer höllisch aufpassen.

gruß
madmatt
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