Wenn ein Jugendspieler talentiert ist und eine gute technische und taktische Grundausbildung erhalten hat, ist es sinnvoll, ihn schon frühzeitig in Erwachsenenmannschaften einzubauen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, das der Nachwuchsspieler möglichst in Bezirksligamannschaften im mittleren oder in Landesligamannschaften im hinteren Paarkreuz beginnt. Bei Mädchen kann der Einsatz in Damenmannschaften auch auf höherer Ebene beginnen.
Warum ist der Einsatz in niedrigeren Mannschaften schlecht?
Die Jugendlichen haben in ihrer Jugendzeit ein technisch sauberes Tischtennis gelernt. Solche Gegner finden wir im Herrenbereich jedoch frühestens auf Bezirksebene. Auf Kreisebene befinden sich vor allem die Individualspieler mit teilweise sehr unorthodoxen Spielweisen, Techniken und Materialien. Je niedriger gespielt wird, desto mehr wird "Ball über die Schnur" gespielt. Wenn sich ein Nachwuchsspieler erst an solche Spielweisen gewöhnen muss, dann verliert er eher die Lust am Tischtennis.
Für einen frühzeitigen Einsatz in Erwachsenenmannschaften spricht auch der Entwicklungsaspekt. Zwischen dem 13. und dem 16. Lebensjahr machen die Spieler den größten Entwicklungsschritt. In dieser Zeit gewöhnen sie sich am schnellsten an verschiedene Spielweisen und -stärken. Wenn ein Spieler mit 17 Jahren aus der Jugend herauskommt, dann fällt es ihm wieder schwerer, sich an die Spielweisen der Erwachsenen zu gewöhnen. Daher bin ich grundsätzlich dafür, talentierte Nachwuchsspieler, die bereits mehrere Jahre Tischtennis spielen, frühzeitig in Erwachsenenmannschaften einzubauen.
Wer wiederum seine Jugendlichen zu lange in der Jugend lässt, vermittelt ihnen, dass sie in den Erwachsenenmannschaften unerwünscht sind. In unserer Region fallen mir gleich mehrere Spieler ein, die seit 4 Jahren in der höchsten Jugendliga (Bayernliga) spielen und die ganze Zeit über eine stark positive Bilanz hatten. Als ich einen dieser Spieler vor einigen Wochen auf einem Verbandsbereichsranglistenturnier wieder getroffen habe, hatte ich den Eindruck, er habe das Tischtennisspielen verlernt.
(PS: Dieser Spieler spielt in der nächsten Saison wieder in der Jugend-Bayernliga !!!)
Auch bei weniger talentierten Spielern ist der Entwicklungsapekt zu beachten. Auch hier ist es für einen Spieler, der aus der Jugendkreisliga kommt, besser, in der Kreisliga I oder II im mittleren Paarkreuz anzufangen. Es ist für den Spieler leichter, sich in dieser Klasse und bei diesen Gegnern durchzusetzen, als sich von niedrigeren Mannschaften nach oben zu kämpfen. Wenn ich mich an sauberes Tischtennis gewöhne ist es immer noch besser, als wenn ich mich an ANTI-Tischtennis gewöhnen muss.
Gruß an alle Nachwuchstalente
Coach
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