...unser guter newTTon weilt ab sofort in der Schwyz; muss im ersten Semester in St. Gallen schwer ranklotzen und findet kaum noch Zeit für belanglosen Foren-Firlefanz.
Ich übernehme also. Aus der Feder eines europäischen Autors, der bereits ins Gras gebissen hat, ins Deutsche übersetzt - die Textpassagen entstammen verschiedenen Werken aus den 50er und 60er Jahren:
" Als Don Quichotte und harte Kerle greifen wir die neue
Sprache an.
die wir noch nicht kennen, die wir probieren müssen.
...auch die Zeit des Lebens ist denken, nicht leben,
und weil das Denken jetzt ohne Methode und Wort vor sich
geht,
Licht und Verworrenheit, Vorwegnahme und Ende,
löst sich in der Welt auch das pure Leben auf..
(...)
Doch wie ich die Geschichte in Besitz nehme,
nimmt sie mich in Besitz; ich bin erleuchtet davon:
Doch wozu denn das Licht?
(...)
Ich war zwanzig Jahre alt, nein - neunzehn,
achtzehn...und es war schon ein Jahrhundert vergangen,
seit ich lebendig war, ein ganzes Leben.
Ich wurde von der Torheit ausgeschlossen.
Die Blume hat gesungen und weiß jetzt nicht mehr zu schweigen
...die Welt machte sich zum Gegenstand
nicht mehr des Rätsels, sondern der Historie.
...mit dem Bewußtsein im Herzen,
das nur in der Geschichte Leben schöpft,
werde ich je wieder mit reiner Leidenschaft handeln können,
wenn ich weiß, daß unsere Geschichte zu Ende ist?
Der Skandal meines Widerspruchs, mit dir
und gegen dich zu sein; mit dir im Herzen,
im Licht, gegen dich im dunklen Schoße...
...ich weigere mich,
noch weiter zu leben. Es ist nichts mehr da
als die Natur - in der im Übrigen nur der Zauber
des Todes ausgebreitet ist - nichts mehr
von dieser Welt der Menschen, das ich liebte.
Alles bereitet mir Schmerz: diese Leute,
die sklavisch jedem Rufe folgen,
mit dem ihre Herren sie gerufen wissen wollen,
und die gedankenlos die schändlichsten Gewohnheiten
des prädestinierten Opfers anwenden;
das triste Grau ihrer Kleidung in den tristen Straßen;
ihre tristen Gebärden, in denen die Schweigepflicht
des Bösen, das sie befällt, eingeprägt scheint;
ihr geschäftliches Trachten nach einem trügerischen
Wohlstand wie eine Herde um wenige Futtertröge herum;
ihr Gleichmaß wie das der Gezeiten, mit dem sich Gedränge
und Menschenleere in den Straßen abwechseln,
geordnet von zwanghaften Zuflüssen und Abflüssen
und anonym in ihren abgestandenen Notwendigkeiten;
ihre Heerscharen in den finsteren Bars, in den finstren Kinos,
das Herz finster ergeben dem Warum? ....
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