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Alt 18.09.2007, 17:06
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AW: Grosse (Backside-) Belag / Holz - Systematik

Hallo zusammen,

sehr löblicher Versuch, dieser Thread! Für mich selbst kann ich durchaus inzwischen die relevanten Informationen aus Testberichten herausziehen, weiß aber noch zu genau wie ungerichtet meine Materialsuche früher war.

Das übersichtlich zu strukturieren wird die große Aufgabe werden. Zwischen Spielsystem und Material gibt es IMHO deutliche Abhängigkeiten.
Vom Frischkleben bin ich zum Glück weg und spiele nun einen JO Silver auf einem 14 mm starken R-I Balsa OFF-Holz.
Anhand meines Materials versuche ich das mal zu erläutern.
- JO Silver 1,8 mm,
- - Schwamm der 3. Tensorgeneration, d.h. schneller, katapultiger, (übelst geschätzte) 40°,
- - Obergummi entspricht von der Härte meinem vormals weichgeklebten SSP OG
- Holz Re-Impact Krenzer MA1 spezial
- - sehr schnelles Holz
- - sehr steifes Holz
- - recht katapultiges Holz (das ist der primäre Unterschied zu konventionellen Hölzern und ist der Grund warum ich dünne Beläge spiele. Es wird sozusagen die "Schwammfunktionalität" Katapult in das Holz "verlagert".)

Zusammengefasst sind Schwamm, Obergummi, Holztempo, -steifheit und -katapult die zu beschreibenden und in einem 2. Schritt auf das Spielsystem abzustimmenden Faktoren.

Das Spielsystem besteht ebenfalls aus Komponenten und macht es schwierig, eigentlich unmöglich fertig/komplette Spielsysteme anzubieten, in denen sich jeder wiederfindet. Es müsste also modular sein.
Beispiel:
Ein guter Aufschläger hat eine primäre Anforderung an ein griffiges Obergummi(ich nutze griffig synonym zu weicher ). Für Schwamm und Holz ergeben sich aber unterschiedliche Anforderungen, je nach dem ob er schwerpunktmäßig Spin oder Block/Konter/Schuss(=BKS) spielt. Schon ob Spin oder BKS, das hat fließende Übergänge, die Berücksichtigung finden müssen.

Nun erkläre ich mal kurz beispielhaft mein Material, das kenne ich halt.

Holz
Das OFF-Holz spiele ich, weil ich über riskanteres, druckvolles Spiel zum Punkt will. Der flache Ballabsprung verbessert die Richtungsstabilität. Der steife Griff/Blattübergang des Holzes sorgt ebenfalls für mehr Präzison (zu lasten des Spins)
Belag (Obergummi)
Das (weichere) OG spielt in drei Punkten eine wichtige Rolle. Schnittaufschläge und Effet/Spinbogen. Nachteilig ist die höhere Schnittanfälligkeit eines weicheren OG. Der dritte Punkt ist der Einfluss der OG-Härte auf den Ballabsprung (härter=flacher).
Belag (Schwammdicke)
Hat Einfluss auf die Spinfähigkeit eines Belages, aber für mich wichtiger ist die bessere Rückmeldung eines dünneren Belages und die stabileren Bälle(Schlagspin). Ein dickerer Schwamm erhöht sowohl den Ballabsprung als auch das Tempo.
Belag (Schwammhärte)
die Schwammhärte beeinflusst IMHO maßgeblich den Ballabsprung, je härter - je flacher. Darüber stelle ich mir den höheren/flacheren Ballabsprung ein. Ich korrigiere darüber teilweise den flachen Ballabsprung meines Holzes. Im Effekt ermöglicht es gute gerade Bälle wegen des Holzes, ergibt aber beim TS einen höheren Ballabsprung. (Ein härteres OG ergibt auch einen flacheren Ballabsprung, habe ich für mich nicht im Fokus und in der Ausführung vernachlässigt)

Soviel dazu, vielleicht kann man das ja weiterspinnen.

Gruß, Nik
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Gruß von der Ostsee
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