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Alt 18.09.2007, 22:52
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AW: Grosse (Backside-) Belag / Holz - Systematik

Hoi zäme

Für mich geht die Sache mit diesem System voll auf. Hatte heute ein Punktespiel. Dabei spielte ich mit einem Stiga Original, welches ich das dritte Mal spielte und auf der VH hatte ich den STIGA Chop & Drive, welchen ich noch nie gespielt hatte. Auf der RH spielte ich den TIBHAR Superdefense 40 mit 0.8 mm Schwamm, welchen ich die ganze letzte Saison gespielt habe. Eigentlich schon ziemlich frech, eine Belagkombi zu spielen, die ich bis dato nicht kannte. Ich spielte nämlich auf der VH immer mit Belägen mit ausgeprägtem OG wie die Tackifire-Familie oder den TSP Triple Spin Chop. Auch bei den langen Noppen haben mich immer wieder die fetten Dinger mit hoher Griffigkeit angezogen.
Der STIGA C&D ist ein Belag, der eher ein sensibles OG gegenüber dem härteren Schwamm besitzt. Was soll ich gross sagen, die VH war für mich eine neue Erfahrung. Ich habe sowohl bei den Schupfbällen bzw. bei der Verteidigung ziemlich viel Kontrolle und Spin erlebt und die Flugkurve des VH-TS war nicht zu flach und nicht zu gebogen, also genau richtig.
Für mich ich es darum eine neue Erfahrung, weil ich noch nie mit so einem optimal abgestimmten Material gespielt habe. Wenn du ein Material spielst, dass über ein hohes Gleichgewicht verfügt, spielst du kontrollierter aber auch dynamischer. Eigentlich ist das Gefühl schwer zu beschreiben. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe alle drei Einzel und mit meinem Doppelpartner das Match auch noch gewonnen und ich führe das auf das optimale Material zurück.

Einige Leute, die diesen Thread lesen und sogar antworten, verstehen einfach nicht wirklich, worum es geht. Es geht nicht alleine darum zu sagen, was ein härterer oder weicherer Schwamm für welche Konsequenzen auf das Spiel bzw. den Absprungwinkel haben. Es geht auch nicht darum, einen Faktor isoliert zu betrachten. Es geht darum, das Ganze zu betrachten und zu begreifen. Auf der obersten Ebene eines Schläger steht die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Dynamik. Schon das einfachem Tippen des Balls auf dem Schläger gibt einen präzisen Anhaltspunkt über die Qualität der Kombination. Als erstes solltet ihr mal diesen Punkt überprüfen. Tippt mit dem Ball und versucht zu beurteilen, ob der Schläger mehr zur Dynamik oder mehr zur Kontrolle neigt. Ich verwende dabei den Wert 50 für das absolute Gleichgewicht. Mehr wie 50 geht in Richtung zu viel Dynamik oder Katapult und weniger wie 50 geht in die Richtung zu viel Kontrolle und zu wenig Dynamik. Mit den Infos aus diesem Thread könnt ihr nun locker korrigieren.

Ist das Ganz zu dynamisch, braucht es entweder einen Belag, der einen besseres Verhältnis zwischen Schwamm und OG hat, also Schwamm sollte härter oder OG weicher sein. Ihr könnt natürlich auch mit dem Holz korrigieren und einfach darauf achten, dass das Holz steifer ist.

Habt ihr einen Schläger der zwar kontrolliert aber zu wenig dynamisch ist, könntet ihr einen Belag verwenden, der mehr Katapult vermittelt, wo das OG härter wie der Schwamm ist. Einfachster Weg wäre hier, auf einen weicheren Schwamm umzusteigen. (z.B. vom Sriver L zu Sriver FX). Liebt ihr euren Belag, könnt ihr natürlich auch ein mehr elastischeres Holz suchen.

Im Vordergrund dieser ganzen Überlegungen steht immer das Gesamtverhalten des Schlägers, was mit dem Gleichgewichtstest sehr leicht zu überprüfen ist.

Diese von mir beschriebene Vorgehensweise im Ermitteln eines optimalen Schlägers ist absolut etwas Neues, was so viel bedeutet, dass die interessierten ev. liebgewonnene Gewohnheiten erst einmal ausser Acht lassen müssen, um sich ganz in den Dienst der Optimierung zu stellen.

Gruss, Martin
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TIBHAR Superdefense 40 0.9 mm | STIGMA Fliesberg | NITTAKU Super DO Knuckle OX

Geändert von martinspin (19.09.2007 um 09:15 Uhr)
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