Hallo Martin,
irgendwie kommen wir vom Ansatz nicht richtig zusammen, sei's drum.
Zitat:
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich ein Balsaholz von der Belagwahl her eher wie ein steifes Holz verhält. Ich kenne den JO Silver nicht. Ist die Obergummiseite weicher oder härter wie die Schwammseite?
Was ich bei den Balsahölzern nicht verstehe, ist der enorme Katapult. Ich denke der resultiert aus der Differenz zwischen dem weichen Kern und dem harten Aussenfurnier. Offenbar sind diese Hölzer eher dazu geeignet, Tempo zu erzeugen und zu variieren und der Spin scheint erst an zweiter Stelle wichtig zu sein. (Ausser wie in deinem Falle beim Aufschlag) Ähnlich wie bei den Belägen scheint die Spieleigenschaft des Holzes aus der Differenz zwischen Kern- und Aussenfurnier zu resultieren.
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Man muss Balsahölzer nicht kennen, aber diese, deine typische Ansicht genügt einfach nicht. Ich habe Balsahölzer gespielt, die vibrierten wie ein Stiga Jubi-Holz. Konstruktiv lassen sich die Hölzer so stark dämpfen (Katapult deutlich geringer als mit konventionellen Hölzern), dass ein Spielgefühl wie mit einem Anti herauskommt. Meins ist eines von denen mit ausgesprochen offensiver Ausrichtung, d.h. mit harten Buchefurnieren außen und einem dicken Katapult liefernden Balsakern. Der Katapult des Kerns kann konstruktiv recht unterschiedlich ausfallen und die Kunst ist es den Katapult des Kerns mit der Härte des Außenfurniers richtig zu kombinieren.
Als Beispiel mag mein nun beiseite gelegtes, aber bislang 5 Jahre gespieltes Balsa OFF-Holz herhalten. Die VH ist genial (übrigens nicht nur meine Meinung), Die Abstimmung Kern/Deckfurnier ist gelungen. Die RH unterscheidet sich nur(!) durch ein weicheres Deckfurnier. Das Resultat ist ein ausgeprägt katapultiger Charakter, aber das weichere Deckfurnier erlaubt in Verbindung mit dem weichen Kern geradezu extrem zu nennenden Spin. Ein Spinspieler wird aber trotzdem keine Freude haben, weil für den der Katapult einfach zu stark und der Kontrolle abträglich ist.
Zum JO Silver und deiner Frage ob OG weicher oder härter als der Schwamm ist:
Ich habe massive Zweifel OG und Schwamm härtemäßig über einen Kamm scheren zu können um daraus dann auch noch eine Ausgewogenheit abzuleiten! Ein Sriver FX wäre mit seinem harten OG und weichem Schwamm dann ein sehr unausgewogener Belag, erfreut sich trotzdem bemerkenswerter Beliebtheit. Der JO Silver hat ein relativ weiches OG, von den Belägen, die ich kenne, noch am ehesten mit dem des HPA zu vergleichen. Der schwamm ist halt einer der 3. Tensorgeneration und rein nach Härte bei ~40° einzuordnen. Schwierig, weil ich mich in diesen Härtebereichen üblicherweise nicht bewege. Nach deiner Sichtweise wäre das OG etwas weicher als der Schwamm.
Zitat:
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Nur mal so eine (esoterische) Fantasie: Wenn ich von meiner Gleichgewichtstheorie ausgehe, könnte doch ein Belag ideal sein, der ebenfalls eine grosse Differenz zwischen Schwamm und OG aufweist.
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Nö, passt überhaupt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Vorher der nassgeklebte SSP ist der Prototyp eines ausgewogenen, gutmütigen Belags, das gilt auch für den JO Silver. Beläge mit dem von dir erwähnten Spagat zwischen OG und Schwamm wären der Sriver FX und - gibt es nicht mehr, wäre aber reinrassig - ein Nittaku Milford, Schwamm 50°, Obergummi sehr weich - Tackifire könnte in die Richtung gehen. Es ist Spielsystemabhängig und da kommst du mit theoretischen Harmonien nicht weiter. Das harte OG des Sriver ist für mein Spielsystem unbrauchbar und mit dem harten Schwamm eines Milford bekäme ich keinen Topspin über die Leine. Jetzt könnte man sagen, okay, ein Holz mit höherem Ballabsprung. Nun reicht mir aber das Tempo nicht mehr, also gibt es einen dickeren Schwamm. Über deinen sensationellen Ballhüpfharmonietest wäre das mit meiner Kombi gleich harmonisch - und in der Praxis einfach nur ein himmelweiter Unterschied!
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Ich denke die Schnittempfindlichkeit beim gegenüber dem Schwamm weicheren OG wird beim Balsholz durch den weichen Kern ausgeglichen. Das harte Aussenfurnier und der härtere bzw. dünnere Schwamm sorgen für die nötige Kontrolle.
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Bei meinem Holz mit harten Deckfurnieren ist die Katapultigkeit wenig ausgeprägt. Trotz des weichen OG bin ich ein guter Rückschläger - warum das mit dem geringfügig weicheren JO Silver aber besser klappt als mit dem Nimbus soft, weiß ich nicht zu erklären.
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Da ich selber schon drei Balsahölzer gespielt bzw. getestet habe, werde ich das mal überprüfen.
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Balsa ist nicht Balsa. Die weitaus längere Zeit habe ich konventionelle Hölzer gespielt. Ich habe zuhause noch ein Toni Hold White Spot und ein Tibhar H 1-9, trotzdem scheint mir die mögliche Variabilität bei Balsahölzern sehr, sehr groß zu sein.
Gruß, Nik