Zitat:
Zitat von Frank Neumann
Gerne wird hier über die "angepassten Kaderkinder" gelästert, denen angeblich alles so leicht gemacht wird. Ist den Leuten, die sich hier stolz als Zyniker bezeichnen eigentlich klar, welche Belastung eine Kadermitgliedschaft für die ganze Familie eines solchen Kindes bedeutet? Als Vater eines solchen Kindes dürfen Sie jahrelang den Familienkalender nach den Belangen des Leistungssports ausrichten. Der Jahresurlaub ist sorgfältig mit Saison, Turnieren und Lehrgängen zu koordieren. Die Kinder und die ganze Familie reißen sich den Ärmel auf, um die entsprechenden Erfordernisse auf die Reihe zu bringen. Von dem eingesetzen Geld und der Zeit für die ewige Fahrerei zu Training, Lehrgängen, Turnieren, etc. ganz zu schweigen. Die Kinder werden in der Schule übrigens auch nicht dadurch besser, dass ständig Sonderurlaub für Lehrgänge anfällt und massenhaft Wochenenden fürs Lernen wegfallen!
Angesichts dieses Gesamteinsatzes, den Kaderkinder samt ihren Familien zu leisten haben, halte ich es nicht für abwegig, dass Trainer solche Anstrengungen bei der entsprechenden Perspektive in bestimmten Fällen auch mal mit einer Nominierung belohnen.
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Der Schuß gegen den Zynismus dürfte wohl gegen mich gerichtet sein.
Es sei Ihnen versichert, es ist mir durchaus bewußt was eine Kadermitgliedschaft für eine (unberechtigte) Belastung darstellt.
Jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich - Sie haben sich dazu freiwillig entschieden, hier ein Klagelied (diesen Eindruck erwecken Sie nämlich) auf Grund der geforderten Aufwändungen anzustimmen ist meines Erachtens der falsche Weg.
Eine Nominierung durch die außergewöhnliche Belastung der angehörigen Familie zu begründen ist jedoch mal eine neue und originelle Art.
Sollte die Belastung das "Normale" übersteigen, wäre für mich der Punkt gekommen die hier so häufig bemühte Entscheidungshilfe Perspektive zu betrachten und ggf. die Anstrengungen zu reduzieren.
Zitat:
Zitat von Frank Neumann
Außerdem sind diejenigen, die Nominierungen vornehmen, hier auch als Entscheidungsträger im Sinne von Vorgesetzen zu verstehen. Diese Perspektive scheint einigen Diskutanten ebenfalls recht fern zu liegen. Auch als Unternehmer (oder Vorgesetzter) lässt man sich schließlich nicht von blanken "Daten" präjudizieren, sondern trifft seine Entscheidungen im Licht einer umfassenden Einschätzung der Gesamtsituation. Dafür muss man dann auch am Ende des Tages geradestehen und kann sich nicht hinter den "Daten" verstecken.
Beste Grüße
Frank Neumann
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Nach Ihren Ausführungen der Belastungen verstehen Sie die Trainer anscheinend nicht nur im Sinne eines Vorgesetzten, sondern Handeln auch danach. Ab und zu sollte ein NEIN die Antwort auf eine erwartete Teilnahme an dieser oder jener Veranstaltung sein.
Ich lasse mir doch nicht die Gestaltung meiner Freizeit diktieren.
@Ingo:
Guter Beitrag!
Es gibt doch noch Leute die neben der transparenten und nachvollziehbaren Perspektivbegründung mit Hintergrundinfos und weiteren Nominierungskriterien argumentieren - ohne mit nicht zu vergleichenden Krimiserien oder Sportarten zu kommen.

Daran sollten sich andere, die sich damit rühmen diskussionsfähig zu sein, ein Beispiel nehmen!
Zitat:
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Zitat von imu
Das es gerade in einer Sportart wie Tischtennis, in der auf dem Niveau, über das wir hier sprechen, z.B. mangelnde körperliche Fitneß noch kein Ausschlußkriterium für gute Leistungen ist, natürlich auch ausserhalb einer Kaderstruktur ein hohes Niveau erreicht werden kann, steht ausser Frage. Das Niveau, das aber für die Arbeit der Verantwortlichen massgeblich ist, nämlich die deutsche Spitze und die Nationalmannschaft, verlangt zwingend auch nach diesen Kriterien und spielt damit natürlich auch für die Nominierung eine Rolle. Wenn sich jemand ausserhalb von Kaderstrukturen leistungssportgerecht verhält und die entsprechende Leistung bringt hätte niemand ein Problem, ihn zu nominieren.
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Darauf möchte ich eingehen, da hier endlich mal FAKTEN bemüht werden.
Bezogen auf die besprochene Veranstaltung dürften wir da in der Meinung übereinkommen, dass weder Fred, Alex und Yannis (Sorry Jungs) sowohl in die deutsche Spitze als auch in die Nationalmannschaft vordringen werden. Deshalb finde ich die Begründung Perspektive auch lächerlich.
Wenn jedoch die Nominierung des Viertplatzierten auf leistungssportgerechtes Verhalten zurückgeht, dann soll man das genau so kommunizieren.
Gruß,
Carsten