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AW: Alkohol beim Punktspiel?
Wenn sich Mitspieler nach dem zweiten Einzel quasi nach "getaner Arbeit" ihre "Portion Bier" gönnen, habe ich damit kein Problem. Sie sollten die restlichen Spiele jedoch weiter konzentriert verfolgen und die noch aktiven Teamkollegen wie gewohnt unterstützen. Angetrunken an den Tisch zu gehen oder mit der Pulle unter dem Tisch zu spielen, toleriere ich in der eigenen Mannschaft höchstens bei Freundschaftsspielen, wenn die Sache von allen Beteiligten nicht so "bierernst" gesehen wird oder beim Saisonabschluß am letzten Spieltag. Aber dabei ist Voraussetzung, dass man kein anderes Team durch eine indiskutable, auf Alkoholkonsum basierende Leistung schädigt und sich selbst kein sportliches Eigentor in Richtung Auf- oder Abstieg schießt.
Gegen ein gepflegtes Bierchen mit dem Gegner nach dem Spiel ist sowieso nichts einzuwenden. Dieses Ritual pflegen wir auch und ein mit Bier und antialkoholischen Getränken gefüllter Kühlschrank steht bei uns in der Halle. Manchmal gibt es auch noch zusätzlich Kaffee. Jugendliche haben woanders so viele Möglichkeiten, Bier und höherprozentige Spirituosen zu konsumieren, dass es auf ein Bier in der Halle sicherlich nicht ankommt. Wir reden hier nicht von Saufgelagen. Zudem sind sie mit 16 Jahren alt genug zu entscheiden, ob sie Alkohol konsumieren möchten oder nicht. Es wird niemand gezwungen und wir haben Cola, Mineralwasser und Apfelschorle oder auch Radler und Mixery im Sortiment. Wer will, der kann, doch niemand muss.
Was die Gegner fabrizieren, ist mir relativ egal, solange es nicht zu Pöbeleien kommt. Jeder Spieler ist für sich selbst verantwortlich und muss einschätzen, was er vertragen kann und in welchem "Maß" er seine sportliche Leistung durch Bierkonsum "dopt", sich "beruhigt" oder negativ beeinträchtigt. Bier steht nach meiner Info im Bereich Tischtennis auch nicht als Dopingmittel auf der NADA-Liste. Es gab ein Team in unserer Region, das sich nach übermäßigem Bierkonsum mächtig daneben benommen hat und dem man eine Lektion verpassen wollte. Dies wurde jedoch mangels Erfolgsaussicht verworfen.
Als absolut ätzend empfinde ich es jedoch, wenn in Vereinen die Bierkästen in der Halle herumstehen und Zuschauer während des Spiels mit den Flaschen herumklimpern und angetrunken und hochrotem Kopf ins Spiel hineinbrüllen und Besoffene dumme Kommentare ablassen, den Gegner anpöbeln und für negative Stimmung sorgen und die Heimmannschaft dies nicht unterbindet. So etwas habe ich in der letzten Saison in der Eifel erlebt. In diesem Fall habe ich das angebotene gemeinsame Bier nach dem Spiel verweigert.
Insgesamt sollte man meiner Meinung nach nicht päpstlicher als der Papst sein und ein Bierchen in Ehren niemandem verwehren, sofern das Klima während des Spiels nicht verdorben wird und alles im Rahmen bleibt. Wenn für Spieler der Genuß von Bier zu ihrem sportlichen Freizeitvergnügen dazugehört und niemand über Gebühr belästigt oder geschädigt wird, sei es ihnen unter den genannten Voraussetzungen durchaus gegönnt.
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