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Zitat:
Zum weiter oben erwähnten ´Intolerance´ eben nochmal bei Krusche/Labenski nachgelesen, um die historische Dimension zu unterstreichen:
" ´Intolerance´ wurde in jeder Hinsicht ein Mammut-Unternehmen. Griffith ließ am Rande des damaligen Hollywood die größten Dekorationen aufbauen, die bis heute für einen Film errichtet wurden. Über 70 Meter hoch waren die massiven Türme Babylons; Belsazars Festhalle faßte mehr als 5000 Menschen...in einer Kampfszene befehligte der Regisseur von einem Ballon aus 16000 Komparsen...
(...)
Auf den weiteren Verlauf der Filmgeschichte hat ´Intolerance´ einen beträchtlichen Einfluß ausgeübt....Schnitt und Montage u.a. den Stil Eisensteins und Pudowkins mit geprägt....der eingestreute nüchterne Realismus mit den scharf pointierten Kontrasten zwischen den Milieus...die ungeschminkte Schilderung brutaler (Polizei-)Aktionen...dies alles hat zweifellos die späteren sozialkritischen Filme Hollywoods beeinflußt..."
Bleibt noch anzumerken, daß der Streifen in der Folgezeit bei Kritikern auf breiter Ebene Anerkennung fand - die Sehgewohnheiten des durchschnittlichen Kinobesuchers zur Zeit der Erstaufführung aber überforderte und für die Produktionsgesellschaft aufgrund der immensen Kosten zum finanziellen Desater wurde. *
* Also weit entfernt von Griffiths Riesenerfolg mit ´Birth of a Nation´ im Jahr zuvor; welcher, für schlappe 100.000 Dollar produziert, anschließend fast 100 Millionen einspielte.
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Aus aktuellem Anlass ans Tageslicht gezerrt: Griffiths monumentales Werk läuft am kommenden Donnerstag, 4. Oktober um 20.40 Uhr, in einer restaurierten Fassung auf Arte.
Für den Kenner & ambitionierten Kineasten natürlich Pflichtprogramm - doch auch der ein oder andere verirrte Mainstream-Molch sollte sich das durchaus mal antun...
Siehe:
http://www.bonnerkinemathek.de/filme...ntolerance.htm