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Ich kann generell den Zweifel am Sinn und Zweck von Spenden aufgrund der schwarzen Schaafe verstehen. Allerdings gebe ich folgendes zu bedenken. Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt und Spenden sind ein sehr wichtiger Bestandteil, um Armut und Krankheiten in den ärmsten der armen Länder zu reduzieren.
Ich hatte damals auch Probleme, türkischen Erdbebenopfern zu spenden, während das türkische Militär bei uns mehrere Panzer kaufen will. Ich habe auch Probleme für die Opfer in Amerika zu spenden, die haben dort selbst genug Mittel. Allerdings sind zB in Afrika nicht genug Mittel in der Bevölkerung, um Schulen und Krankenhäuser aufzubauen.
Wenn man Zweifel an einer oder allen Organisationen hat, würde ich einfach mal zwei Abende mit ner Internetrecherche verschwenden. Da läßt sich bestimmt was finden.
Es macht aber bestimmt Sinn, sich auf eine oder wenige Organisationen festzulegen. Damit man manchmal nachvollziehen kann, wohin die Kohle geht. Es macht sicher auch Sinn, sich vorzunehemen, einen bestimmten Betrag regelmäßig (ob 10 EUR im Jahr oder 1000 EUR im Monat muß jeder selbst wissen) zu überweisen, damit man diesen Spendenkampf nicht dauernd mit sich selbst ringen muß.
Zwei Anmerkungen zum Schluß. Ich persönlich finde es einen gravierenden Unterschied, ob man sein Geld in die Jugendarbeit eines Vereins oder in medizinische und strukturelle Hilfsprojekte steckt (PS ich kenne in diesem zusammenhang einen "lustigen" Fall auf Madagascar, wo ein Fußballverein ein Jahr nicht gespielt hat, weil sie keinen Ball hatten - für uns schwer vorstellbar!!). Ich würde die Jugendarbeit nicht als alternative Gewissensberuhigung sehen. Zum zweiten wurde hier angemerkt, das Promis ja auch nur 10.000 EUR spenden, weil sie's Fett sitzen haben. Das ist definitiv falsch, viele Promis engagieren sich sehr stark. Das hat damit zu tun, das es gut für's Image ist, das es steuerlich absetzbar ist und natürlich damit zu tun, das siehs lockrer sitzen haben und daher auch öfter konkret gefragt werden und daraus auch wichtige PR-Termine entstehen. Ich persönlich habe nichts gegen diese Win-Win-Situation!
Daher kann ich nur sagen: Gebt euch einen Ruck, informiert euch einfach mal 1-2Tage, manchmal reicht ja schon eine günstige Mitgliedschaft, um einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zu leisten.
PS Ich will mich hier nicht aufspielen, ich spende selbst auch nicht viel Geld für wohltätige Zwecke. Für TT gebe ich sicher mehr Geld aus. Mir fällt nur auf, dass der bisherige Konsens eher gegen Spenden im allgemeinen sind und das wollte ich so nicht stehen lassen.
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Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.
Bertrand Russell
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