Liebe Sportfreunde im Norden,
mit Interesse habe ich den Schriftverkehr verfolgt, der hier über TT-News verbreitet wurde. Eine unschöne Sache, wie ich meine, schließlich veröffentlicht man nicht persönliche Briefe in der Öffentlichkeit ohne die Genehmigung der Betroffenen. Aber das mal nur am Rande, ein 4-Augen-Gespräch hätte meines Erachtens wesentlich mehr gebracht. Gegenseitige Vorwürfe bringen ohnehin nichts, werden sie aber im Gespräch geäußert, sind sie lange nicht so zerstörend, als wenn sie auf dem Papier stehen. Ich weiß sicher, von was ich rede, schließlich habe ich diesen Fehler selbst einmal vor 5 Jahren gemacht, als in der Folge dann ein neues Präsidium gewählt wurde.
Was die Entwicklung im Leistungssportbereich im Norden angeht, so handelt es sich hier mit Sicherheit um ein hausgemachtes Problem, das zeitlich unterschiedlich in allen Regionen Hessens immer wieder vorkommen wird. Nicht immer hat man die richtigen Talente am betreffenden Ort und auch nicht den entsprechenden Unterbau, um nach Leistungssportkriterien handeln zu können. Eine solche Entwicklung kann man aber nur durch vehemente und gemeinsame Anstrengungen von Kreis/Bezirk/Verband in die andere Richtung verändern.
Grundlage solcher zielgerichteter Veränderungen ist, dass zumindest einmal die Basis gestärkt werden muss. Jeder Kreis muss selbständig dafür Sorge tragen, dass Kreisleistungszentren gegründet und kostendeckend – z.B. über eine Teilnehmerumlage – betrieben werden. Darüber müssen die Bezirksverantwortlichen dafür sorgen, dass ein Bezirksleistungszentrum oder sogar mehrere betrieben werden, ebenfalls völlig kostenneutral – entsprechende Beispiele gibt es ja in Hessen. Sobald diese Fundamente stehen, kann man weiterdenken. Nun müsste überlegt werden, wie man in Flächenkreisen zum einen den Anforderungen des Leistungssports gerecht werden kann, ohne die jugendlichen Sportlerinnen/Sportler mit ihren Eltern zu überfordern. Mit Sicherheit kann man davon ausgehen, dass dem Hessischen Tischtennis-Verband die Nachwuchs-Förderung sehr am Herzen liegt. Das hat der HTTV in der Vergangenheit und der Gegenwart bewiesen, und das wird sicherlich auch in der Zukunft so der Fall sein, denn nur wer investiert in die Kleinsten, wird Erfolge bei den Aktiven ernten können.
Mit Kreisleistungszentren in allen Kreisen und einem Bezirksleistungszentrum besteht die Möglichkeit, die vorhandenen qualifizierten Trainerinnen/Trainer so einzusetzen, dass schwerpunktmäßig beiden Anforderungen und den logistischen Schwierigkeiten für Spielerinnen/Spieler/Eltern Rechnung getragen werden kann.
Die finanzielle Seite ist natürlich nicht zu vernachlässigen. Wenn ich als Kreiswart eines Kreises im Süden feststelle, dass Kosten verursacht werden, die zum einen nicht gedeckt sind und somit letztlich der Verband und alle Bezirke und Kreise – denn wir alle geben schließlich das Geld - diese mit übernehmen müssen, fehlt mir jegliches Verständnis. Das geht beim besten Willen nicht in einer Zeit, wo überall Finanzierungsmittel in öffentlichen Haushalten zunehmend gekappt werden.
Vorschlag Zur Güte:
1. Setzt Euch nochmals gemeinsam an einen Tisch und macht Euch Gedanken, wie man die Basisarbeit bewältigen kann. (KLZ/BLZ)
2. Stellt ein Finanzierungskonzept zusammen, so dass alle Maßnahmen ein vernünftiges finanzielles Fundament haben. Ist dies erledigt, interessiert sich kein Mensch dafür, ob ein Trainer nun 15 € oder 25 €/Stunde erhält.
3. Sofern momentan die Gesprächsbasis durch gegenseitige Verärgerungen zerstört sein sollte, holt Euch einen neutralen Moderator, der gewisse Erfahrung hat mit solchen Sachen.
Mit freundlichen Grüßen
Horst Bitsch
TT-Kreiswart Odenwaldkreis
Am Hang 25
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