Hoi zäme (Sorry Martin

),
heute die Eindrücke des TSP Bjorn, des Joola Mambo GP und des Nimatsu Pegasus C PST.
Björn (getestet 2,0 rot auf einem Stiga Offensive Classic):
Testdauer betrug nur ca. 3 Stunden, daher unter Vorbehalt.
Der Björn ist ein recht weicher Belag mit "Built in Power" (das TSP Äquivalent zu High-Tension) und spielt sich wie ein schneller Catapult - Belag (s. Testbericht). Schnell, weich, spinnig, hoher Katapult - aber hat nichts mit Frischklebeeffekt zu tun, hat auch kaum Sound.
Aufschlag/Rückschlag: Der Bjorn hat durch seine Oberfläche sehr viel Effet-Möglichkeiten, bei eigenem Aufschlag sehr gut umsetzbar. Allerdings, wie auch beim Catapult, beim Rückschlag anfällig, auch hier gerät der Ball leicht zu hoch oder zu lang.
Flipp/Schupf: Änlich wie beim Catapult.
Block: Der Belag ist nicht für den Blockspieler ausgelegt, dennoch ist ein Block sehr kontrolliert spielbar, bei aktiven Blocks fällt der hohe Katapulteffekt auf.
Topspin: Generell sehr gut, bei langsameren Effet-Topspins greift die Oberlage, bei schnellen Topspins trägt das hohe Tempo zum guten Gesamt-Urteil bei. Die Dosierung und Kontrolle ist hierbei gut.
Gegen-Topspin: Recht anspruchsvoll zu spielen, durch das recht hohe Katapult-Verhalten muß man den Schläger etwas mehr schliessen als bei anderen Belägen.
Schuss: Hier muß man sicher Abstriche machen, dafür wurde der Belag nicht gemacht. Dennoch Gesamturteil hier: befriedigend.
Fazit: Ein guter Belag für Spinspieler, welche nicht kleben wollen, aber auf eine gewisse Dynamik nicht verzichten wollen. Tendenziell etwas schneller als ein Catapult, minimal härter ausgerichtet.
Wie bei nahezu allen TSP-Belägen üblich ist die gute Qualität lobenswert, laut Besitzer spielte er den Belag seit 6 Monaten.
Joola Mambo GP (2,0 mm schwarz auf Stiga Johansson E25):
Der Mambo GP wirbt mit "True Sound True Speed True Spin" und einer extremen Vorspannung. Dadurch, daß ich mit dem Nimbus in Sachen Effet bei Aufschlag und erstem Spin nicht hundertprozentig zufrieden war bzw. bin, habe ich mir den Belag auf Verdacht bestellt.
Erste Eindrücke: Der Belag wird mit 40° Härte angegeben, durch das straffe Obergummin fällt das Spielgefühl aber härter aus. Sound war zu Beginn keiner zu hören, beim notwendig gewordenen zweiten Aufkleben (Belag löste sich am Rand vom Holz) und dezenter manueller Spannung war dann plötzlich ein leises "Klick" vorhanden. Die "Spannung" und damit der Katapult ist nicht so stark ausgeprägt wie bei einem Tensor-Belag der Richtung Nimbus, zumindest nicht gleichbleibend. Made in Japan, sehr gute Qualität.
Grundsätzlich ein sehr interessanter Belag, aber nicht für jederman geeignet.
Im Einzelnen:
Aufschlag/Rückschlag: Im Vergleich zu den Tensoren deutscher Fertigung spürbar effetreicher bei eigenem Aufschlag, sehr variabel bei Schnitt und Platzierung. Im Rückschlag allerdings mit zwei Gesichtern: Flipps und scharfe Schupfbälle sind sehr sicher und auch gefährlich spielbar, für ein gutes Kurz-Kurz-Spiel benötigt man schon ein gutes Händchen oder viel Geduld. Relativ schnittempfindlich.
Flipp/Schupf: siehe oben
Block: Passive "Hinhalte"-Blocks sind traumhaft sicher spielbar, bei aktiven Blockbällen waren erste AHA-Erlebnisse dabei ... Plötzlich schaltet sich der "GP-Turbo" zu, und die ersten harten Blocks segeln 1 Meter über den Tisch. Wer diese Eigenschaft kontrollieren kann, hat eine Waffe beim Spiel am/über dem Tisch in der Hand, mir war es zumindest nicht möglich.
Topspin: Auch hier gilt "sehr gut, aber...". Topspins in allen Varianten (langsam, schnell, mit sidespin, lang und kurz) spielbar mit viel Effet, aber auch mit sehr geringer Fehler-Toleranz. Steht man nicht gut zum Ball oder trifft den Ball nicht richtig, ist der Punkt weg. Bei harten, schnellen Schlägen schält sich der "GP-Turbo" (blöder Ausdruck, aber das beschreibt das Verhalten des Belags am besten) wieder zu, extremes Tempo und scharfer Spin sind möglich. Ein Landesliga-Spieler, der den Belag kurz antestete, war begeistert davon und erwägt, den Belag weiterzuspielen (nach Frischkleben).
Schuss: Hart, präzise, aber auch mit einer geringen Toleranz.
Fazit: Ein wirklich interessanter Belag, der von allen bisher getesteten Japan-Belägen dem Frischklebe-Effekt am nächsten kommt. Sollte aber nur von Spielern mit einer sauberen, ausgereiften Technik benutzt werden, da der Mambo GP keine "Unsauberheiten" verzeiht. Spielern, die nicht mindestens Bezirskliga spielen, nicht zu empfehlen.
Nimatsu Pegasus C PST (2,0 mm schwarz auf Adolescen FL):
Die "giftige" Variante mit sehr griffigem Obergummi (fast schon klebrig) und mit CO2-Tuning-"Beutel" überraschte schon beim Auspacken. Der Belag rollt sich stark ein, was Schwierigkeiten beim Aufkleben erwarten lies, welche sich aber überhaupt nicht einstellten. 1 Schicht Normakleber auf Belag u. Holz, anpressen, fertig.
Der Pegasus C PST hat starke Änlichkeiten mit der Powersponge-Variante oder den Sunflex-Belägen mit CO2-Tuning.
Ein Frischklebe-Effekt stellt sich nicht ein, weder vom Spielgefühl, noch vom Sound her.
Gleichwohl ist der Belag sehr dynamisch, auch schnell und der Spin ist wirklich giftig. Für Spieler, welche bisher (leicht) klebrige Beläge gespielt haben mit dem Wunsch nach mehr Tempo und Katapult.
Im Einzelnen:
Aufschlag/Rückschlag: Der eigene Aufschlag war wirklich sehr, sehr gut spielbar (der effetreichste in dieser Kategorie getestete Belag), enormer Drall auch bei Seiten-Unterschitt-Varianten. ABER: Diese Qualität bezahlt man mit hoher Schnittanfälligkeit beim Rückschlag, wenngleich das Kurz-Kurz-Spiel im Gegensatz zu Bjorn/Catapult in Höhe und Länge keine Probleme macht. Flipps und Schupf gefährlich, mit hoher Eigenfehlerquote.
Block: Durch die fast schon klebrige Oberlage relativ gut kontrollierbar beim passiven Block, bei aktiven Blocks fehlt der Katapult eines Nimbus und Co., hier muß man deutlich mehr gegen den Ball gehen.
Topspin/Gegentopspin: Sehr viel Effet möglich, gleichwohl empfanden alle Tester (3 Personen von KL bis LL) den Belag als nicht druckvoll genug. Die Klebrigkeit verhindert Tempospitzen. Beim Gegentopspin sehr anspruchsvoll, der Winkel muß stimmen.
Schuss: Wie bei klebrigen Oberflächen gewohnt, kein Problem. Auch hier fehlt ein bißchen die Durchschlagskraft.
Fazit: Kein Frischklebeeffekt hinsichtlich Sound und Katapult, eher eine Alternative für Liebhaber klebriger Beläge, die mehr Dynamik erwarten. Katapult ist nicht vergleichbar mit den Tensoren wie Nimbus etc.
Für Topspinkünstler, die Wert auf "Effet" legen, durchaus empfehlenswert.
Last, but not least, folgt in ein paar Tagen der Testbericht des Almana Sound Synergy Tech.