Thema: Eva Hermann
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Alt 19.10.2007, 13:54
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Pfeil1 Eine Frage der Ehre

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Zitat:

Die wirklich großen Regie-Nummern sind damals nahezu alle abgezischt: Fritz Lang, Billy Wilder, Otto Preminger, Robert Siodmak...Murnau...


Zu Fritz Lang noch eine in der einschlägigen Filmliteratur häufig zitierte Anekdote:

Dort wird berichtet, dass Goebbels und der Führer große Fans von Langs 1924 verfilmten Nibelungen-Epos sowie dem monumentalen ´Metropolis´ waren.

Der Propagandaminister wollte den talentierten Wiener - ähnlich wie im Sowjetreich Stalin um Eisenstein warb - unbedingt für die politische Sache der Nazis gewinnen:
Kurzerhand lud er ihn an einem schönen Tage des Jahres 1933 in die Berliner Reichskanzlei ein, und bot Lang das prestigeträchtige und einflußreiche Amt des Leiters einer neu zu gründenden Reichsfilmkammer an.

Lang wusste: dies bedeutete Kohle ohne Ende - aber auch den Verlust seiner eigenen künstlerischen Indentität und Unabhängigkeit. Also ging er zum Schein auf das Angebot Goebbels ein und bat sich eine 24stündige Bedenkzeit aus - um später noch einige Detailfragen zu klären.

Daheim angekommen, raffte er schnell das Allernötigste zusammen und sprang kurzentschlossen in den Nachtzug nach Paris. Seine Frau, die Drehbuchautorin Thea von Harbou, ließ er zurück (sie arrangierte sich schnell mit den neuen Machthabern und blieb im Lande - ihre Ehe wurde in Abwesenheit geschieden).

Goebbels und Co. kochten vor Wut - Langs Tonfilme ´M´ und ´Das Testament des Dr. Mabuse´ wurden flugs verboten und aus dem Verkehr gezogen...

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Geändert von Rieslingrübe (19.10.2007 um 14:13 Uhr)
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