Thema: Abwehspiel
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Alt 08.08.2002, 23:38
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Felix Lingenau Felix Lingenau ist offline
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Beinarbeit

@ Defence:

Deinen Worten entnehme ich, daß du doch eigentlich die Technicken der Schläge schon zumindest in der Grobform sicher beherrscht. Das ist eine gute Vorraussetzung. Noch wichtiger ist der Spass am Abwehrspiel den du nach eigener Aussage ebenfalls mitbringst.

Deine Sicherheit und deine Gefährlichkeit bei den Schlägen, also die Technik wirst du meiner Meinung nach selbe rim Spiel einfach durchs tun verbessern. Wenn du natürlich einen Trainer hast der dir dabei helfen kann wäre das förderlich. Ich glaube aber auch so ist es durchaus möglich sich selber ein höchst effizientes Abwehrspiel beizubringen.

Als erstes musst du dir über deine Stärken und Schwächen klar werden und daraus auch ein taktisches Konzept erarbeiten. Anhand des taktischen Konzepts kannst du dir dann Spielsituationen einfallen lassen und deren Schwierigkeiten gezielt in Übungen üben.

Du kannst ja hier mal deine Stärken und Schwächen, bzw. deine Vorlieben hinschreiben. Vielleicht komme ich mal dazu dann darauf einzugehen. Zunächst gehe ich aber jetzt mal von einem Spieler aus, der VHAbw und RHAbw gleichmassen gut beherrscht, und dank gutem Ballgefühl auch beim Schupf sehr sicher fehlerlos agieren kann.

Solch ein Spieler könnte sich überlegen, daß er den Ball wirklich immer nur auf den Tisch bringen will. Einen Ball mehr als sein Gegner. Eigene Punkte erzielt er dabei ausschliesslich durch seltene Topspinattacken nach verunglückten Bällen des Gegners und verzogenen Bällen des Gegners.

Die Probleme die sich ergeben sind hauptsächlich die der eigenen Ballsicherheit und der Wege die man laufen muss. In Zeitnot gerät der Abwehrer hier zumBeispiel wenn ihn sein Gegner an den Tisch holt und dann mit hartem Spin eröffnet. Trainiert werden sollten also viele Übungen mit Laufwegen von hinten nach vorne und vorne nach hinten. Zunächst regelmässig, später aber auch unregelmässig, damit nicht nur die Beinarbeit sondern auch die Antizipation geschult wird. Diese ist von ganz entscheidender Bedeutung. Je früher ich erkenne das mein Gegner Topspin spielen wird desto früher leite ich meine Rückwärtsbewegung ein und erlaufe den Ball noch.

Ein weiteres taktisches Mittel ist der gespielte Schnitt des Abwehrers um solchen Situationen zu entgehen. Spielt er ständig jeden Ball mit maximalem Unterschnitt vermeidet der Abwehrer einen harten Eröffnungsball des Angreifers und verschafft sich so abermals Zeit um nach hinten zu kommen. Das heisst gleichzeitig, das beim schupfen am Tisch grundsätzlich die Noppeninnen Seite des Schlägers benutzt werden sollte. Für das Training heisst das wiederum fleissig schupfen (ganz flaches Schlägerblatt) und Drehen üben (um beidseitig Noppen innen spielen zu können).

In der Abwehr hinter dem Tisch sollte hingegen versucht werden jeden Ball mit der Noppe zurückzubringen (Ausnahme auf Schmetter statt Topspin) wenn weiterhin maximaler Unterschnitt zum Zwecke des Zeitgewinns erzeugt werden soll. Für das Training hat das wieder die Folge des Drehen lernens.

Dieses war nur ein mögliches taktisches Konzept eines Abwehrers (wohl aber eher ein etwas veraltetes klassisches Modell). Ich hoffe aber, daß ich anhand dieses Konzeptes klar machen konnte wie man sich selber durch nachvollziehen der Probleme seines eigenen taktischen Konzeptes das Training selbst erstellen kann.

Auf dem gleichen Wege liessen sich auch Übungen für Abwehrer entwickeln, die hauptsächlich aus der langen Abwehr versuchen durch geschickte Schnittwechsel zu punkten. Genauso geht das auch für einen Abwehrer der auf der VH fast ausschliesslich Topspin spielt. Wichtig ist einzig und allein, daß das taktische Konzept dem Spieler selber klar sein muss. Dann weiß er auch woraufhin er trainieren muss und alles hat Hand und Fuß.
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"Abwehr ist die beste Verteidigung" Kai Ströde 2006.

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