|
Heilbronner Zeitung: "Wir missbilligen die Klagen"
Von Klaus Apitz
Im Ausländerstreit der Tischtennis-Regionalliga haben sich sieben Vereine mit einer offenen Erklärung an die sogenannten Rebellen gewandt. Tenor: "Wir fordern die betreffenden Vereine auf, zu den Regeln unseres Sports zurückzukehren."
In der vergangenen Saison hatten sich der TTC Eilenburg, TTC Wehr, SB/DJK Rosenheim, DJK Offenburg II und der TTF Erdmannhausen über die Ausländerklausel hinweggesetzt. Demnach dürfen aus Nicht-EU-Staaten nur ein Ausländer pro Team eingesetzt werden.
Lediglich Erdmannhausen hat inzwischen eingelenkt, die anderen Vereine haben über Einstweilige Verfügungen bisher Recht bekommen. Eilenburg und Wehr sind sogar vors Sportgericht des Deutschen Tischtenis-Bunds (DTTB) gegangen, um den Zugang zur 2. Liga Süd erzwingen.
Die sieben Regionalligisten TV Seckenheim, TSV Wendlingen, Würzburger Hofbräu, TTC Frickenhausen, SV Post Telekom Augsburg, TSG Heilbronn und SV Neckarsulm haben nach einer kürzlich in Neckarsulm abgehaltenen Versammlung mit einer Erklärung reagiert.
"Wir missbilligen die Klagen...", heißt es, "...das Präsidium des Süddeutschen TTV wird zum Spielball der Gerichte." Kritisiert wird vor allem, dass Eilenburg und Co. bisher mit formalen Aspekten vor Gericht durchgekommen seien, "eine Klage zur Hauptsache, also die Beschränkung von Ausländern, ist bis heute nicht eingereicht".
Man habe deshalb das Präsidium des Deutschen Tischtenns-Bundes aufgefordert "seine Wettkampfordnung aktiv zu verteidigen, denn auch in anderen Sportarten gibt es - teilweise durch Rechtssprechung bestätigt - Ausländerklauseln".
Nachdem die vergangene Saison "chaotisch" verlaufen sei, fordere man jetzt Fair Play ein: "Wir wollen endlich wieder in sportlich fairerer Atmosphäre Tischtennis spielen." Mit ihrem Verhalten nämlich hätten sich die Regelbrecher Wettbewerbsvorteile verschafft.
09.08.2002
|