TTC 46 etabliert sich im Tabellenniemandsland
DJK Sportbund Stuttgart – TTC 46 9:4 / TTC 46 – ESV Weil 3:9
„Außer Spesen nichts gewesen“, so fasste TTC-Mundschenk Guido Molaro den Doppelspieltag der Weinheimer Regionalligisten treffend zusammen. Am Samstag setzte es in Rekordzeit ein überdeutliches 4:9 in der Landeshauptstadt. Sportbunds Abteilungsleiter Thomas Walter zeigte sich im Anschluss verständlich für die trotz des starken Auftritt seiner Sechs leicht verstimmten Stuttgarter Fans, da beide Teams der geplanten Dezimierung der Mannschaftsstärke vorgriffen und je 3 Partien kampflos abgaben.
Im einzigen verbleibenden Doppel vergeigten dann auch noch Schneider/Pätzold eine sichere 2:0-Satzführung gegen Frank/Harler, während Andreas Ball in der Nachbarbox gegen Stuttgarts Chinese Hao Mu bis zur 5:3-Führung im dritten Satz eine Klasseleistung zeigte. Trotz intensiver Schwierigkeiten mit seinem eigenen Service konnte Mu das Match kippen und die 3:1-Führung markieren.
Volker Schneiders Sieg gegen Lieblingsgegner Alexander Frank hatte man bereits fest eingeplant. Eigengewächs Frank zeigte jedoch in der einzigen wirklich ansehnlichen Partie des Abends eine athletisch starke Vorstellung und durfte nach 5 Sätzen jubeln. Die geschlossen dünne Mannschaftsleistung seiner Kollegen unterbot Peter Beranek mit einer mehr als erbärmlichen Darbietung noch deutlich. Stuttgarts locker agierender Neuzugang Marcel Harler wirkte aufgeweckter und hatte keinerlei Probleme den Oldie gleich dreimal zu schneidern.
Den einzigen wirklich herausspielten Punkt für die Weinheimer Plattenspieler durfte im Anschluss Daniel Pätzold markieren, der Stuttgarts tapfer kämpfenden Youngster Michel Görner im Halbdistanzduell bezwang.
Mit zwei weiteren 3:0-Siegen der Gastgeber fand die Partie ein jähes Ende. Björn Baum nutzte die Vielzahl von Großchancen gegen einen mittelprächtig aufgelegten Mu nicht, Linkshänder Mike Behringer schraubte seine Vorrundenbilanz mit seinem Sieg über den frustrierten Schneider auf stattliche 10:3.
Am Sonntag entwickelte sich vor heimischem Publikum ein wesentlich unterhaltsamerer Schlagabtausch. Meisterschaftsfavorit ESV Weil konnte zwar beim 3:9 beide Punkte aus der Heisenberghalle entführen, die fast 100 Zuschauer, davon eine stattliche Anzahl von der Schweizer Grenze mitgereist, wurden mit mehr als ansprechenden Leistungen verwöhnt.
Im Doppel griff Coach Rainer Schmidt ganz tief in die Trickkiste und bot zur Überraschung der Gäste erstmals den orthodox spielenden Martin Lutz an der Seite von Ersatzmann Beranek auf. Die TTC-Senioren mussten sich jedoch im Entscheidungssatz Tofalvi/Kovac beugen, hätte den Sack aber schon im vierten Durchgang zumachen müssen. Auf deutlich höherem Niveau lieferten sich die beiden Spitzendoppel Baum/Ball und Pagonyi/Bondarev ein heißes Fünfsatzmatch in dem ebenfalls die Südbadischen Gäste siegreich blieben. Immerhin konnten Schneider/Pätzold ihre Farben mit ihrem Sieg über Mnich/Switajski auf 1:2 heranbringen.
In seinem einzigen Heimspiel der Saison zeigte sich Andrej Bondarev von seiner stärksten Seite. Der Ex-TTCler fing im Linkshänderduell Rheinhesse Baum nach schier aussichtslosem 2:9-Rückstand im vierten Satz noch ab und brachte seinen persönlichen Fanclub zum Jubeln. Die Sympathien der TTC-Anhänger durfte sich am Sonntag aber Andreas Ball einheimsen. Erstmals schmerzfrei wandelte er einen 1:2 und 4:9-Rückstand gegen den Rückhandexperten Robert Pagonyi in eine 5:1-Führung im Schlusssatz und blieb letztendlich doch zweiter Sieger.
Topspinexperte Schneider weht nach der Verletzungsmisere im TTC-Kader der eiskalte Wind der Regionalliga Mitte direkt ins Gesicht. Gegen Weils zweiten Ungarn Norbert Tofalvi gewann er trotz sehenswertem Spiel lediglich den Eingangssatz.
Im hinteren Paarkreuz wurden dann erwartungsgemäß die Punkte geteilt. Überraschenderweise unterlag Laufwunder Daniel Pätzold in der wohl spektakulärsten Partie des Nachmittags erstmals der kroatischen Kampfmaschine Alen Kovac, der selbst die härtesten Schläge seines Gegenübers stocksicher entschärfte. Am Nachbartisch musste sich dafür im Generationenduell Weil stürmischer Youngster Christian Switajski dem glücklicheren Routinier Beranek beugen.
Im Spitzenpaarkreuz wurden die Punkte redlich geteilt. Neuzugang Baum überwand sein Zwischentief mit einem ansprechenden 3:1 über Pagonyi und hatte den Ungarn dabei gegen Ende der Partie überraschend sicher im Griff, während der TTC in der Nachbarbox im fünften Entscheidungssatz des Sonntags zum fünften Mal sieglos blieb. Versöhnlich stimmte TTC-Präsident Säger aber, dass sämtliche Fans der Partie zwischen Hessenmeister Ball und Russe Bondarev bis zum letzten Ballwechsel beiwohnten.
In 14 Tagen sollte der TTC dann beim Tabellenschlusslicht Traunstein in der Nähe des Chiemsees endlich mal wieder punkten, um nicht selbst in die Abstiegszone zu geraten.