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Alt 08.11.2007, 00:18
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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AW: Reformplan DTTL/Bundesligen

Unser Sport ist, gut aufbereitet, mindestens so fernsehtauglich wie Tennis, Snooker oder Pokern, wovon stundenlange Übertragungen z.B. auf Eurosport oder DSF kommen.

Doch Frank Schmidt hat recht: Wenn man die Mannschaftsstärke reduziert, fällt in erster Linie der deutsche Nachwuchs durchs Raster, denn dieses sogenannte "Nachwuchs-Fördersystem" ist eine Mogelpackung, die jeden Verein Geld kostet, "verdienen" kann dabei nur der DTTB. In der 1. Liga der Herren (nicht der Damen, die interessiert sowieso kein Fernsehsender) macht das Spielen mit Dreier-Mannschaften auf einem Tisch vielleicht Sinn. Aber nur dann, wenn die Bundesligaspiele auch live im Fernsehen (nicht nur im Internet!) übertragen werden. Das garantiert aber keiner, auch Contenthouse nicht, insofern ist es riskant, auch hier die Regeln so gravierend zu ändern und dem deutschen Nachwuchs noch weniger Chancen zu geben als jetzt.

Die bisherigen Erfahrungen mit Contenthouse waren ja ernüchternd, aber die Erstliga-Manager greifen in ihrer Verzweiflung anscheinend nach jedem Strohhalm, selbst da (bei den Damen), wo's keinen gibt.

Völlig sinnlos ist es, die Mannschaftsstärke in den zweiten Ligen zu reduzieren. Denn vor allem hier würde der deutsche Nachwuchs auf der Strecke bleiben, die Zuschauer und Sponsoren würden sich noch weniger als bisher mit den von (meist besseren und noch billigeren) Ausländern beherrschten Teams identifizieren, der schon jetzt vorhandene Unterschied zwischen 1. und 2. Liga würde noch größer, das Fernsehen interessiert die 2. Liga sowieso nicht. Wenn schon ein "Schnitt", dann muss man ihn (wie bisher) zwischen 1. (Profi)-Liga und 2. (Amateur)-Liga (auch juristisch) machen und nicht schon zwischen Regionalliga und 2. Bundesliga, denn da ist der Unterschied nur spielerisch groß, aber nicht rechtlich vom Status der Spieler her.

Die Mitgliedsverbände des DTTB wären verrückt, wenn sie die Bundesliga-Plätze für ihren teuer geförderten Nachwuchs im Hochleistungsbereich selbst reduzieren würden. Und die Vereine lügen sich in die eigene Tasche, wenn sie meinen, Dreier-Mannschaften (plus Ersatzmann in der 1. Liga) und Vierer-Mannschaften (plus Ersatzmann in der 2. Liga) wären "billiger". Das geht rucki-zucki, dass eine Vierer-Mannschaft genauso viel kostet wie jetzt eine Sechser-Mannschaft.

Nur an die Zuschauer, gerade an die potentiellen, denkt (fast) keiner. Wer soll verstehen, dass es im Tischtennis, je nach Liga, Mannschaften gibt, die mit sechs, vier oder drei Leuten und dann noch nach völlig anderen Spielsystemen (Regeln) spielen? Das gibt's in keiner anderen Sportart, nur im (anscheinend exotischen) Tischtennis.

Anstatt unseren Sport einfacher (verständlicher) zu machen, machen wir ihn immer komplizierter. Das ist das völlig falsche Signal - vor allem für die Öffentlichkeit! Man muss Tischtennis, so wie es ist, präsentieren - als Premium-Sportart, die in ihrer einfachen Form schon jedermann/jede Frau gespielt hat und versteht. Sich ständig mit unjsäglichen Regeländerungen für ein paar Medienleute zu prostituieren, bringt in der Tat überhaupt nichts. Man legt sich flach, macht die Beine breit und wird benutzt. Kassieren, wenn überhaupt, tun andere.
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