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Zitat von Max
Precht ist ein Traeumer. Er verkennt, dass viele Menschen in ihrer Pubertaet einfach keine Lust haben. Ausserdem haben die Hongkongchinesen den Skandinaviern schon laengst den Rang abgelaufen und die lernen nach dem ungeliebten Frontalunterricht, der ja ach so schlimm ist und nicht die mediale Kompetenz foerdert. Gerade der Frontalunterricht mit dem Lehrer vorne ist das beste Mittel um Diskussion zu lenken und um das Reflektieren ueber den Stoff zu foerden. Eine Gruppendiskussion mit gelangweilten Schuelern hilft keinem interessierten Schueler.
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Langeweile erfolgt eben genau durch diesen Frontalunterricht. Du brauchst Lehrer, die den Unterricht neu und frisch gestalten, um das Interesse der Schüler zu wecken. Richtig. Viele sind in dieser Zeit lustlos, aber eben genau, weil sie Tag ein und Tag aus die Zeit in der Schule absitzen. Ich bin ja erst 3-4 Jahre aus der Schule raus und kann mich mit dem was Herr Precht sagt, perfekt identifizieren. Ich war immer ein Streber und 1er Schüler, bis ich mich gefragt habe, wieso ich das lerne, da ich ja in einer Woche sowieso alles vergesse und habe dann rapide abgebaut.
Dennoch ist in den Fächern, die mich a) interessiert haben und b) in denen der Unttericht nicht nach Konzept XY gelaufen ist, etwas hängen geblieben. Mit der traditionellen Methode kommt man hier nicht mehr weit. Das System ist völliger Irrsinn. Wie er richtig sagte. Ein Matheklasse. Ich war eine totale Niete und ein guter Freund und Banknachbar war der Beste in Mathe. Als ich im Abi gerade mal die erste Aufgabe fertig hatte, war er schon fertig und hat aus langerweile Zusatzaufgaben gemacht. Gedicht/Buchinterpretationen in Deutsch. Wie kann eine Interpretation denn bewertet werden und nach welchen Kriterien? Wenn Schüler A den einen Satz so interessiert und der Lehrer das auch so sieht bekommt er eine 1 und wenn Schüler B etwas anderes interpretiert, bekommt er eine 5 oder wie? Dann noch der Schwachsinn, dass man bestimmte Fächer nicht abwählen kann. Erst mal gibt es viel zu viele. Du lernst von jedem Quark irgendwie einen Bruchteil und vergisst es dann und stehst nach der Schule da und fragst dich, was du da gerade 12 Jahre gemacht hast. Anstatt Zeit mit Fächer und Nachhilfe zu verschwenden, die man nie brauchen wird (bei mir z.B, Mathe) hätte ich viel lieber meine ganze Konzentration auf Ethik, Philosophie, Sozialkunde und Deutsch gelegt. So wurden meine Begabungen nicht gefördert (was sinnvoll gewesen wäre) sondern es wurde Zeit in meine Schwächen investiert, damit ich nicht mehr sehr schlecht sondern nur noch schlecht in Mathe dastehe. Bravo
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Zitat von Max
Und dieses projektorientierte Lernen ist Unfug. Wenn ich lustlos bin, dann hilft mir auch nicht das projektuebergreifende Thema "Klimawandel" um mich zu motivieren. Ausserdem verkennt es das Humboldtsche Bildungsideal. Wissen und Bildung ist kein Mittel, die Sache an sich hat einen zu interessieren.
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Auch völlig falsch. Es wird interessant, indem es verständlich wird und Spaß macht. Leg in Geschichte einem Schüler ein Buch hin und lass ihn 50 Seiten über die französische Revolution lesen. Er wird nichts behalten. Zeigst du ihm eine Dokumentation, stellst einige Sachen in einem Profjekt nach etc. haben die Schüler Spaß daran, da sie kreativ sein können und behalten dadurch auch viel mehr.
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Zitat von Max
Wer die Bildungsmisere angreifen will, soll bessere Lehrer einstellen und sie notfalls auch besser vergueten. Die besten Lehrer in meiner Schule waren immer die wissenschaftlich ausgebildeten, die kurz vor einer wissenschaftlicen Karriere standen und nicht die Lehramtsfuzzis mit einer Faecherkombi Erdkunde/Sport. Dazu noch das Migrantenproblem und deren schlechte Deutschkenntnisse, fertig ist der Salat. Wenn die Nichtakademikerhaushalte es nicht schaffen koennen, dann muss halt eine Kindergartenpflicht eingefuehrt werden, um die deren Kinder so schnell wie moeglich an eine Bildungskultur zu gewoehnen.
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Das bringt nicht viel, da ein guter Lehrer eher gefeuert wird oder traditionell weiter unterrichtet, bevor er etwas anders macht. Wir hatten damals den besten IT Lehrer Deutschlands als Informatiiklehrer. Er kam damals mit der innovativen Idee, die Schule mit W-Lan und Tablet-PC auszustatten und wurde vom Rektor und anderen Lehrern daran gehindert. Nun ist es inzwischen beinahe ein Standard.
Das System ist einfach folgendes: Student XY wird an der Uni mit Lehrstoff ausgebildet, kommt in die Schule und soll nach Lehrplan AB unterrichten. Dann kommt er in eine Klasse mit 30 Schülern und ist völlig überfordert und froh, wenn er zuhause ist...
Ich lege dir den Film "Der Club der toten Dichter" wärmstens ans Herz. Die Thematik ist aktueller denn je.