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  #141  
Alt 21.08.2009, 14:04
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tarantino tarantino ist offline
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von LAIBACH Beitrag anzeigen
1989 war wohl die letzte deutsche Revolution für alle Zeiten...
q.e.d.! Naja, ne Begründung würde mir auch schon reichen...
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  #142  
Alt 21.08.2009, 14:12
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von tarantino Beitrag anzeigen
q.e.d.! Naja, ne Begründung würde mir auch schon reichen...
Was soll ich begründen? Dass es 1989 auf "deutschem" Boden eine Revolution gab? Da ich davon ausgehen kann, dass du damals auch schon gelebt hattest und geschichtlich-medial interessiert bist, kann ich mir diesen Nachweis wohl schenken, oder?

In meinem Satz, auf den du dich beziehst, steht ein ganz wichtiges Wort: "wohl".
Dies bedeutet, dass meine Aussagen nicht definitiv gemeint ist, sondern sozusagen ein "Hintertürchen" offen bleibt.
Ob es - s.o. - nach 1989 jemals nochmals eine "deutsche Revolution" geben wird, die zu einem merkbaren Bruch mit den derzeitigen Zuständen führt, ist doch mehr als fraglich.
Man meckert hier und da und entwickelt Strategien und Sehnsüchte, aber dank unseres - durch Medien und Erziehung geschulten Charakters - bleiben wir lieber im wahrsten Sinne des Wortes zuhause, anstatt uns die Finger schmutzig zu machen und Nachteile/Einschnitte im Leben in Kauf zu nehmen.
Man kann auch sagen: wir haben uns mit jenen Zuständen arrangiert und sehen diese als das kleinere Übel an.
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  #143  
Alt 21.08.2009, 14:21
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tarantino tarantino ist offline
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

o.k., da gehen wir weitgehend konform (siehe meinen letzten größeren Beitrag im OFF-Topic). Klang mir halt zunächst etwas zu ultimativ.

Jetzt aber würde mich interessieren, wie Du Kultur definierst? Muss eine ziemlich enge Definition sein, denn interessant ist ja, das "Kraftwerk" kommt und Goethe und Schiller (z.B.) nicht!
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  #144  
Alt 21.08.2009, 14:44
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

"Eng" ist meine Definition des Wortes "Kultur" gewiss nicht.
Kultur ist "mMn" alles, was uns sozial prägt. Medien, Kunst, Musik, Zwischenmenschliches...
Dass ich Kraftwerk benannt habe und die von dir angesprochenen Goethe und Schiller nicht, hat alleine damit zu tun, dass ich ursprünglich die Intention hatte, Menschen zu benennen, die sich auf das heutige Deutschland auswirken, sozusagen "modern" (Populärkultur) sind. Natürlich habe ich nichts gegen Goethe und Schiller und weiß sehr wohl, dass sie wichtig für die Gesamtkultur Deutschland sind, ohne Frage.
Nur ist´s aber so, dass Musik mehr Menschen kulturell beeinflusst als ein "Literatur-Olympier" mitsamt seiner höheren Sprache, oder? Ein musikalischer Rhythmus kann von Mio. verstanden werden, eine Sprache im Stile Goethes wohl weniger.
Nun denn, hinfort von Kraftwerk und Schiller, hin zum Ausgangsthema.
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  #145  
Alt 21.08.2009, 15:12
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von LAIBACH Beitrag anzeigen
von Kraftwerk und Schiller, hin zum Ausgangsthema.
die Steilvorlage nehme ich gerne an:

Typisch deutsch ist gute und erfolgreiche elektronische Musik


http://www.youtube.com/watch?v=R9fur...eature=related
http://www.youtube.com/watch?v=jbod1-ToM4U
http://www.youtube.com/watch?v=EVTngRCf9vk

edit: streiche "erfolgreich", setze "einflussreich"
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Geändert von tarantino (21.08.2009 um 15:16 Uhr)
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  #146  
Alt 21.08.2009, 20:11
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von tarantino Beitrag anzeigen

Typisch deutsch ist gute und erfolgreiche elektronische Musik
Streiche "gut" (und vielleicht auch noch "Musik"....) und du erhälst etwas anderes, "typisch" Deutsches :

http://www.youtube.com/watch?v=T8m6IbItrgk
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  #147  
Alt 21.08.2009, 20:17
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von LAIBACH Beitrag anzeigen
Nur ist´s aber so, dass Musik mehr Menschen kulturell beeinflusst als ein "Literatur-Olympier" mitsamt seiner höheren Sprache, oder? Ein musikalischer Rhythmus kann von Mio. verstanden werden, eine Sprache im Stile Goethes wohl weniger.
Da kann ich jetzt schlecht widersprechen, denn ich bin zu ungebildet, um zu beurteilen, inwieweit Goethe und Schiller unseren Sprachraum beeinflusst haben. Sicherlich geht ein heftiger Beat heute schneller in die Köpfe und bewegt die Menschen mehr, ob es da aber eine Nachhaltigkeit gibt, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht war es da bei Wolfgang und Friedrich doch etwas anders.

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  #148  
Alt 21.08.2009, 21:09
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Zitat:
Zitat von LAIBACH Beitrag anzeigen
"Gehorsam, Fleiß, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland."
Gehe mal nur auf die Tugenden ein, weil über die deutsche Kultur brauchen wir sicher nicht ausführlich sprechen.

Die von Dir genannten "Kardinaltugenden", sind natürlich, und das weiß ja nun jedes Kind seit dem III. Reiche, weil krass mißbraucht, sehr negativ besetzt. Schafft man es aber mal sich davon zu lösen (und warum denn nicht), so sind das doch alles Werte an denen es heute leider mangelt, die wohl, würden sie noch Beachtung finden und gelebt werden, zu einem gänzlich anderem Gelingen im Lande beitragen würden.

Was bitte ist an Gehorsam (z.B. dem des Kindes den Eltern gegenüber, oder des Schülers gegenüber seines Lehrers, dem Bürger gegenüber seiner Obrigkeit) auszusetzen, unter der Prämisse die fordernde Stelle ist integer.
Dann nämlich wird Gehorsam nur gefordert um hilfreich zu sein, um zu lehren wie man sich in die Gemeinschaft einordnet, etc.

Fleiß, lieber Florian, ist nun sicher keine Schande, erstens Ausdruck eines ausgeprägten Willens zu überleben, zweitens Beleg für den Willen voranzukommen, sich nicht mit "Gegebenheiten" abzufinden sondern sie zu ändern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, keinesfalles aber etwas wofür man Menschen verachten müßte, weil sie es sind. Auch hier gilt, der Integre weiß um seine Grenzen, und die seines Fleißes.
Kinder also z.b. anzuhalten fleißig zu sein, darf nur nicht unter gewissem Deckmantel geschehen (nämlich gleichzeitig mit der Herabsetzung des weniger fleißigen, oder gar [wie in der Historie geschehen] unter Hinweis auf ein rassisches Merkmal).
Fleißige, also Überlebenstüchtige gibt es allerorten auf dieser Welt, gottseidank.

Ehrlichkeit, die Basis allen Zusammenlebens, bzw. fehlende stets der Untergang von funktionierenden Systemen. Lassen wir das, ich bin überzeugt Du sehnst Dich ebenso nach solchen Werten.

Um feststellen zu können inwieweit Werte Freiheit bringen, müßten wir nun erst einen ordentlich definierten Begriff von Freiheit haben. Ich meine davon hat jeder eine eigene Vorstellung. Was über allen Individualvorstellungen aber steht, das sind nun mal Regeln, Regeln die auf diesen Werten fuß(ss)en, denn sonst gibt es kein Leben in Gemeinschaft, wir haben zu sehr unsere Grundinstinkte verloren, als das wir ohne Regeln zusammenleben könnten, wie das z.B. Tiere eben können. Wobei natürlich auch diese Regeln benötigen, die werden nur nicht selbst gesetzt, sondern von der Natur als Rahmen gesteckt. Darüber haben wir uns hinweggesetzt, wir "aufgeklärten" Menschen. Ich meine, weit am Ziel vorbei, und ohne Sinn und Verstand.

Gäbe an dieser Stelle noch sehr viel zu sagen, aber ich wills nicht überstrapazieren. Denke Du weißt wie es meine und welche "Gesinnung" dahintersteckt.
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  #149  
Alt 22.08.2009, 08:22
Abwehrtitan Abwehrtitan ist offline
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Übrigens FLo, die Liebe zum Vaterland, ich nenne es lieber Heimat, hat (zumindest für mich) einen hohen Stellenwert. Heimat ist für mich vieles, rein räumlich die Ecke in der ich aufgewachsen bin, meine Vergangenheit, die ich heute nach Jahren (wohl etwas verklärt) als sehr angenehm empfinde, ich erinnere mich gerne an die Gefühle aus meiner Kindheit. War doch letztlich (wenn auch stark diszipliniert [Gehorsam]) eine sehr freie Zeit. Wir kamen von der Schule nach Hause, Mutti hatte ein lecker Mittagessen gekocht, nach dem Essen haben wir den Schulranzen in die Ecke geschmissen und sind in die Wälder gestürmt, wir konten uns dort den ganzen Tag beschäftigen, es war nie, aber auch nie langweilig [deshalb kann ich auch so gute Erdhöhlen bauen]. Wir haben tun und lassen können was wir wollten, waren immer eine ganze gang von Kindern, wurden nicht so "behütet" wie die Fratzen heute. Es gab nur zwei Befehle und die waren klar und deutlich, ebenso die Konsequenzen bei Zuwiderhandlung. Zum Abendessen war man daheim, spät. wenns dunkel wird. Und wer sich bei einer Sauerei erwischen lässt, ja mei .... , der hat halt mal den Hintern versohlt bekommen, beim zweiten Mal hat man dann lieber nochmal nachgedacht. Wenn der Wald mal nicht so in war, wars eben der Fussballplatz, wir waren alle fit wie Turnschuhe, vom Rennen tagaus tagein, dicke Kinder gabs selten (nur wenn sie krank waren), Erwachsene wurden gegrüßt, man hatte einen natürlichen Respekt. Einmal haben sie uns den Fußballplatz gestrichen, wurde Bauland, wir gingen zum reichsten Bauern des Dorfes (sein Sohn war mit dabei), der hat den Traktor aus der Scheune geholt, ein Stück Wiese umgeackert, planiert, hat uns Schaufeln, Holz und Nägel gegeben und hat gemeint, "So, Jungs baut den Rest selber, und einen von euch will ich 10 Jahren in der Nationalmannschaft sehen. Mein Vater ging dann abends mit und hat die Tore zusammengenagelt (unsere awren ein paar Mal auseinandergefallen [wir waren so 8 - 10 Jahre alt]. Das war riesig, als die Burschen vom Nachbardorf eines Nachmittags dort auftauchten gabs ne ordentliche Keilerei um den Platz, aber alles im Rahmen, schön wars. Ich könnte Dir Stunden solches erzählen, will damit nur ein Gefühl transportieren. Und diese Gefühl lasse ich mir von niemanden nehmen oder kaputtmachen. Wir machten stundenlange Radausflüge (BONANZARÄDER, wer kann sich an die noch erinnern), erkundeten so unser Umfeld, wir kannten jeden Weg und Steg, die Kids heute finden von zu Hause grad mal zur Schule die für keinen weiter als 2 km entfernt ist. Wir liefen da immer hin, im Sommer Fahrrad, heute werden sie von wildgewordenen Muttis antransportiert, eine Mutti ist wichtiger als die andere, das Schauspiel morgens müßtet ihr euch mal ansehen. Mein Vater hat mal mit grobem Unverständnis reagiert und eine Nachbarin gefragt (die bekannt ist als "GRÜNE") weshalb sie für so was bei Ihrer Haltung Sprit verblödelt, seitdem grüßt sie ihn nicht mal mehr. So waren früher die Leute so sind sie heute. Wenn ich meinen Vater früher gefragt hätte ob er mich zum Fußballtraining bringt, ich glaube er hätte mich zum Psychiater gebracht. Ich war einer begabtenesten Spieler, aber es galten für alle die gleichen Regeln, wer nicht trainiert spielt nicht. WIr hatten zweimal die Woche Training und ich entschuldigte mich beim Trainer für ein einen Do am dem meine Oma Geburtstag hatte, am So. stand ich mit meiner Sporttasche am Vereinsgelände, mein Trainer fragte "Wolfgang, was willst Du mit der Sporttasche ?", " na wir haben doch heute ein wichtiges Spiel", er sagte "nimm dein Fahrrad fahr zum Schaukasten und hol mir den Zettel rechts oben mit unseren Aufstellungen", ich stand nicht drauf, den ganzen Weg bis zum Sportplatz hab ich geheult, ehe ich wiede bei meinem Trainer wear habe ich mir schnell die Augen ausgewischt, er sagte "Steht da Wolfgang ?", ich sagte "nö", er sagte "ich kann keine Ausnahmen machen sonst glaubt mir niemand mehr, aber Du kannst bei nächsten Mal wieder mitspielen" Da alles Flo ist Heimat und noch vieles mehr. Wer darauf nicht mehr stolz sein kann, wer das nicht mehr zu schätzen weiß, dem kann ich auch nicht helfen. Das schlimmste was es für mich gibt ist (und das bei all meiner Systemkritik) ist Nestbeschmutzung. Meine auch hier im Forum geäußerte Kritik richtet sich genau gegen diese, auch wenns teils unsere Obrigkeit ist, das sind für mich Leute die das Vaterland mit Füssen treten, es kaputt machen aus Gier nach Macht und Geld, Arschlöcher ersten Ranges, charakterlose Schweine die solches Gefühl dem Kapital unterordnen.
Auch hier verstehst Du sicher was ich meine, auch wenns sehr pathetisch und einseitig dargestellt ist.

Ein ander Mal zu andern Werten wie Ordnung & Co. noch mehr.....
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  #150  
Alt 22.08.2009, 08:30
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AW: Was ist eigentlich "typisch deutsch"

Respekt, Wolfgang...
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