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#1831
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´ Alle Wege münden in schwarze Verwesung.... .. (Georg Trakl) Geändert von Rieslingrübe (22.11.2016 um 17:05 Uhr) |
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#1832
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Hallo, nachdem in diesem Thread sehr häufig zu lesen war, dass die früheren Stiga-Hölzer besser waren, folgt hier nun ein direkter Vergleich meines alten Classic Offensive Ulf „Tickan“ Carlsson (OC) von 1982 mit dem Offensive Classic Carbon (OCC), welches nach Herstellerangaben die Weiterentwicklung des Offensive Classic (OC) sein soll. Durch zwei zusätzliche Carbon Schichten werde ein höheres Tempo erreicht ohne an Sicherheit zu verlieren. Damit sei das OCC laut Hersteller im Vergleich zum OC "ohne Carbon" etwas steifer und härter.
Es war mir leider nicht möglich, aus erster Hand etwas über die verwendeten Hölzer zu erfahren, der Mitarbeiter von Stiga Schweden gab an, dass er mir aus Wettbewerbsgründen keine Informationen geben darf. So bin ich auch nach langer Internetrecherche auf Vermutungen angewiesen. Zunächst einmal die „harten“ Fakten: Offensive Classic Ulf "Tickan" Carlsson: Gewicht: 89g, mit Belägen 179,3g, Schlägerblatt 5,5mm stark, Kernfurnier Abachi 3mm, Zwischenfurnier Fichte (?) 0,75mm, Deckfurnier Nussbaum (?) 0,5mm. Grifflänge 9cm, Griffbreite 2,7 cm, Griffstärke 2,2 cm, Griffende 3,25cm. Griffschalen bestehen aus 3 Furnieren. Offensive Classic Carbon (Winner): Gewicht: 85g, mit Belägen 173,9g; Schlägerblatt 5,5mm stark, Kernfurnier Abachi 3,5mm, dann Carbonlagen ca. 0,1mm, Zwischenfurnier Limba(?) ca. 0,55mm, Deckfurnier gefärbtes Limba(?) Ca. 0,35mm. Blattform identisch wie beim OC, Grifflänge 12cm, Griffbreite 2,85cm, Griffstärke 2,2 cm, Griffende 3,6cm. Griffschalen bestehen insges. aus 10 Furnieren, davon je 2 dunkel, 2 hell, wahrscheinlich das selbe Holz, nur gebeizt. Beim Klopfen höherer Ton als beim OC. Obwohl das Limba-Deckfurnier (Härte n.Brinell =37 - 41 N/mm²) weicher als Walnuss (Härte n.Brinell=50 - 69 N/mm²) ist, ist das OCC-Blatt insgesamt härter, was sicherlich auf das Carbon beim OCC einerseits, auf das weiche Kiefernfurnier beim OC andererseits zurückzuführen ist. Die Verarbeitung des OCC ist makellos, der Griff ist anfangs etwas rauh. Dies vermittelt jedoch beim Spiel, zusammen mit dem etwas breiteren Griffende ein etwas sicheres Griffgefühl. Beide Schläger haben eine im Vergleich zu anderen anatomischen Schlägern moderate Formgebung. Die Umstellung auf den etwas längeren und minimal breiteren anatomischen Griff des OCC klappt problemlos. Die Kanten sind sehr ordentlich verarbeitet, die Linse perfekt eingepasst. Insbesondere die schöne, mittig platzierte Maserung des Griffes ist sehr ansprechend. Nun zur Praxis: Auf beiden Schlägern wurden identische Beläge (VH Tibhar Evolution FX-S 1,9mm, RH Tibhar Aurus Soft 1,9mm) frisch aufgeklebt, die auch etwa das gleiche Gewicht haben. Das erste Einkontern gelang sehr gut, der OCC zeigt etwas mehr Tempo, insbesondere der Rückhandkonter kommt sehr viel direkter (Kommentar meines Mitspielers: "Hast du heimlich geübt?"). Der OC erweist sich beim Spiel mit gefühlvollem Spin als etwas kontrollierter, sobald ich mehr Tempo mache, wird dieser aber insgesamt etwas „schwammig“, was natürlich auch auf den weichen Schwamm des FX-S zurückzuführen ist. Es fühlt sich an, als ob sich der Ball im Schläger „eingräbt“. Hier zeigt der OCC eindeutig Vorteile, das härtere Blatt liefert hier durch seine höhere Steife wesentlich mehr Rückmeldung. Der OC benötigt insgesamt auch längere, weichere Bewegungen, unterstützt eher mittelschnelle, gefühlvolle Vorbereitungsschläge mit Topspin. Der OCC zeigt eindeutige Vorteile im Abschluss. Hier werden härtere Schläge auch mit einem schönen Sound „belohnt“, ohne an Kontrolle einzubüßen. Beim Test konnte ich nicht feststellen, dass es relevante Unterschiede beim Vibrieren der Hölzer gab. Fazit: Da der Furnieraufbau nicht identisch ist, ist auch ein direkter Vergleich nur bedingt möglich. Beides sind dennoch sehr gute Schläger, die eine gute Kontrolle liefern und für ein spinorientiertes Spiel aus der Halbdistanz hervorragend geeignet sind. Dass die älteren Schläger grundsätzlich besser waren, kann ich so nicht bestätigen, mein OCC zeigt eine hervorragende Verarbeitung und weist gegenüber dem OC auch spielerisch eindeutige Vorteile beim Konter und Schuss auf. Er zeigt sich insgesamt etwas schneller und direkter. P.S.: Um möglichen Fragen vorzubeugen: Der OC steht definitiv nicht zum Verkauf ;-) Geändert von m.heller (23.11.2016 um 20:54 Uhr) |
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#1833
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Zitat:
Das Stiga Offensive Classic würde ich nicht unter den 'frühen' Stiga-Modellen notieren. 1982 fällt eher in die 'mittlere Fertigungsphase'. Ich empfehle in diesem Fall zum Vergleich zunächst den direkten Vorgänger: das zwischen zirka 1975 und 1981 gefertigte Off-Wood - bevorzugt ein 5,4 bis 5,5 mm dickes und zwischen 90 bis 93 Gramm schweres Exemplar aus der E-Serie. Dürfte um einiges gefühlvoller ausfallen als das Offensive Classic, bei vergleichbarer Geschwindigkeit. .............................
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´ Alle Wege münden in schwarze Verwesung.... .. (Georg Trakl) Geändert von Rieslingrübe (24.11.2016 um 16:08 Uhr) |
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#1834
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Werde wohl keine weiteren Hölzer testen, die beiden funktionieren ja gut. Das einzige, was ich wohl nä. Saison verändern werde, ist, die FX-S durch EL-S zu ersetzen. Aber vielleicht weißt du ja, ob ich mit meiner Angabe der verwendeten Hölzer richtig liege?
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#1835
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
@ m.heller: Bist Du Dir sicher, daß die Grifflänge beim Offensive Classic Carbon (Winner): 12cm ist?
Daß die alten anatomischen Stigagriffe sehr kurz sind (9cm), das weiß ich, aber daß die neuen so extrem lang sind, war mir nicht bewußt. |
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#1836
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Oh, du hast recht, ich habe mich mit der Schieblehre vertan, es sind 10,2cm. Sorry.
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#1837
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Zitat:
Mein Tipp: geh' die Sache nicht zu wissenschaftlich/fachtheoretisch an. Vergiss die Lehrbuchangaben zu den durchschnittlichen Härtewerten nach Brinell. Selbst wenn du von den Herstellern aufrichtige Antworten zu den Holzarten und der jeweiligen Furnierzusammenstellung sämtlicher Modellinien der Vergangenheit und Gegenwart bekommen würdest, hätten diese Informationen meiner Ansicht nach nur bedingte Aussagekraft. Denn Limba ist nicht gleich Limba. Es gibt allein bei dieser Tropenholzart erhebliche Unterschiede in der Härte, Dichte und im Gewicht, je nach Selektion der Zulieferer in Afrika. Manche alten Stiga-Serien - insbesondere von Ende der 50er und Anfang bis Mitte der 60er Jahre - besitzen derart büffelharte Limba-Deckfurniere, dass man sie kaum mit dem Fingernagel einritzen kann. Dieses besondere Limba weist manchmal eine etwas eigentümliche, leicht gelbbraune Farbe auf und wurde eng am Stammkern sehr alter Bäume geschnitten. Ab den späten 60ern wurden die von Stiga verarbeiteten Limba-Qualitäten bis heute meiner Wahrnehmung nach heller, weicher und leichter - nicht zuletzt im Zuge strengerer Umweltschutzmaßnahmen und limitierter Selektionsmöglichkeiten im Tropenwald. Damit will ich keinesfalls behaupten, dass die härtesten und schwersten Limba-Furniere und Schlägerhölzer auch immer für jeden Spieler die am besten geeigneten sind. (Als abgetakelter Basiswühler bevorzuge ich zum Beispiel mittelharte Limba-Außenfurniere auf mittelschweren Stiga-Hölzern der Baujahre 1968 bis 1972.) In höheren Leistungsklassen und vor allem unter jenen Profis und Vertragsspielern, die heute zum Teil noch alte Stiga-Hölzer verwenden, sind nach meinem Kenntnisstand jedoch meist besonders harte Limba-Außenfurniere auf schweren Schlägerhölzern um die 100 Gramm gefragt.... ![]() ´
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´ Alle Wege münden in schwarze Verwesung.... .. (Georg Trakl) Geändert von Rieslingrübe (25.11.2016 um 09:09 Uhr) |
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#1838
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Das hätte mich auch arg gewundert. Danke fürs Nachmessen.
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#1839
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Hallo zusammen,
ich habe mir von Tibor Rosner ein altes Flisan umbauen lassen. Die Grundidee stammt von deti016, dessen "Flengtsson" ich glücklicherweise auch besitze! Nun ist aus einem für mich nicht spielbaren Flisan ein sehr gut spielbares Holz mit Bengtsson Griffschalen geworden. Die Eckdaten: Gewicht: 92 g Masse: 159 x 153 mm (Die Form ist an die ersten Bengtsson angelehnt.) Dicke: ca. 5,5 mm Tempomäßig würde ich es OFF- einstufen, es ist auf jeden Fall schneller als ein Stiga Allround Evolution. Warum macht man so etwas? Ja, so schöne goldbraune Limba Außenfurniere gibt es schon lange nicht mehr!
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#1840
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeit
Scheint gut gemacht worden zu sein. Optisch einwandfrei gemacht!
Hoffentlich spielt es sich auch so gut, wie es aussieht! |
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| Stichworte |
| stiga, stipancic, Unbekanntes STIGA |
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