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Technik - Taktik - Training - Vorsätze und Zielerreichung Hier könnt Ihr Fragen und Tipps rund um die Themen Technik, Taktik und Training loswerden. Spieler und Trainer können hier Erfahrungen austauschen und Trainingswillige von ihren alltäglichen Problemen und Zielen berichten.

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  #1  
Alt 21.08.2026, 10:11
Benutzerbild von Rückhandmonster
Rückhandmonster Rückhandmonster ist offline
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Idee Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet

Im Rahmen der Trainerausbildung versuche ich auch immer ein Gesamtbild zum Verständnis mitzugeben. Hier was zum Lesen. Fragen versuche ich zu beantworten, wenn es welche gibt. Auch wenn die Daten z.T. aus 23/24 sind, sind sie meiner Meinung nach immer noch aktuell.
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Schneller, früher, weiter vorne – das moderne Technikbild im Tischtennis und was es für unser Training heißt

Ein Beitrag für Trainer_innen und Übungsleiter_innen im Verein und Leistungsbasis.
Gestützt auf das Technikbild der DTTB-Trainertagung für hauptamtliche Trainer_innen, die aktuelle Forschung zum Fußdruck beim Topspin (IAT Leipzig) und die Technikleitbilder der Deutschen Tischtennis-Akademie (DTTA).


[hr]

Das Spiel entwickelt sich – wir müssen mit

Wer heute Spitzentischtennis schaut, sieht einen Sport, der von Jahr zu Jahr schneller, dynamischer und athletischer wird. Bälle werden früher getroffen, die Reaktionszeiten werden kürzer, und die Zeitfenster, in denen ein Schlag noch gut ausgeführt werden kann, werden enger. Aus der Videoanalyse von Weltmeisterschaftsspielen bei der DTTB-Trainertagung 2023 zieht sich daraus ein klares Bild:
  • Der ganze Tisch wird bespielt – und muss abgedeckt werden. Wechselpunkte, Winkel, paralleles Anspielen und Tiefe bestimmen das Spiel. Wer nur einen Teil des Tisses abdeckt, verschenkt Zonen, in denen der Gegner Punkte holt.
  • Beidseitigkeit ist kein Bonus, sondern Pflicht. Der Wechsel der Schlagarten zwischen Vorhand (VH) und Rückhand (RH) ist fester Bestandteil der Weltspitze. Die Rückhand ist längst keine defensive Übergangslösung mehr, sondern eine Angriffswaffe.
  • Balance unter Zeitdruck entscheidet. Im modernen Spiel gibt es kaum noch Ruhephasen. Die Spieler*innen müssen ständig in Bewegung bleiben, Balance halten und trotzdem sauber treffen.
  • Die Rückkehr zum Tisch ist der entscheidende Moment. Der oder die Spieler_in, der bzw. die sich nach dem Schlag schneller zum Tisch bewegt, gewinnt oft den Punkt – weil er oder sie als Nächster_er wieder bereit ist.
  • Verbindungen und Kombinationen gewinnen Punkte. Nicht der einzelne starke Schlag zählt, sondern die Fähigkeit, Schläge zu verbinden, weiterzuspielen und dem Gegner keine Zeit zu geben.
  • Der Vorhand wird immer wichtiger – als zentraler Angriffsschlag, der auf nahezu jeden Ball, jede Rotation und fast jede Platzierung eingesetzt werden kann.

Gleichzeitig zeigt sich in der Analyse des nationalen Spiels ein deutliches Bild davon, wo deutsche Spieler*innen heute noch Punkte verlieren.

Der nationale Stand: Wo deutsche Spieler*innen noch schwächeln

Im Vergleich zur Weltspitze fallen bei deutschen Spielerinnen und Spielern wiederkehrend dieselben Muster auf:
  1. Anpassung fällt schwer. Die Anpassung an den ankommenden Ball – an Spin, Tempo und Flugkurve – klappt oft nicht. Auch die Vorbereitung auf den nächsten Ball, also das gleichzeitige Weiterdenken während des eigenen Schlags, ist eine Schwachstelle.
  2. Später Treffpunkt, viel zu weit hinten. Statt den Ball früh und nah am Tisch zu treffen, wird er oft spät und weit hinten getroffen. Das kostet Zeit, Power und gibt dem Gegner Chancen.
  3. Kompensation über den Fuß. Häufig steht der SchlagFuß auf der Ferse – das Gewicht bleibt hinten, statt über den Vorderfuß in den Ball zu arbeiten. Genau hier setzt die aktuelle Forschung an.
  4. Der Tisch wird nicht abgedeckt. Große Zonen bleiben offen, besonders in der Rückhandhälfte.
  5. Zu wenig Kraft aus den Beinen. Es wird nicht genug „von unten nach oben“ gearbeitet – die Beine bleiben zu passiv, die Power muss dann aus dem Arm kommen.
  6. Die Schlagentscheidung fällt schwer. Oft liegt es nicht an der Entscheidung selbst, sondern an der Positionierung: Wer besser positioniert ist, trifft die richtige Entscheidung leichter.
  7. RH-Banane und Weiterkommen. Beim Weiterspielen nach der Rückhand – etwa bei der sogenannten RH-Banane – sind andere Nationen deutlich besser.

Was die Forschung sagt: Der Fuß ist der Start der Kraftkette

Die Einschätzung, dass deutsche Spieler*innen ihr Gewicht zu weit hinten halten, ist kein Bauchgefühl mehr. In einer Studie des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) Leipzig (Nimtz, Schwieder & Schönburg) wurde die planetare Belastungsverteilung – also die Druckverteilung im Fuß – beim Vorhand-Topspin bei acht Spitzen- und acht Nachwuchsathleten im DTTZ mit Sensor-Sohle und 3D-Bewegungsaufzeichnung untersucht.

Das Ergebnis: Spitzenathleten bauen am Ende der Ausholphase – dem Umkehrpunkt vor dem Schlag – deutlich mehr Fußdruck auf als Nachwuchsspieler, und zwar in der hinteren Region des rechten Fußes und der vorderen Region des linken Fußes. Genau über diesen aktiven Fußabdruck wird der Impuls, der in der Ausholphase aufgebaut wurde, in die Schlagphase und damit in den Ball transferiert. Die Unterschiede waren praktisch bedeutsam, auch wenn sie statistisch knapp unter der Signifikanzschwelle lagen (Effektgrößen r ≈ 0,53–0,58).

Die praktische Botschaft: Die Kraftkette beginnt im Fuß. Wer beim Topspin aktiv mit dem Fuß in den Boden drückt und das Gewicht über den Vorderfuß nach vorne bringt, gewinnt messbar an Impulsübertragung. Umgekehrt erklärt sich auch der typische Fehler des „Absitzens“: Bleibt das Gewicht auf der Ferse, fehlt der horizontale Transfer in den Ball.

Technik im Detail: Körperschwerpunkt beim Vorhand-Topspin

Der Vorhand-Topspin ist der zentrale Angriffsschlag, und gerade hier zeigen sich die typischen Fehlerbilder deutscher Spieler*innen am deutlichsten. Die häufigsten Fehler:
  • Körpergewicht auf dem ganzen Fuß bzw. der Ferse statt auf dem Vorderfuß
  • Zu wenig Oberkörpervorlage – der Oberkörper bleibt aufrecht, statt sich aktiv in den Ball zu neigen
  • Zu breite, parallele Fußstellung mit der Hüfte unterhalb der Tischkante
  • Keine Anpassung an den ankommenden Ball – derselbe Schlag für jede Situation
  • Schlagansatz zu tief und zu weit hinten
  • Oberkörper richtet sich im Schlag auf – die Vorlage geht verloren
  • Später Balltreffpunkt in Bezug auf Körper und Flugkurve

Die langfristigen Schwerpunkte dazu
  1. Frühe Wahrnehmungsschulung. Spieler*innen sollen lernen, den ankommenden Ball früher zu lesen – Tempo, Spin, Flugkurve – damit die Anpassung nicht erst im letzten Moment stattfindet.
  2. Aktiver Fußabdruck. Der Übergang von der Ausholphase in die Schlagphase soll über einen bewussten, aktiven Fußabdruck laufen. Der Fuß ist der Start der Kraftkette.
  3. Regelmäßige Überprüfung in den Wachstumsphasen. Technik ist nicht statisch. Gerade in den individuellen Wachstumsphasen der Jugendlichen muss die Technik regelmäßig neu justiert werden, damit sie mit dem Körper mitwächst und sich keine Fehler automatisieren.

Die Schwerpunkte im Training – konkret für die Praxis

Aus Technikbild und Forschung leiten sich klare Trainingsaufträge ab. Die folgenden Punkte sind als Orientierung für den Trainingsalltag formuliert.

1. Früherer Balltreffpunkt – so früh wie möglich

Das primäre Ziel: der Gegner*in weniger Zeit geben. Der Ball soll grundsätzlich so früh wie möglich getroffen werden – beim VH-Topspin auch auf Unterschnitt, in der aufsteigenden Phase der Flugkurve. Die direkte Folge: näher am Tisch. Ein früher Treffpunkt erfordert eine kürzere Distanz zum Tisch, weil sonst der Ball zu weit hinten oder zu spät getroffen würde.

2. Auf den Vorderfuß – Körperschwerpunkt vorne

Die Gewichtslage gehört auf den Vorderfuß, der Oberkörper kommt aktiv mit. Wichtig: die Hüfte nicht zu tief, damit kein „Sitzen“ entsteht. Das Sitzen ist der klassische Fehler, bei dem der Schwerpunkt nach hinten und unten rutscht und die horizontale Kraft in den Ball verloren geht.

3. Der Wechsel von RH zu VH

Der beidseitige Wechsel muss aktiv trainiert werden – unregelmäßig und mit Fokus auf die Beinarbeit, damit die Positionierung zur Schlagtechnik passt. Der Wechsel soll aktiv im Arm über den Unterarm erfolgen, nicht als starres Zurückziehen zum Hüftbereich.

4. Variableres Training für echte Anpassungsfähigkeit

Technik soll nicht in starre Muster verkommen. Ein gutes Beispiel: unterschiedlich lange Blocks auf den Topspin spielen, damit die Tiefe des Tisches ausgenutzt wird und die Spieler_innen aktiv zum Tisch arbeiten müssen. Wer immer auf dieselbe Balllänge wartet, lernt nie, sich anzupassen. Dazu gehören auch Tempowechsel im Schlag und Blockspiel.

5. Mehr wettkampforientiertes Training

Kombinationen und Übungen sollen öfter in Wettkampfform gespielt werden. Schlagverbindungen kreativer denken, Spielzüge intensiver und gezielter trainieren. Punkteorientiertes Training heißt: zielorientiert trainieren, nicht nur Schläge abarbeiten. In diesem Zusammenhang sollte der Begriff „freies Spiel“ durch „auf Punkt spielen“ ersetzt werden.

6. Mehr zum Ball arbeiten
  • Die Bewegung zum Ball anpassen statt auf den Ball zu warten.
  • Die Bewegung auf den auszuführenden Schlag ausrichten, mit maximaler Beschleunigung im Balltreffpunkt.
  • Im tischnahen Spiel mehr über dem Ball bleiben – das führt zu einer flacheren Schlagebene und mehr Kontrolle.

Die langfristige Ausrichtung: Qualität, Beinarbeit, Wettkampf

Für die langfristige Entwicklung der Spieler*innen haben sich bei der Trainertagung folgende Prinzipien als gemeinsame Ausrichtung etabliert. Sie sind bewusst als Vision formuliert, weil sie über einzelne Trainingseinheiten hinausgehen.
  • Fokus auf Qualität: Platzierung, Punch im Schlag, Kontrolle – die Qualität des einzelnen Balls zählt mehr als die rohe Geschwindigkeit.
  • Fokus auf Bein- und Fußarbeit: Die Beine sind das Fundament jeder guten Technik. Ohne stabile, aktive Beinarbeit gibt es keine saubere Schlagausführung.
  • Wettkampforientiertes Training: Punkteorientiert und zielgerichtet trainieren, damit der Trainingserfolg im Wettkampf sichtbar wird.
  • Erfolgsorientierung im Training: Ein Bewusstsein für Erfolg im Training schaffen – Spieler*innen sollen Erfolg spürbar und messbar erleben, nicht nur Fehler korrigieren.
  • Früh Besonderheiten fördern: Individuelle Stärken früh erkennen und gezielt fördern, statt alle Spieler*innen über einen Kamm zu scheren.
  • Orientierung an Schlagprinzipien: Technik über die zugrundeliegenden Prinzipien verstehen und trainieren – Kraftkette, Bewegungskoppelung, Treffpunkt, Gewichtsverlagerung – statt nur über äußere Bewegungsabläufe.
  • Beidseitige Ausbildung: Die Positionierung am Tisch entwickelt sich weg von einem klaren RH-Fokus hin zu einer neutraleren Grundorientierung und einer echten beidseitigen Ausbildung. Früher wurde der Vorhand als klare Angriffsseite aufgebaut; heute soll die Grundstellung neutraler und die Rückhand von Anfang an gleichwertig ausgebaut werden.

Fazit für die Praxis

Das moderne Tischtennis verlangt schneller, früher und beidseitiger. Die gute Nachricht: Die meisten der genannten Punkte lassen sich direkt im Training angehen. Der frühere Balltreffpunkt, der Schwerpunkt auf dem Vorderfuß, die aktive Fußarbeit und die beidseitige Ausbildung sind keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete, trainierbare Fähigkeiten.

Die zentrale Botschaft für alle Trainer_innen und Übungsleiter_innen lautet: Die Technik beginnt im Fuß, die Anpassung beginnt im Kopf. Wer beides – die aktive Beinarbeit und die frühe Wahrnehmung – systematisch fördert, legt das Fundament für ein modernes, wettkampftaugliches Tischtennis. Und wer das früh und konsequent trainiert, gibt seinen Spielerinnen und Spielern die besten Chancen, in einem immer schneller werdenden Spiel Schritt zu halten – oder es zu bestimmen.

[hr]

Quellen und weiterführender Nachweis:
  • Protokoll der Tagung für hauptamtliche Trainer_innen in Deutschland, DTTZ, 04./05.12.2023 (DTTB) – Technikbild, Vision 2024, Workshop-Ergebnisse.
  • Nimtz, S., Schwieder, T. & Schönburg, S. (2024): Plantare Belastungsverteilung beim Vorhandtopspin im Tischtennis. Ergebnisbericht, Institut für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig / DTTZ.
  • Deutsche Tischtennis-Akademie (DTTA): Technikleitbild – Schlag- und Beinarbeitstechnik als Leitfaden für Nachwuchstraining und Trainerausbildung.
  • myTischtennis.de, Trainingstipp: Balltreffpunkt beim VH-Topspin (Stellungsspiel und variable Einsätze des Vorhand-Topspins).
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  #2  
Alt 21.08.2026, 12:10
Butzi Butzi ist offline
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..

Danke, dass du das hier in dieser Ausführlichkeit veröffentlicht hast.

Für mich ist besonders interessant, dass jetzt
- beidseitig ausgebildet werden soll und nicht mehr so vorhandorientiert
- dass auf einen früheren Balltreffpunkt geachtet werden soll und
- dass schon früh individuelle Stärken gefördert werden sollen.

Für Trainer, die eher Breitensportler ausbilden wollen, die auch Spass am Tischtennis haben, wenn sie mal nicht mehr so viel und regelmäßig trainieren können, sollte allerdings gelten, dass sie immer darauf achten, dass das Spiel kontrollierbar bleibt.

Ich wünsche allen Trainern und Trainerinnen viel Spaß bei der Saisonvorbereitung und eine erfolgreiche neue Saison.

Geändert von Butzi (21.08.2026 um 12:36 Uhr)
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  #3  
Alt 21.08.2026, 12:59
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..

Ich glaube, dass sich das nicht ausschließt und die meisten fangen ja im Breitensport an und daher könnte man ja vielleicht ein bisschen davon einfließen lassen. Nur so ein bisschen*
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  #4  
Alt 21.08.2026, 16:58
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..

Die Frage für mich ist, ab welcher Spielstärke der Spieler von den einzelnen Punkten profitiert bzw. was für nicht Leistungssportler überhaupt umsetzbar ist.

- Ein sehr früher Balltreffpunkt stellt hohe kognitive, körperliche und technische Anforderungen. Ich fürchte ein Großteil der Spieler bis hinein in die höhere Spielklassen wird mehr Fehler produzieren, als sie daraus Nutzen ziehen können.

- Balance unter Zeitdruck spielt erst dann eine Rolle, wenn ich technisch in der Lage bin den Ball tisch-nah vernünftig zu kontrollieren.

- Der ganze Tisch muss abgedeckt werden - spielt nur eine Rolle, wenn der Gegenspieler auch den ganzen Tisch sicher bespielen kann usw.

Neben dem "Spaßfaktor" könnte dem Hobbyspieler auch der Erfolg abhanden kommen, wenn er sein Spiel wie ein Spitzensportler aufbaut.
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  #5  
Alt 21.08.2026, 18:31
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Das ist ja gar nicht das Ziel. Ich stelle leider immer wieder fest, dass die Spieler trotz der Fähigkeiten dazu animiert werden, den Ball fallen zu lassen und dann zu spielen. Das geht schon bei den Anfängern los.
Wenn ich aber von klein auf lerne, dass ich den Ball spät nehme... gebe ich dem Gegner mehr Zeit.

Das da oben ist auch vor allem und für Übungsleiter/Trainer geschrieben. Es geht darum den Focus von dem alten auf das neue zu lenken.
Das ist da Ziel. Die Möglichkeiten sind natürlich immer verschieden bei jedem Spieler, aber ohne Orientierung auf das andere wird es halt nicht besser.
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  #6  
Alt 21.08.2026, 21:25
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"Der Vorhand wird immer wichtiger" - ist das ein Schreibfehler? Meintest Du eigentlich der (beidseitige) Top Spin wird immer wichtiger?
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  #7  
Alt 22.08.2026, 09:10
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Vielleicht ein bisschen mehrdeutig geschrieben, aber hier mal der Hintergrund.

Die VH ist aus physiologischen Gründen deutlich schneller als die RH. Rh kann zwar im Spin mithalten, aber nicht im Tempo, weil die kinetische Kette und Radius bei VH TS länger ist (mehr Weg einfach gesagt). Das bedeutet, dass ich die max. Durchschlagskraft mit der VH habe.
Ich nehme mal als Beispiel Patrick Franziska. Der hat eine für die Klasse "miese" VH - er schiebt an Anfang mit dem Ellbogen (sogar in den Lehrvideos für den DTTB).
Die RH von ihm ist super. Aber um wirklich Punch zu haben würde die VH viel besser sein.
Generell ist das aber immer nur ein Teil des gesamten Bildes. Aber am Ende des Tages, wenn es um rohe Gewalt und Punch geht, dann wird die VH immer wichtiger.
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  #8  
Alt 22.08.2026, 09:21
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Zitat:
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Ich stelle leider immer wieder fest, dass die Spieler trotz der Fähigkeiten dazu animiert werden, den Ball fallen zu lassen und dann zu spielen.

...

Das da oben ist auch vor allem und für Übungsleiter/Trainer geschrieben. Es geht darum den Focus von dem alten auf das neue zu lenken.
Tatsächlich ist es für viele Spieler durchaus vorteilhaft, den Balltreffpunkt nicht direkt nach dem Absprung zu setzen.

Wer in der Weltspitze mitspielen will, muss den Ball sehr früh nehmen um den Gegner von Beginn an maximal unter Druck setzen zu können. Wer in Kreis- oder Bezirksklassen agiert, für den ist die Sicherheit oftmals entscheidender. Auch ein Topspin mit mehr Effet von einer niedrigeren Position aus geschlagen bring dort häufig mehr Erfolg bei einer geringeren Fehlerquote.

Es ähnelt der Entscheidung über den passenden Belag. Wenn Spieler A mit einem max Belag Weltmeister wird, dann bedeutet das nicht, dass es für Spieler B das beste Material darstellt.
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  #9  
Alt 22.08.2026, 09:33
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Nicht ganz, im Tischtennis geht es immer um Zeit.

Wenn ich also später schlage, dann gebe ich nicht nur mir mehr Zeit, sondern auch dem Gegner.

Daher ist in allen Klassen ein früher Balltreffpunkt eine erstrebenswerte Möglichkeit.
Wenn man das von Anfang an trainiert, dann wird man darin besser.
Ein möglichst früher BT meint ja unter Umständen auch, dass anstatt in der fallenden Phase der Ball am höchsten Punkt getroffen wird.
Das muss man halt trainieren, das man schneller wird. Also das frühe Treffen immer in Bezug auf die Möglichkeiten der Spieler.
Was ich aber oft sehe ist, dass von Anfang an zu weit weg vom Tisch agiert wird und dann kann ich den Ball halt nur im Fallen spielen. Der Ansatz ist ja hier einfach darauf zu achten, dass man im Rahmen seiner Möglichkeiten früher zum Ball geht. Nicht jeder kann den Ball in der aufsteigenden Phase treffen.
Generell kann ich aber nicht früh treffen, wenn ich zu weit weg stehe .
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  #10  
Alt 22.08.2026, 10:05
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Das ist in dieser Absolutheit nicht korrekt und wenn ich deinen Eingangspost lese dann steht da ja auch dass die Erkenntnisse durch die Analyse von Weltmeisterschaftsspielen entstanden sind und dort ist das auch nachvollziehbar.

Wenn du bessere Ergebnisse in unteren Klassen erzielen möchtest, so geht der Plan das Risiko im Spiel zu erhöhen selten auf. Natürlich ist es auch dort oftmals nicht sinnvoll den Ball extrem tief fallen zu lassen. Aber auch der höchste Punkt ist z.B. für einen Topspin mit viel Effet kein Vorteil. Das konnte man sogar an der Weltspitze bei einem Timo Boll sehen.

Unterm Strich gibt es in diesen Klassen in der Regel größere Stellschrauben als den Balltreffpunkt wenn man sich steigern will.
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Geändert von mithardemb (22.08.2026 um 10:09 Uhr)
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