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| Technik - Taktik - Training - Vorsätze und Zielerreichung Hier könnt Ihr Fragen und Tipps rund um die Themen Technik, Taktik und Training loswerden. Spieler und Trainer können hier Erfahrungen austauschen und Trainingswillige von ihren alltäglichen Problemen und Zielen berichten. |
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#1
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Im Rahmen der Trainerausbildung versuche ich auch immer ein Gesamtbild zum Verständnis mitzugeben. Hier was zum Lesen. Fragen versuche ich zu beantworten, wenn es welche gibt. Auch wenn die Daten z.T. aus 23/24 sind, sind sie meiner Meinung nach immer noch aktuell.
--- Schneller, früher, weiter vorne – das moderne Technikbild im Tischtennis und was es für unser Training heißt Ein Beitrag für Trainer_innen und Übungsleiter_innen im Verein und Leistungsbasis. Gestützt auf das Technikbild der DTTB-Trainertagung für hauptamtliche Trainer_innen, die aktuelle Forschung zum Fußdruck beim Topspin (IAT Leipzig) und die Technikleitbilder der Deutschen Tischtennis-Akademie (DTTA). [hr] Das Spiel entwickelt sich – wir müssen mit Wer heute Spitzentischtennis schaut, sieht einen Sport, der von Jahr zu Jahr schneller, dynamischer und athletischer wird. Bälle werden früher getroffen, die Reaktionszeiten werden kürzer, und die Zeitfenster, in denen ein Schlag noch gut ausgeführt werden kann, werden enger. Aus der Videoanalyse von Weltmeisterschaftsspielen bei der DTTB-Trainertagung 2023 zieht sich daraus ein klares Bild:
Gleichzeitig zeigt sich in der Analyse des nationalen Spiels ein deutliches Bild davon, wo deutsche Spieler*innen heute noch Punkte verlieren. Der nationale Stand: Wo deutsche Spieler*innen noch schwächeln Im Vergleich zur Weltspitze fallen bei deutschen Spielerinnen und Spielern wiederkehrend dieselben Muster auf:
Was die Forschung sagt: Der Fuß ist der Start der Kraftkette Die Einschätzung, dass deutsche Spieler*innen ihr Gewicht zu weit hinten halten, ist kein Bauchgefühl mehr. In einer Studie des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) Leipzig (Nimtz, Schwieder & Schönburg) wurde die planetare Belastungsverteilung – also die Druckverteilung im Fuß – beim Vorhand-Topspin bei acht Spitzen- und acht Nachwuchsathleten im DTTZ mit Sensor-Sohle und 3D-Bewegungsaufzeichnung untersucht. Das Ergebnis: Spitzenathleten bauen am Ende der Ausholphase – dem Umkehrpunkt vor dem Schlag – deutlich mehr Fußdruck auf als Nachwuchsspieler, und zwar in der hinteren Region des rechten Fußes und der vorderen Region des linken Fußes. Genau über diesen aktiven Fußabdruck wird der Impuls, der in der Ausholphase aufgebaut wurde, in die Schlagphase und damit in den Ball transferiert. Die Unterschiede waren praktisch bedeutsam, auch wenn sie statistisch knapp unter der Signifikanzschwelle lagen (Effektgrößen r ≈ 0,53–0,58). Die praktische Botschaft: Die Kraftkette beginnt im Fuß. Wer beim Topspin aktiv mit dem Fuß in den Boden drückt und das Gewicht über den Vorderfuß nach vorne bringt, gewinnt messbar an Impulsübertragung. Umgekehrt erklärt sich auch der typische Fehler des „Absitzens“: Bleibt das Gewicht auf der Ferse, fehlt der horizontale Transfer in den Ball. Technik im Detail: Körperschwerpunkt beim Vorhand-Topspin Der Vorhand-Topspin ist der zentrale Angriffsschlag, und gerade hier zeigen sich die typischen Fehlerbilder deutscher Spieler*innen am deutlichsten. Die häufigsten Fehler:
Die langfristigen Schwerpunkte dazu
Die Schwerpunkte im Training – konkret für die Praxis Aus Technikbild und Forschung leiten sich klare Trainingsaufträge ab. Die folgenden Punkte sind als Orientierung für den Trainingsalltag formuliert. 1. Früherer Balltreffpunkt – so früh wie möglich Das primäre Ziel: der Gegner*in weniger Zeit geben. Der Ball soll grundsätzlich so früh wie möglich getroffen werden – beim VH-Topspin auch auf Unterschnitt, in der aufsteigenden Phase der Flugkurve. Die direkte Folge: näher am Tisch. Ein früher Treffpunkt erfordert eine kürzere Distanz zum Tisch, weil sonst der Ball zu weit hinten oder zu spät getroffen würde. 2. Auf den Vorderfuß – Körperschwerpunkt vorne Die Gewichtslage gehört auf den Vorderfuß, der Oberkörper kommt aktiv mit. Wichtig: die Hüfte nicht zu tief, damit kein „Sitzen“ entsteht. Das Sitzen ist der klassische Fehler, bei dem der Schwerpunkt nach hinten und unten rutscht und die horizontale Kraft in den Ball verloren geht. 3. Der Wechsel von RH zu VH Der beidseitige Wechsel muss aktiv trainiert werden – unregelmäßig und mit Fokus auf die Beinarbeit, damit die Positionierung zur Schlagtechnik passt. Der Wechsel soll aktiv im Arm über den Unterarm erfolgen, nicht als starres Zurückziehen zum Hüftbereich. 4. Variableres Training für echte Anpassungsfähigkeit Technik soll nicht in starre Muster verkommen. Ein gutes Beispiel: unterschiedlich lange Blocks auf den Topspin spielen, damit die Tiefe des Tisches ausgenutzt wird und die Spieler_innen aktiv zum Tisch arbeiten müssen. Wer immer auf dieselbe Balllänge wartet, lernt nie, sich anzupassen. Dazu gehören auch Tempowechsel im Schlag und Blockspiel. 5. Mehr wettkampforientiertes Training Kombinationen und Übungen sollen öfter in Wettkampfform gespielt werden. Schlagverbindungen kreativer denken, Spielzüge intensiver und gezielter trainieren. Punkteorientiertes Training heißt: zielorientiert trainieren, nicht nur Schläge abarbeiten. In diesem Zusammenhang sollte der Begriff „freies Spiel“ durch „auf Punkt spielen“ ersetzt werden. 6. Mehr zum Ball arbeiten
Die langfristige Ausrichtung: Qualität, Beinarbeit, Wettkampf Für die langfristige Entwicklung der Spieler*innen haben sich bei der Trainertagung folgende Prinzipien als gemeinsame Ausrichtung etabliert. Sie sind bewusst als Vision formuliert, weil sie über einzelne Trainingseinheiten hinausgehen.
Fazit für die Praxis Das moderne Tischtennis verlangt schneller, früher und beidseitiger. Die gute Nachricht: Die meisten der genannten Punkte lassen sich direkt im Training angehen. Der frühere Balltreffpunkt, der Schwerpunkt auf dem Vorderfuß, die aktive Fußarbeit und die beidseitige Ausbildung sind keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete, trainierbare Fähigkeiten. Die zentrale Botschaft für alle Trainer_innen und Übungsleiter_innen lautet: Die Technik beginnt im Fuß, die Anpassung beginnt im Kopf. Wer beides – die aktive Beinarbeit und die frühe Wahrnehmung – systematisch fördert, legt das Fundament für ein modernes, wettkampftaugliches Tischtennis. Und wer das früh und konsequent trainiert, gibt seinen Spielerinnen und Spielern die besten Chancen, in einem immer schneller werdenden Spiel Schritt zu halten – oder es zu bestimmen. [hr] Quellen und weiterführender Nachweis:
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#2
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Danke, dass du das hier in dieser Ausführlichkeit veröffentlicht hast.
![]() Für mich ist besonders interessant, dass jetzt - beidseitig ausgebildet werden soll und nicht mehr so vorhandorientiert - dass auf einen früheren Balltreffpunkt geachtet werden soll und - dass schon früh individuelle Stärken gefördert werden sollen. Für Trainer, die eher Breitensportler ausbilden wollen, die auch Spass am Tischtennis haben, wenn sie mal nicht mehr so viel und regelmäßig trainieren können, sollte allerdings gelten, dass sie immer darauf achten, dass das Spiel kontrollierbar bleibt. Ich wünsche allen Trainern und Trainerinnen viel Spaß bei der Saisonvorbereitung und eine erfolgreiche neue Saison. Geändert von Butzi (21.08.2026 um 12:36 Uhr) |
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#3
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Ich glaube, dass sich das nicht ausschließt und die meisten fangen ja im Breitensport an und daher könnte man ja vielleicht ein bisschen davon einfließen lassen. Nur so ein bisschen*
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#4
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Die Frage für mich ist, ab welcher Spielstärke der Spieler von den einzelnen Punkten profitiert bzw. was für nicht Leistungssportler überhaupt umsetzbar ist.
- Ein sehr früher Balltreffpunkt stellt hohe kognitive, körperliche und technische Anforderungen. Ich fürchte ein Großteil der Spieler bis hinein in die höhere Spielklassen wird mehr Fehler produzieren, als sie daraus Nutzen ziehen können. - Balance unter Zeitdruck spielt erst dann eine Rolle, wenn ich technisch in der Lage bin den Ball tisch-nah vernünftig zu kontrollieren. - Der ganze Tisch muss abgedeckt werden - spielt nur eine Rolle, wenn der Gegenspieler auch den ganzen Tisch sicher bespielen kann usw. Neben dem "Spaßfaktor" könnte dem Hobbyspieler auch der Erfolg abhanden kommen, wenn er sein Spiel wie ein Spitzensportler aufbaut.
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#5
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Das ist ja gar nicht das Ziel. Ich stelle leider immer wieder fest, dass die Spieler trotz der Fähigkeiten dazu animiert werden, den Ball fallen zu lassen und dann zu spielen. Das geht schon bei den Anfängern los.
Wenn ich aber von klein auf lerne, dass ich den Ball spät nehme... gebe ich dem Gegner mehr Zeit. Das da oben ist auch vor allem und für Übungsleiter/Trainer geschrieben. Es geht darum den Focus von dem alten auf das neue zu lenken. Das ist da Ziel. Die Möglichkeiten sind natürlich immer verschieden bei jedem Spieler, aber ohne Orientierung auf das andere wird es halt nicht besser. |
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#6
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
"Der Vorhand wird immer wichtiger" - ist das ein Schreibfehler? Meintest Du eigentlich der (beidseitige) Top Spin wird immer wichtiger?
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#7
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Vielleicht ein bisschen mehrdeutig geschrieben, aber hier mal der Hintergrund.
Die VH ist aus physiologischen Gründen deutlich schneller als die RH. Rh kann zwar im Spin mithalten, aber nicht im Tempo, weil die kinetische Kette und Radius bei VH TS länger ist (mehr Weg einfach gesagt). Das bedeutet, dass ich die max. Durchschlagskraft mit der VH habe. Ich nehme mal als Beispiel Patrick Franziska. Der hat eine für die Klasse "miese" VH - er schiebt an Anfang mit dem Ellbogen (sogar in den Lehrvideos für den DTTB). Die RH von ihm ist super. Aber um wirklich Punch zu haben würde die VH viel besser sein. Generell ist das aber immer nur ein Teil des gesamten Bildes. Aber am Ende des Tages, wenn es um rohe Gewalt und Punch geht, dann wird die VH immer wichtiger. |
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#8
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Zitat:
Wer in der Weltspitze mitspielen will, muss den Ball sehr früh nehmen um den Gegner von Beginn an maximal unter Druck setzen zu können. Wer in Kreis- oder Bezirksklassen agiert, für den ist die Sicherheit oftmals entscheidender. Auch ein Topspin mit mehr Effet von einer niedrigeren Position aus geschlagen bring dort häufig mehr Erfolg bei einer geringeren Fehlerquote. Es ähnelt der Entscheidung über den passenden Belag. Wenn Spieler A mit einem max Belag Weltmeister wird, dann bedeutet das nicht, dass es für Spieler B das beste Material darstellt.
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#9
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Nicht ganz, im Tischtennis geht es immer um Zeit.
Wenn ich also später schlage, dann gebe ich nicht nur mir mehr Zeit, sondern auch dem Gegner. Daher ist in allen Klassen ein früher Balltreffpunkt eine erstrebenswerte Möglichkeit. Wenn man das von Anfang an trainiert, dann wird man darin besser. Ein möglichst früher BT meint ja unter Umständen auch, dass anstatt in der fallenden Phase der Ball am höchsten Punkt getroffen wird. Das muss man halt trainieren, das man schneller wird. Also das frühe Treffen immer in Bezug auf die Möglichkeiten der Spieler. Was ich aber oft sehe ist, dass von Anfang an zu weit weg vom Tisch agiert wird und dann kann ich den Ball halt nur im Fallen spielen. Der Ansatz ist ja hier einfach darauf zu achten, dass man im Rahmen seiner Möglichkeiten früher zum Ball geht. Nicht jeder kann den Ball in der aufsteigenden Phase treffen. Generell kann ich aber nicht früh treffen, wenn ich zu weit weg stehe .
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#10
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AW: Das moderne Tischtennis und was es für uns bedeutet..
Das ist in dieser Absolutheit nicht korrekt und wenn ich deinen Eingangspost lese dann steht da ja auch dass die Erkenntnisse durch die Analyse von Weltmeisterschaftsspielen entstanden sind und dort ist das auch nachvollziehbar.
Wenn du bessere Ergebnisse in unteren Klassen erzielen möchtest, so geht der Plan das Risiko im Spiel zu erhöhen selten auf. Natürlich ist es auch dort oftmals nicht sinnvoll den Ball extrem tief fallen zu lassen. Aber auch der höchste Punkt ist z.B. für einen Topspin mit viel Effet kein Vorteil. Das konnte man sogar an der Weltspitze bei einem Timo Boll sehen. Unterm Strich gibt es in diesen Klassen in der Regel größere Stellschrauben als den Balltreffpunkt wenn man sich steigern will.
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Geändert von mithardemb (22.08.2026 um 10:09 Uhr) |
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